Wahnsinn! Das Handwerk in Ahrensburg boomt wie nie zuvor!

An der Sanierung und Optimierung vom Brandschutz des Rathauses Ahrensburg sind 21 Firmen beteiligt. Das weiß ich von den Tafeln auf der Stellage, die vor unserem Denkmal steht. Also 21 Firmen, die für die Stadt arbeiten und dafür extra nach Ahrensburg anreisen müssen. Warum anreisen? Ganz einfach, weil nicht eine einzige der 21 Firmen aus Ahrensburg stammt.

Das kann nur bedeuten: Das Bauhandwerk in Ahrensburg boomt über alle Maßen, sodass  ortsansässige Firmen, bei denen die Stadt angefragt hat, Abwehrpreise genannt haben. Das sind stark überhöhte Preise, die Firmen dann nennen, wenn sie den Auftrag nicht haben möchten, weil sie bereits ausgelastet sind. Und wenn trotzdem jemand zum Abwehrpreis einsteigen will, dann lässt die Firma andere Kunden dafür hängen.

Nicht einmal aus Stormarn kommen die meisten Firmen. Und auch nicht alle aus Schleswig-Holstein, denn wir lesen: Braunschweig, Oschatz, Schwerin, Chemnitz und Hamburg, Hamburg, Hamburg, Hamburg, Hamburg, Hamburg, Hamburg.

Was bedeutet: Keine der an der Rathaussanierung beteiligten Firmen zahlt Gewerbesteuer in die Kasse des Ahrensburger Rathauses, aus der sie alle bezahlt werden – mit öffentlichen Zuschüssen vom Land, versteht sich.

Neugierig bin ich, welche Sprache unter den Arbeitern auf der Baustelle gesprochen wird. Nicht, dass es dort so ähnlich klingt wie damals beim Turmbau zu Babel. 😉

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 2. Dezember 2019

8 Gedanken zu „Wahnsinn! Das Handwerk in Ahrensburg boomt wie nie zuvor!

    1. Harald Dzubilla Artikelautor

      Aber, Herr Lucke! Alle kommen sie nach Ahrensburg mit öffentlichen Verkehrsmitteln, mit Fahrrädern und im Sammeltaxi. Und übernachten tun sie im Rathaus, denn das steht ja leer.

  1. Peer Klimmek

    Lieber Herr Dzubilla,

    Ihren Worten entnehme ich, dass Sie nie eine Ausschreibung beantwortet haben.
    Nur ein Wahnsinniger würde sich zwei bis drei Wochen hinsetzen, um mal ein „Abwehrangebot“ zu machen.

    1. Harald Dzubilla Artikelautor

      Lieber Herr Klimmek –

      vor vielen, vielen Jahren habe ich mein erstes Haus in Ahrensburg (an)gebaut. Ich wollte ein Ahrensburger Bauunternehmen haben und bat meinen Hamburger Architekten, eines zu suchen. Die Ahrensburger Firma (ich habe den Namen nicht mehr gespeichert) lieferte ein Angebot, das fast 50 Prozent über dem lag, was eine Firma ein paar Orte weiter Richtung Bad Oldesloe angeboten hatte. Ich fragte meinen Architekten, wie es zu einer derart hohen Differenz kommen kann. Seine Antwort: „Das ist ein Abwehrangebot. Wenn Sie das annehmen, dann geht das zu Lasten von anderen Bauherren.“ Und wenn ich das nicht selber erlebt hätte, lieber Herr Klimmek, dann hätte ich sowas auch nicht behauptet. 😉

      PS: Es betraf nur die Maurerarbeiten!

  2. Peer Klimmek

    Lieber Herr Dzubilla,
    in Ihrer Darstellung fehlt, ob der Bauunternehmer selbst „zugegeben“ hat, ein Abwehrangebot abgegeben zu haben. hmmmm.
    Ist es nicht heutzutage in Mode gekommen, mit vermeintlich einachen, logisch klingenden Lösungsvorschläge daherzukommen, um komplexe Vorgänge, die man nicht versteht, zu erklären?

    1. Harald Dzubilla Artikelautor

      Lieber Herr Klimmek – es gibt Episoden im Leben, die man speichert und nie vergisst. Mein Architekt Strebel aus Jenfeld, inzwischen schon lange verstorben, hat mir damals gesagt, dass das Angebot in dieser Höhe ein „Abwehrangebot“ ist, denn die Firma habe ihm schon im Vorwege erklärt, dass sie vollbeschäftigt sei in der gewünschten Zeit. Und er hat mir auch erzählt, dass es mitunter Menschen gibt, die so ein Angebot annehmen, wenn sie sich kein Gegenangebot eingeholt haben. Das aber hatte ich zum Glück getan. Und ich habe der Ahrensburger Baufirma damals einen deutlichen Brief geschrieben mit der Frage, ob man mich tatsächlich für so dumm hält, auf ein Angebot einzugehen, wo die Differenz derart beträchtlich gewesen ist. An eine Antwort kann ich mich heute nicht mehr erinnern, denn es war vor rund 40 Jahren.

      Nein, Ihre Frage am Schluss verstehe ich tatsächlich nicht.

      PS: Das mit den Abwehrpreisen in meinem Blog-Eintrag meinte ich natürlich nicht bierernst; ich habe nur nach einem Grund gesucht, warum Ahrensburger Firmen hier nicht zum Zug gekommen sind.

  3. Peer Klimmek

    Lieber Herr Dzubilla,
    Sie nehmen die Erklärung für ein einfaches Ereignis – Preisanfrage Maurerarbeiten für ein eindaches Einfamilienhaus – und präsentieren dies als Erklärung für eine öffentliche Ausschreibung für eine komplexe Altbausaenierung im laufenden Betrieb in einem mehrstöckigen Gebäude – Laufzeit über mehrere Jahre.
    Damit haben Sie für sich eine einfache logische Erklärung für etwas sehr komplexes gebildet… Das ist meiner Meinung nach zu einfach.

    P.S. ich hatte eigentlich gedacht, der gesamte Absatz über die Ahrensburger Firmen im Artikel war ironisch gemeint. Ich wollte nur mal sticheln….

    1. Harald Dzubilla Artikelautor

      Und ich gestehe, dass ich die Ahrensburger Firmen ein wenig sticheln wollte, damit sie sich äußern, warum keiner von ihnen einen Job am Bau in Ahrensburg bekommen hat. Aber das traut sich natürlich keine.

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