Parkraumkonzept in Zeiten von Corona: Eine Hamburger Firma bekam einen Auftrag der Stadt Ahrensburg – echt der Renner!

Damit ich zum Thema in diesem Blog-Eintrag nicht so viel schreiben muss, lesen Sie bitte erst einmal das abgebildete Schriftstück, damit Sie dann im Sachverhalt stecken, welcher lautet: „Befragung der Gewerbetreibenden zum Parkraumkonzept für das Ahrensburger Zentrum“. Und mit der Durchführung ist das „von uns beauftrage Planungsbüro“ in Hamburg beauftragt worden.

Was schon mal bemerkenswert ist: Die Stadt hat mal wieder eine coole Agentur ausgeguckt – wobei allerdings Kay Renner (Sachbearbeiter im Fachdienst IV.2 und zuständig laut Homepage zuständig für “Bauleitplanung” und “Bebauungsplan”) die Gewerbetreibenden angeschrieben hat. Und die Firmen sollen den Fragebogen ausfüllen und schicken an: jan.seeringer@steg-hamburg.de.

Ich sprach darüber mit einem Empfänger der Unterlagen in der Ahrensburger Innenstadt. Der erklärte mir, dass ihm auffällt, dass das Ziel der Umfrage in dem Schreiben bereits definiert ist – nämlich Verringerung des Parkraums. Und damit stellt sich den Gewerbetreibenden natürlich die Frage: Warum sollen wir den Fragebogen überhaupt ausfüllen, wenn das Ergebnis bereits vorher festzustehen scheint?!

(Lithografie: A. Paul Weber, Text: HDZ)

Und überhaupt: Wer ist Jan Seeringer? Vielleicht ein guter Spezi von Kay Renner? Wer den Namen “Jan Seeringer” googelt, bekommt die Antwort: steg. Und wer wissen will, was die Firma dieses Namens macht, der erfährt auf deren Homepage: „Projektentwicklung, Immobilienverwaltung, Stadtentwicklung & Kommunikation und Architektur“. Bleibt nur noch die Frage: Und wer hat gerade diese Firma für das Ahrensburger Projekt als geeignet ausgesucht und für gut befunden…?

Es ist natürlich im Rathaus bekannt, dass es in der Stadt Ahrensburg keine Firmen gibt, mit der die Stadtverwaltung bei wichtigen Projekten zusammenarbeitet. Im gesamten Kreis Stormarn gibt es solche Firmen nicht. Höchstens im restlichen Teil von Schleswig-Holstein. Und in Hamburg.

Fazit: Die Stadtverwaltung von Ahrensburg zeigt im Kontext des zweiten Lockdowns und der existenzbedrohenden Konsequenzen für die Gewerbetreibenden der Stadt mal wieder soviel Feingefühl wie ein Zahnarzt, der seinen Patienten mit einem Bohrhammer auf den Zahn fühlt. (Man könnte auch sagen, das Timing ist genauso geschmacklos wie irrsinnig – aber besonders die Gastwirte haben jetzt ja Zeit genug, um den Fragebogen auszufüllen, Herr Renner.)

Mein (kostenloser) Alternativ-Vorschlag: Den Stormarnplatz hinterm Rathaus sofort für Autofahrer per Parkscheibe freigeben! Und Parkscheiben auch für alle anderen Parkplätze in Ahrensburg – zumindest bis zum Ende von Corona-Maßnahmen! Politiker und städtische Beamte, die dagegen sind, sofort aus dem Amt entfernen und zu ersetzen durch die Lücken, die dadurch gerissen werden!

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 29. Oktober 2020

2 Gedanken zu „Parkraumkonzept in Zeiten von Corona: Eine Hamburger Firma bekam einen Auftrag der Stadt Ahrensburg – echt der Renner!

  1. Joachim

    Hallo,
    verstehe ich den Text etwa falsch?
    Zitat:
    “Den ausgefüllten Fragebogen schicken Sie bitte bis 20.11.2020 an das von uns beauftragte Büro unter folgendem Kontakt:”
    Ist jetzt der Fragebogen bereits von der Stadt ausgefüllt und der Angeschriebene unterschreibt nur noch oder darf man seine eigenen Worte verwenden? Das Ergebnis scheint ja schon, wie von Ihnen erwähnt, festzustehen.

    Verwirrende Grüße
    Joachim

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