REWE-Geschäft mit dem Mitleid: Kunden sollen spenden, und zwar direkt in die Ladenkasse von REWE!

Vor dem Kassenband von REWE im CCA stehen gefüllte Einkaufstüten. Und hinter der Kasse stehen solche Tüten ebenfalls. Und der Kunde liest: „Spende jetzt an deine lokale Tafel“. Was meint: Der Kunde soll eine von REWE gefüllte Einkaufstüte aufs Kassenband stellen, mit 5 € bezahlen und hinter der Kasse wieder abstellen. Als Spende für die Ahrensburger Tafel. So weit, so gut.

Nun habe ich gedacht: In den REWE-Tüten sind bestimmt so viele Waren, dass sie den Einkaufswert von 5 € übersteigen. Was bedeuten würde: Der Kunde bezahlt seinen Fünfer für die Tüte und die Tafel bekommt damit Waren im Wert von vielleicht 8 €. Oder wenigsten 6 €, was bedeuten würde, dass REWE auch einen Anteil vom Inhalt für die Tafel spendet.

Aber haste gedacht! Ich habe den Inhalt der Einkaufstüte nachgerechnet und das Resultat erhalten: REWE spendet mit jeder Tüte 0,02 € – siehe die nebenstehende Abbildung mit den “ja!”-Produkten aus der Tüte und der Einkaufsrechnung, die ich dazu gemacht habe!

In Klartext und Tacheles: Das Ganze ist eine knallharte Verkaufsförderungsaktion von, mit und für REWE und den Abverkauf der hauseigenen Marke. Der Supermarkt verkauft mit dieser Promotion seine eigenen „ja!“-Produkte zum vollen Preis an gutherzige Kunden, die diesen Einkauf an die Tafel spenden – und vermutlich dem Supermarkt auch noch dankbar sind für diese lobenswerte Initiative. *kotz!*

REWE hat auf die Tüte gedruckt: „Gemeinsam Teller füllen“. Und „gemeinsam“ bedeutet: REWE füllt die Tüte, der Kunde bezahlt den Inhalt. Und den Profit macht der Supermarkt – auch wenn die Tafel und bedürftige Menschen die Nutznießer sind. Aber da könnte der REWE-Kunde seine 5 € besser direkt bei der Ahrensburger Tafel abgeben, wenn er aus dem CCA kommt und daran vorbeigeht.

Ach ja, und REWE lobt sich auch noch, weil man doch so liebenswert ist, die von den Kunden gekauften Tüten zur örtlichen Tafel zu transportieren. Kostenlos. Und wie gerade gesagt: Die Ahrensburger Tafel befindet sich unmittelbar neben REWE in der Großen Straße.

Wie hat doch der große Maler Max Liebermann einmal gesagt? Er sagte: “Ick kann janich so viel fressen, wie ick kotzen möchte!”

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 24. Oktober 2020

6 Gedanken zu „REWE-Geschäft mit dem Mitleid: Kunden sollen spenden, und zwar direkt in die Ladenkasse von REWE!

  1. Hanno K.

    Wäre es jetzt nicht sinnvoll, würde ein Sprecher von Rewe kommen und hier den Kommentar abgeben: “Kritik angekommen – wir legen jetzt noch zwei Drogerieprodukte gratis in die Tüte dazu!”

    Aber vermutlich werden die sich stattdessen lieber wegducken und hoffen, dass der Shitstorm nicht allzu gewaltig wird…..

  2. Tamara Deutschman

    Genauso wie an diesem Beispiel wird aber auch an der Weitergabe der abgelaufenen (kurz davor natürlich ;)) Lebensmittel an die Tafel verdient. Nämlich an der Einsparung der Entsorgungskosten für die Müllabfuhr. Und letzlich können die abgegeben Lebensmittel noch steuermindernd als Spende geltend gemacht werden.

  3. Claudia Schäfer

    Wow, wie verlogen ist das denn! Ich hatte gedacht, in der Tüten wären Lebensmittel kurz vor dem Verfalldatum, die zu einem Preis verkauft werden, der weit unter dem Normalpreis liegt. Wenn ich das jetzt sehe, kann ich nur sagen, dass das eine sehr scheinheilige Aktion ist. Wenn man, wie Sie ja schon geschrieben habe, die 5 Euro direkt an Die Tafel gibt, ist das sehr viel sinnvoller.

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