Tragisch, wenn ein Golfer vom Ball am Kopf getroffen wird

Am Ende meiner Wohnstraße in Ahrensburg liegt der Golf Club Hamburg-Ahrensburg e.V. Dort bin ich kein Mitglied. Zum einen, weil ich nicht Golf spielen kann, zum anderen, weil ich keine Geschäftskontakte knüpfen muss – oder vielleicht besser in umgekehrter Reihenfolge. Und von dem Mitgliedsbeitrag in einem Golf-Club kann ich auch zum Golf von Mexiko fliegen und das ganz ohne Handicap.

Gestern habe ich eine E-Mail bekommen vom Golfclub Hamburg Gut Waldhof. Geschäftsführer Chris Brayshaw schreibt mir: „Einer unserer Geschäftspartner von Golfclub Hamburg Gut Waldhof hat uns Ihren Namen als Empfehlung bezüglich einer neuen Partnerschaft mit der Golfanlage überreicht. Wir möchten Ihnen eine exklusive Partnerschaft anbieten.“

Wenn Sie auf die Abbildung klicken, dann können Sie nachlesen, was der Golfer von mir möchte – kurz gesagt: mein Geld.

Der Geschäftsführer meint also, dass sich meine Firma „in der Nähe vom Golfclub Hamburg Gut Waldhof befindet“. Und weil Golfer bekanntlich zu Fuß von Loch zu Loch gehen, würde ich vom Golf Club Hamburg-Ahrensburg zum Golfclub Hamburg Gut Waldhof rund 5 Stunden gehen. Da kann ich ja auch gleich zum Golf in den Iran reisen, also zum Persischen Golf.

Quelle: Google Maps

Obwohl Brayshaw gestern geschrieben hat: „Ich freue mich darauf, bald von Ihnen zu hören“, habe ich diese E-Mail nicht beantwortet. Und heute – also einen Tag später! – schreibt der Golfer schon wieder, und zwar: „Wir haben Ihnen gestern Firmenunterlagen zukommen lassen. Hatten Sie schon Gelegenheit einen Blick auf diese E-Mail zu werfen? Benötigen Sie weitere Informationen oder hätten Sie gerne eine unverbindliche Beratung per Zoom?“

Nein, ich möchte weder Business-Kontakte mit Herrn Brayshaw knüpfen, noch möchte ich Beratung per Zoom. Ich möchte von Chris Brayshaw nur wissen: Welcher „Geschäftspartner vom Golfclub Hamburg Gut Waldhof“ hat ihm meinen Namen “als Empfehlung bezüglich einer neuen Partnerschaft mit der Golfanlage überreicht“? War es vielleicht der Mann, der von mir darauf aufmerksam gemacht wurde, dass er seinen Wagen im absoluten Halteverbot geparkt hat? Der fuhr nämlich einen Golf.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 11. Juli 2019

Ein Gedanke zu „Tragisch, wenn ein Golfer vom Ball am Kopf getroffen wird

  1. Evelyn Kuttig

    Sie haben das so offensichtlich dubiose Angebot von Chris Brayshaw köstlich auseinandergenommen!

    Mir in Lüneburg bietet er per Mail als Geschäftsführer von Whole In 1 Golf Ltd., Leeds, ständig mal wieder eine exklusive 2-jährige Partnerschaft mit dem Golfpark Soltau gegen einen wöchentlichen Beitrag von 15 EUR an. Dafür soll auf etlichen elektronischen Geräten Bildschirm- und Banner-Werbung laufen. Überdies dürfen ich und meine Kunden kostenlos im Wert von 5,280 EUR Golfspielen und finden regelmäßige Business Networking Events statt …

    Ich werde seinen „Newsletter“ tunlichst nicht mit dem darin enthaltenen Link abmelden und werde ab jetzt die Mail-Adresse beobachten, weil seine Mails trotz Markierung einfach nicht im Spam landen.

    Herzlichen Gruß
    Evelyn Kuttig

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