AWO = Ahrensburger Warenhandels-Organisation ;–)

Ständig werden wir Augen- und Ohrenzeugen davon, dass Einzelhandelsgeschäfte in der Ahrensburger Innenstadt aufgeben (müssen). Das hat verschiedene Ursachen, von Altersgründen bis zu Amazon und last but not least die Ladenmiete. Und wenn die Ladenlokale dann langfristig leerstehen,so ist es in aller Regel die Ladenmiete, die viele Einzelhändler in der Ahrensburger Innenstadt nicht mehr erwirtschaften können und es auch nicht wollen.

Ein Unternehmen aber kann scheinbar jede Miete in der Ahrensburger Innenstadt bezahlen, nämlich die Arbeiterwohlfahrt, kurz AWO genannt. Diese Organisation betreibt in bester Innenstadtlage diverse Läden und hat sogar ein Büro gemietet im Terrakottaklotz am City-Center-Ahrensburg – siehe die nebenstehenden Abbildungen!

Und das Unternehmen scheint gute Umsätze zu machen mit seinem Antiquariat, mit Second-Hand-Mode und allerhand Trödelwaren. Dazu bewirtschaftet die AWO das Peter-Rantzau-Haus mit Café und Raumvermietung, wo auch Stadtrundfahrten und Busreisen zum Programm gehören. Und rechnet man auch noch die hiesigen Kitas dazu, die von der AWO betrieben werden, dann ist die Gesellschaft für Ahrensburger Verhältnisse schon fast so etwas wie ein städtischer „Gemischtwarenkonzern“.

Wie Leser von Szene Ahrensburg wissen, ist die AWO in Ahrensburg sehr gut vernetzt. Zum Beispiel mit zwei Sitzen (SPD) in der Stadtverordneten-Versammlung. So lässt es sich vielleicht auch erklären, dass nicht das Deutsche Rote Kreuz (DRK) die Bewirtschaftung des Peter-Rantzau-Hauses bekommen hat, sondern eben die AWO.

Apropos Deutsches Rotes Kreuz: Die Kleiderkammer in Ahrensburg musste schon vor Jahren geschlossen werden, weil die Stadt das Gebäude abreißen ließ und dem DRK kein bezahlbares Ausweichquartier angeboten hat. Und weil die finanziellen Möglichkeiten des DRK beschränkt sind, konnte man bis heute keine Räume für eine Kleiderkammer in Ahrensburg anmieten. Und nun gucken Sie mal auf all die Ladenlokale der AWO und fragen Sie sich: Wie kann die Arbeiterwohlfahrt all das bezahlen, während das DRK nicht mal irgendwo am Rande der Innenstadt geeignete Räume für ihre Kleiderkammer findet, die bezahlbar sind? Vielleicht, weil man keine Lobby in der Stadtverordneten-Versammlung hat…?

Antwort: Das DRK gibt gespendete Kleidung gratis an Bedürftige ab. Die AWO gibt gespendete Kleidung, Bücher und Hausrat gegen Bargeld ab. Und der Stadtverordnete und Bürgervorsteher Roland Wilde (CDU) lässt sich von seinem SPD-Stadtverordneten-Kollegen und AWO-Ortsvorsitzenden Jürgen Eckert auch noch publikumswirksam für Werbezwecke einspannen.

Eine Einladung, die Geld kostet (aus: MARKT)

Und noch etwas: Nachdem ich  gefragt hatte, ob das Peter-Rantzau-Haus vielleicht im Wettbewerb gegen das Union-Reiseteam antreten soll, steht jetzt im MARKT plötzlich eine redaktionell gestaltete Werbung der AWO, die nicht als Anzeige gekennzeichnet ist, und wo die Reise nach Husum gar nicht mehr vom Peter-Rantzau-Haus angeboten wird, sondern nun von der Arbeiterwohlfahrt. Irgendwie seltsam, finden Sie nicht…?

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 2. Februar 2017

4 Gedanken zu „AWO = Ahrensburger Warenhandels-Organisation ;–)

  1. Der Spatz vom Rathausdach

    Wenn Arbeiter wohl nach Husum fahren, spricht man von Arbeiterwohlfahrt. Für 34 Euro ohne Essen und Trinken. Ist das eigentlich sozial?

  2. Hans Wurst

    Die AWO betreibt in Ahrensburg auch Sozialstationen, Pflegedienste, Kindergärten und Horte. Letzterer berät auch die Grundschule/Stadt bei der Umsetzung der OGS (offene Ganztagsschule) an der Reeselbüttelschule.
    Die Krake mit seinen SPD-Vorderen mischt gerne überall mit.

  3. H.J. Lange

    B und A
    Ihre Diskussion über das Beamtenrecht bringt mich zur Frage, ob es heute überhaupt noch einen „Arbeiter“ gibt, wie er in der „Arbeiterwohlfahrt“ (AWO) voran getragen wird.
    Tatsächlich kann sich Herr SPD-AWO-Eckart schon lange nicht mehr auf die Existenz einer Arbeiterschaft stützen:
    Der Mensch als modernes „Humankapital“ hat Glück, wenn er im Rahmen der Globalisierung, des unbegrenzten Wachstums sowie der drohenden Schere zwischen Arm und Reich einen „Job“ in Teilzeit und maximal mit Mindestlohn ausfüllen darf, dabei aber nicht in ein „prekäres Arbeitsverhältnis“ fallen will, das ihn als„Aufstocker“ ins „Jobcenter“ treibt.
    Dieser Mensch muss sogar befürchten, zukünftig “ der „Industrie 4.0“ zum Opfer zu fallen und als „1 Euro-Jobber“ auf seine Armutsrente zu warten.
    In diesen Rahmen sind die Aktivitäten der auf Gewinn ausgerichteten Firma AWO mit beschränkter Haftung einzuordnen.
    HJL

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