Alle Jahre wieder: Die Wühler bei den Kirschen

Was Sie im Bilde sehen, das sind Kirchen. Genauer: 2,144 kg Kirschen zum Preis von 10,51 Euro. Die habe ich bei Lidl gekauft. Dort liegen die Kirschen lose auf einem Blech. Und daneben liegt eine kleine Schaufel, mit der man die süßen Früchte in eine Plastiktüte schaufeln kann bzw. muss, weil sie sonst einzeln durch den Einkaufswagen auf den Boden fallen würden.

Ich liebe Kirchen. Mehr noch als Erdbeeren und Weintrauben. Was sicher noch verstärkt wird dadurch, dass man Kirschen nur eine kurze Zeit im Jahr bekommt. Genauso wie frische Lychees, die ich ebenfalls kiloweise kaufe, wenn sie wieder im Angebot sind.

Was mich beim Einkauf der Kirschen bei Lidl stört: Regelmäßig stehen dort Kunden, die mit den Fingern in den Früchten herumwühlen und sich die schönsten heraussuchen. Handverlesen, Stück für Stück. Wenn ich das sehe, stelle ich den Wühlern regelmäßig die Quizfrage: „Warum, glauben Sie wohl, liegt dort die kleine Schaufel?“ Bei dieser Frage reagieren die Menschen jedoch nur selten schuldbewusst. Im Gegenteil: Sie grabbeln weiter in den Früchten und erwidern dreist, dass mich das nichts angehe und ich müsse die Kirschen ja nicht kaufen!

Ich habe mir vorgenommen, dass ich beim nächsten Mal laut und für alle vernehmbar frage, ob die Dame, bzw. der Herr sich nach dem letzten Klogang auch die Hände gewaschen hat, bevor sei/er damit durch die Kirschen wühlt. Denn ich will meine Kirschen vor dem Verzehr eigentlich nur unter kaltem Wasser abspülen und nicht mit einem Hygienereiniger behandeln.

Und damit komme ich zum zweiten Teil des Themas: Plastiktüten. Bei Aldi wird dafür an der Kasse neuerdings 1 Cent berechnet, habe ich gelesen. Aber dieser eine Cent wird die Kunden nicht davon abhalten, die Kunststofftüte weiterhin zu nehmen, wenn es dafür keine Alternative gibt.

Mein Vorschlag für Lidl: Bieten Sie die Kirschen nicht mehr lose an sondern genauso wie Erdbeeren in Pappschalen. Zum einen würde es verhindern, dass egoistische Menschen sich die schönsten Früchte einzeln mit den Fingern herauspulen, was unhygienisch ist. Zum anderen würde Plastikmüll verhindert, was sinnvoll ist.

Ja, ich weiß natürlich, dass es auch Dumpfbacken gibt, die aus den Erdbeerschälchen mit ihren Fingern die Früchte umsortieren. Aber dafür würde möglicherweise ein (vielleicht lustiges) Schild schützen, das über dem Verkaufsstand deutlich erkennbar angebracht werden könnte.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 29. Juni 2019

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