Hier geht es um heißes Thema der Stormarn-Redaktion vom Hamburger Abendblatt: Scheiße im Beutel

Soeben las ich eine brandaktuelle Online-Meldung der Stormarn-Redaktion vom Hamburger Abendblatt mit der Überschrift: „Warum es bei Budni keine Gassibeutel mehr gibt.“ Und um es kurz zu fassen: Es gibt keine Gassibeutel mehr bei Budni in Stormarn, weil Budni diese Beutel aus Hamburg bezogen hat. Und den Abfall von Hamburg bewirtschaftet eine andere Gesellschaft als in Stormarn. 

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Genauer: Die Beutel von der Stadtreinigung Hamburg werden Sachen Herstellung und Entsorgung von den Verbrauchern in Hamburg über deren Müllgebühr finanziert. Woraus ich schlussfolgere, dass die Stadtreinigung Hamburg der Nutznießer der Beutel in Stormarn gewesen ist, denn entsorgen musste den ganzen Scheiß im Beutel die Abfallwirtschaft in Stormarn.

Aber hat die Abfallwirtschaft Stormarn dadurch einen Nachteil? Ich sehe keinen. Denn in welchen Beuteln die Hundekacke in die Stormarner Abfallcontainer geworfen wird, dürfte den Müllwirtschaftlern doch völlig egal sein.

Außerdem: Das Problem in Ahrensburg wäre schon behoben, wenn die beiden Budni-Läden die Beutel von der Stadt Ahrensburg beziehen würden, wo sie ohnehin kostenlos abgegeben werden. Diesem naheliegenden Gedanken ist auch der investigative HA-Reporter Filip Schwen in seinem ausführlichen Beitrag über die Gassibeutel nachgegangen. Und sein nachfolgender Passus ist eine Meisterleistung journalistischer Recherche, die ich Ihnen einfach nicht vorenthalten möchte:

 “Auf Abendblatt-Anfrage bestätigt Ahrensburgs stellvertretender Pressesprecher Thorsten Jahncke, dass bereits eine entsprechende Anfrage von Budnikowsky eingegangen sei, die in dieser Woche bearbeitet werde. Spannuth zeigt sich zuversichtlich, ‘dass wir eine kundenfreundliche Lösung finden werden.’ Auch Jahncke ist optimistisch. Sollte eine Vereinbarung zustande kommen, müsse die Stadt jedoch prüfen, die Bestellmenge der Beutel zu erhöhen, um die Filialen beliefern zu können. Zwischenzeitlich gibt es die kostenlosen Beutel nur im Rathaus und an speziellen Spendern, die über das Stadtgebiet verteilt sind. In Drogerie- und Supermärkten sind zudem kostenpflichtige Alternativen erhältlich.”

Andere Probleme scheint es in der Stadt offensichtlich nicht zu geben. Ach ja, und noch eine Frage: Hundehalter müssen für Hundefutter bezahlen – warum sollten sie nicht auch für die Beutel zur Entsorgung zahlen…?

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 21. Januar 2019

5 Gedanken zu „Hier geht es um heißes Thema der Stormarn-Redaktion vom Hamburger Abendblatt: Scheiße im Beutel

    1. Rohde

      Das muss man sich wirklich mal vor Augen führen: Bei Budni gibts keine kostenlosen Kackbeutel mehr für Hunde, und die Stormarnbeilage macht daraus ein riesengroßes Thema als hätte der Hundefänger alle Vierbeiner in Ahrensburg eingesammelt und sie in ein Restaurant nach China verfrachtet. Oder ist das eine von Budni bezahlte Werbekampagne?

  1. Blog-Buster

    Einen umbestätigten Gerücht zufolge überlegt Redaktionsleiter Blombach, den Beitrag von Filip Schwen einzureichen für den den Theodor-Wolff-Preis.

  2. Bernhard Diener

    Bei Budni gibt es keine Gassibeutel mehr gratis — ich glaub es nicht! Was sagt denn eigentlich der Bürgervorsteher dazu?

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