Marodes Kunststoff-Gebilde auf dem Rondeel: Hieraus ließen sich Sitzbänke machen

Seit rund 13 Jahren steht auf dem Rondeel in Ahrensburg eine Skulptur. Ein Geschenk der hiesigen Rotarier inklusive der damaligen Bürgermeisterin Ursula Pepper (SPD) mit finanzieller Beteiligung aus der Ahrensburger Stadtkasse. Diese Plastik, für die wir Bürger uns bedanken, droht schon seit längerer Zeit zu zerfallen und ein Arm wird notdürftig von Klebebändern zusammengehalten – siehe die Abbildungen! Hierzu mein öffentlicher Brief an den Plastiker Martin Wolke, der die Figur “Muschelläufer” erschaffen hat:

Hallo Herr Wolke – Vermutlich werden Sie sich kaum noch daran erinnern, dass Sie vor 13 Jahren mal in Ahrensburg gewesen sind und dort nach ihrem Abgang eine Skulptur hinterlassen haben. Einen blauen Mann, der auf einer Schnecke steht und den Sie der Stadt verkauft haben als sogenannten „Muschelläufer“. Diese Plastik sollte zwei Eigenschaften habe: Zum einen sollte sie gemäß Wettbewerbsausschreibung ein „bespielbares Kunstwerk“ sein, auf dem Kinder herumturnen können. Und zum anderen sollte die Plastik mindestens so lange dort stehen, bis Sie 70 Jahre lang tot sind, weil dann das Urheberrecht abgelaufen ist. Und das wäre von heute an gerechnet in ca. 111 Jahren.

Beide Vorgaben haben Sie mit Ihrer Plastik nicht erfüllt. Denn die Figur ist bereits nach knapp zehn Jahren brüchig geworden, sodass dort bereits Warnschilder angebracht werden mussten, damit Kinder sich nicht durch Herumturnen darauf verletzen sollen.

Ich weiß nicht, was für ein Material Sie verwendet haben, tippe aber auf einen glasfaserverstärkten Kunststoff, der auch als Fibergas bekannt ist. Dieses Material, das auch beim Bootsbau verwendet wird genauso wie zum Bau von Dusch- und Badewannen, ist durchaus wetterfest. Aber wie lange wird es tatsächlich halten?

Nach meiner Recherche wurden glasfaserverstärkte Polyesterharze erst im Jahr 1942 erfunden. Wie lange dieses Material für Skulpturen im öffentlichen Raum eine Haltbarkeit hat, weiß ich nicht. Ich weiß aber, dass das Material für die Plastik, die bei uns auf dem Rondeel steht, nicht den Erfordernissen entspricht, die man für „Kunstwerke im öffentlichen Raum“ bei Wind und Wetter erwarten muss, weshalb solche Statuen im Allgemeinen aus Stein oder Bronze fertigt und nicht aus Kunststoff.

Nun gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder Sie holen Ihren „Muschelläufer“ wieder ab und produzieren ihn neu aus einem länger haltbaren Material – natürlich kostenlos für die Stadtkasse von Ahrensburg. Oder aber Sie stellen es der Stadt frei, den Blaumann auf Ihre Kosten zu recyceln und aus dem Granulat anschließend  Sitzbänke für den öffentlichen Raum fertigen zu lassen.

Oder worauf wollen Sie eigentlich noch warten? Dass das Ding eines Tages umfällt und womöglich Menschen verletzt…?

Mit Grüßen und Wünschen für eine fröhliche Weihnacht – Harald Dzubilla

 

 

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 23. Dezember 2018

4 Gedanken zu „Marodes Kunststoff-Gebilde auf dem Rondeel: Hieraus ließen sich Sitzbänke machen

  1. Weihnachtsmann

    Hallo Herr Dzubilla,
    wie ich sehe, “begeistert” Sie der blaue Muschelläufer nach wie vor, auch zur Weihnachtszeit.
    Weihnachtszeit ist Wunschzeit. Und genau das wünsche ich Ihnen und Ihrer Familie von Herzen:
    Ein frohes Weihnachtsfest und dass Ihre und unsere Wünsche in Erfüllung gehen mögen.

    1. Harald Dzubilla Artikelautor

      Lieber guter Weihnachtsmann,
      pack’ den Muschelläufer an;
      stecke ihn in Deinen Sack,
      trag ihn weg dann huckepack
      geradewegs zum Bauhof hin,
      weil ich dann erleichtert bin.
      Und Ahrensburg ist wieder frei
      von Blaufrau Peppers Narretei.

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