Im Schatten der Coronakrise: Waldfläche in Ahrensburg wurde plattgemacht

Soeben bekam ich vom Ahrensburger Bürger Hans-Hartmut Neitzke eine E-Mail zur Kenntnis, mit der dieser an Bürgermeister Michael Sarach einen Naturfrevel meldet. Ich gebe Ihnen den Wortlaut im Original zur Kenntnis, genauso wie ich die Antworten des Bürgermeisters bringen werde, sobald sie mir vorliegen. Und wenn das, was der Bürger schreibt, im Rathaus nicht bekannt ist, dann dürfte der Bürgermeister heute seine Corona-Ruhezeit wohl unterbrechen und in den Wald gehen. (Oder es war dort wieder mal ein Familienmitglied der bekannten Ahrensburger Firma K. zugange, dann wird der Fall im Rathaus nicht unbedingt als Eilsache behandelt. 😉 )

Sehr geehrter Herr Bürgermeister!

Ich wende mich in großer Sorge an Sie.

In der letzten Woche hat ein riesiger Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz auf einer Waldfläche von über einem Hektar in Ahrensburg stattgefunden. Ort: am Sahlmannsberg, Nähe Wulfsdorfer Weg, siehe Anlage Karte.

Die gesamte Waldfläche wurde mit großem Gerät “plattgemacht”. Nur vereinzelte Bäume sind stehengeblieben.

Es ist nicht zu fassen, was hier an Natur vernichtet wurde. Auf die Schnelle habe ich im Internet als erstes gefunden: “Am 1. März 2010 ist das Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) in Kraft getreten. Dort werden unter anderem auch bundeseinheitlich Fäll- und Schnittverbote in der Baum- und Gehölzpflege geregelt (§ 39 BNatSchG). Diese Regelungen betreffen Bäume, Hecken, lebende Zäune, Sträucher und weitere Gehölze in der Zeit vom 1. März bis zum 30. September. Wer also in diesem Zeitraum seine Gehölze beschneiden, fällen oder roden möchte, sollte sich unbedingt im Vorhinein mit den gesetzlichen Regelungen auseinander setzen.

Ziel des Gesetzes ist es, Tiere zu schützen, die Bäume und Sträucher als Lebensraum nutzen. Der Zeitraum berücksichtigt die Reproduktionszeit der meisten Tierarten. Somit können Vögel ungestört brüten und Baumbewohner wie Eichhörnchen oder Baummarder ihre Jungen großziehen. Auch Insekten profitieren von der Regelung. Hummeln, Bienen oder Schmetterlinge finden im Frühling und Sommer damit mehr nektarreiche Blüten vor. “

Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mir folgende Fragen beantworten würden: 
1. Wie ist diese Fällaktion in dieser Jahreszeit zu erklären?
2. Haben Sie Kenntnis von diesen Arbeiten?
3. Wer hat diese Arbeiten in Auftrag gegeben?
4. Sind diese Arbeiten von Ihnen genehmigt worden?
5. Was werden Sie unternehmen, um einen weiteren Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz zu unterbinden?
6. Was werden Sie unternehmen, um die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen?
7. Wie werden Sie diese Aktion der Öffentlichkeit erklären?

Ich bedanke mich recht herzlich im Voraus für die Beantwortung.

Mit freundlichen Grüßen 
Hans-Hartmut Neitzke 

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 22. April 2020

7 Gedanken zu „Im Schatten der Coronakrise: Waldfläche in Ahrensburg wurde plattgemacht

  1. Kassandra

    Bestimmt waren die Bäume alle krank und morsch. Und die Vögel, die dort genistet haben, waren alle vom Coronavirus befallen. Nun wird dort ein Ersatzparkplatz für den Lindenhof erstellt. Baubeginn ist gleich nach der Coronakrise am Freitag um 9:30 Uhr vor Ort. Fabian Dorow lädt Bürger und Pressevertreter herzlich ein, beim Spatenstich dabei zu sein. Famila spendiert ein paar Kästen Corona-Bier aus dem Bestand. Und der Bürgervorsteher kommt mit einem Flaschenöffner.

    1. Fritz Lucke

      wenn diese Maßnahmen gegen das Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) verstoßen, ist m.E. eine Anzeige bei der örtlichen Polizei, verbunden mit einem Hinweis beim BUND effizienter.

  2. Kirchberger

    Auch in der Hamburger Straße wurden im vergangenen Monat grundlos Bäume gefällt. Und? Wo bleiben die Naturschützer???

  3. JOHN-BOY

    @john:
    Naturschützer sind keine Polizisten. Wenn hier gegen geltendes Recht verstoßen wurde, kann JEDER Anzeige erstatten. Dann mal los…

  4. Torsten Schmidt

    Innerhalb der Behörden gibt es sicher Menschen die die großflächige Baumfällaktion für keine gute Idee halten. Sind diese lieber still um ihren krisenfesten Job nicht zu gefährden? Traurig …. Was für ein Klima muss da innerhalb des Dienstgebäudes herrschen. Und die Ahrensburger Grünen scheinen gelähmt … kein Wunder bei einer Luxus-SUV fahrenden Vorsitzenden.

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