Schilda des Nordens: Ahrensburg liefert mit Realsatiren immer wieder den Stoff, aus dem die Possen sind!

Liebe extra3-Redaktion vom NDR, lieber Bund der Steuerzahler! Ich weiß, dass Sie immer auf der Suche sind nach Themen, über die der Bürger draußen im Lande staunen und lachen kann. Ahrensburg hat ja schon viele realsatirische Beiträge geliefert, weshalb die Stadt auch das “Schilda des Nordens” genannt wird. Und dazu bringe ich Ihnen hiermit ein weiteres Beispiel zur Kenntnis und freien Verwendung.

Im Rathaus von Ahrensburg sitzt Angelika Andres, und zwar seit Jahren im Fachdienst IV.SE Strategische Stadtentwicklung. Eigentlich war diese Architektin mal als Leiterin des Bauamtes eingestellt worden. Und ich schätze mit einer Dotierung der Beamtenklasse A14, was ziemlich hoch ist. Der anschließende Werdegang der Beamtin in Kurzfassung:

Streitigkeit der Bauamtsleiterin mit dem Bürgermeister, was zuerst zu einer längerfristigen Krankheit der Beamtin geführt hat und danach zur Umbesetzung im Bauamt durch den neu eingestellten Baudirektor Peter Kania, mit dem die Stadt vom Regen in die Jauche Traufe gekommen ist, denn das Einzige, was der Bauamtsleiter seither baut, das sind Gräben, die er aufschüttet. Und seine Vorgängerin Angelika Andres macht nach einer vorangegangenen gerichtlichen Auseinandersetzung mit dem Bürgermeister seither „Strategische Stadtentwicklung“, was man anfangs noch als “Stadtmarketing” bezeichnet hatte, dann aber aufgab, als man erkennen musste, dass die Architektin selber nicht wusste, was das überhaupt bedeutet.

Nun werden Sie sich fragen: Was hat man unter „Strategischer Stadtentwicklung“ zu verstehen? Ich habe den Bürgermeister vor ein paar Wochen gefragt, was die Amtsinhaberin eigentlich den lieben langen Tag so macht. Seine Antwort: „Die Organisationseinheit IV.SE ist federführend zuständig für das Projekt ‚Neubau Badlantic’.“

Dieses Projekt ruht allerdings schon seit Monaten genauso wie das Projekt Alter Speicher am Marstall. Und ruhen tut demzufolge auch die badlantische Federführerin, und zwar auf den Federn, die sie bis jetzt geführt hat. Was bedeutet: Im Rathaus macht sie zur Zeit “Strategische Stadtentwicklung” für die Stadt Ahrensburg, wenn Sie wissen, was ich damit andeuten will. 😉

Das Dumme an der Sache ist nur: Der Arbeitsplatz von Angelika Andres kostet die Stadt ziemlich viel Geld. Wenn die Amtsinhaberin schätzungsweise 4.000 Euro im Monat bekommt, dann muss die Stadt dafür brutto fast die doppelte Summe aufwenden. Und dann kommen dazu noch die übrigen Aufwendungen wie Büro samt Zubehör, soziale Leistungen usw. Und wenn man das alles addiert, dann könnte der Arbeitsplatz für die Organisationseinheit IV.SE den Steuerzahler rund 100.000 Euro im Jahr kosten. Was meint: 100.000 Euro für “Strategische Stadtentwicklung” unter der Aufsicht des Bürgermeisters und mit Wissen der Stadtverordneten.

Genauer: 100.000 Euro jährlich für Federführung. Ist das nicht ein ziemlich hoher Betrag und ein schöner Beitrag sowohl für eine Satire-Sendung im Fernsehen als auch für das Schwarzbuch der Steuerzahler? Ich denke: ja.

Mit freundlichen Grüßen aus dem Schilda des Nordens – Harald Dzubilla

Postskriptum: Weitere Themen wie eine seit 10 Jahren gesperrte Tiefgarage unterm Rathausplatz, ein Architektenwettbewerb für eine Tiefgarage mit urbanem Stadtpark auf dem Betondeckel, der Bau eines Dusch- und Umkleidehaus für 1,25 Millionen Euro und andere Possen werde ich bei Bedarf gern nachreichen.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 29. Oktober 2020

5 Gedanken zu „Schilda des Nordens: Ahrensburg liefert mit Realsatiren immer wieder den Stoff, aus dem die Possen sind!

  1. Observator

    Wo die Theater nun wieder geschlossen werden, haben wir Ahrensburger wenigstens unsere öffentlichen Schauspiele, die uns keiner nehmen kann, nicht mal ein Virus. 🙂

  2. Frau Behnemann

    Aber man muss zugeben, dass es ein Traumjob ist, den die Amtsinhaberin bekleidet. So etwas ist nur bei einer Behörde möglich, wo es die Unkündbarkeit gibt. Wenn die Dame keine silbernen Löffel klaut, schafft sie den Job bis zur Pension. Beneidenswert. Und dann kommt sie damit womöglich ins Fernsehen. Schreiben Sie das Drehbuch dazu, Herr Dzubilla?

  3. Martens

    Was könnte die Stadt Ahrensburg jährlich mit 100.000 Euro Gutes tun für arme Kinder, für die man nur 10.000 Euro im Jahr übrig hat!

  4. Leszek Jablonski

    Warum ist immer nur Ahrensburg in den Negativ-Schlagzeilen und nicht Großhansdorf, Bargteheide oder Ammersbek? Was stimmt mit unserem Rathaus und den darin befindlichen Beamten nicht? Es kommt noch soweit, dass das Deppenimage das Ahrensburg mittlerweile im restlichen Deutschland hat, geschäftsschädigend für die ortsansässigen Firmen wird und diese ihren Sitz verlegen müssen.
    Und warum sich das Rathaus jetzt immer noch mit Planspielen für ein neues Versammlungshaus beschäftigt, ist mir völlig unverständlich. Die finanzielle Lage Deutschlands ist auf Grund der Corona-Krise leider so schlimm geworden, dass die Bundes-SPD ernsthaft an eine Teilenteignung der Reichen denkt. Da kann man doch jetzt nicht noch Wolkenschlösser planen. Schauen die Mitarbeiter der Verwaltung keine Nachrichten?

    1. Pessi Mist

      Der Staat hat die Lizenz zum Gelddrucken. Dem Staat ist es ziemlich egal, ob er pleite geht, denn für die Staatspleite kommt immer der Bürger auf. Seit Corona (Anfang 2020) steigt Verschuldung wieder und hat zum Okt. 2020 einen neuen historischen Höchstwert erreicht.
      Der neue Lockdown im Nov. 2020 kostet den Steuerzahler laut Scholz 10 Milliarden EURO für einen Monat. Die Schuldenuhr des Bundes der Steuerzahler e.V. zeigt am 30.10.2020 um 8.15 Uhr:
      10.424 € Veränderung pro Sekunde (Hinweis Schuldenzunahme, das sind 625.440 € pro Minute)

      2.218.128.655.216 € Staatsverschuldung Deutschland

      26.673 € Schulden pro Kopf

      Ergo: Corona bringt uns ohnehin die Staatspleite. Da wird ein Versammlungshaus vorher schon noch drin sein.

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