Kirchenschließung und Kirchengemeinderatswahl 2016

In den Kirchen wird Gottes Wort verkündet. Außerhalb der Kirchen verkündet die Synode die Schließung von Kirchen. Und im 3. Buch Abendblatt verkündet der Prophet Harald Nix Klix, dass die St. Johanneskirche in Ahrensburg “auf der Kippe steht”.

aus: Hamburger Abenblatt

aus: Hamburger Abenblatt

Was bedeutet “auf der Kippe stehen”? Es bedeutet nicht, dass ein Beschluss vorliegt, die St. Johanneskirche zu entwidmen und zu schließen, sondern es bedeutet: Das Gebäude befindet sich in einer kritischen Lage. Hierzu die Stormarn-Redaktion:

“Die Entwidmung der 1960 eingeweihten St. Johanneskirche war 2013 bereits beschlossene Sache. Ein privater Förderverein erreichte Ostern 2014 die Wiedereröffnung, der Vertrag läuft bis Ende 2019. Der Verein bringt jährlich 15.000 Euro für laufende Kosten und 3000 Euro als Rücklage zur Instandsetzung auf. Zudem erledigen die Mitglieder Arbeiten im Wert von rund 15.000 Euro. Die Gemeinde bietet Gottesdienste mit Pastor und Organist an. Das Entwidmungsverfahren wurde gestoppt.”

Dazu habe ich Fragen: Hat Reporter Harald Klix mit dem Förderverein gesprochen und gefragt, ob dieser bereit ist, den Vertrag ab dem Jahre 2020 zu verlängern? Hat Reporter Klix mit der Kirche  gesprochen, ob eine Verlängerung des Vertrages das Gotteshaus von der Kippe der Kirche nehmen könnte? Wenn nein, warum nicht…?

Wenn Klix das nicht recherchiert hat, dann frage ich mich: Was sollen Ahrensburger Kirchenmitglieder aus seinem Beitrag eigentlich ablesen? Dass die Redaktion nur mal wieder die Seite am Montag füllen wollte…?

Bei dieser Gelegenheit: Am Sonntag, dem 27. November 2016 (1. Advent), ist Kirchengemeinderatswahl. Die meisten der Kandidaten haben sich öffentlich vorgestellt. Ich veröffentliche die Liste der Kandidaten nachfolgend auf Szene Ahrensburg, wobei alle Kandidaten vom Förderkreis Sankt Johannes mit einem Sternchen versehen sind:

Von diesen 30 Kandidaten werden 13 Personen gewählt: Horst Aschmann*, Ulrich Fornoff, Fabian Garthe, Heidrun Gruner, Susanne Geißer-Schön*, Hans-Peter Hansen*, Jan Hansen*, Jessica Heinrich, Claudia Heinrich-Philipp, Dagmar Henning-Greve, Irene Karsten*, Inga Knabe, Brigitte Köhn*, Margit Kreß, Renate Kunze, Florian Lemberg, Herbert Meißner, Ursula-Inga Mühlfeld*, Dr. Günter Ott*, Udo Pfahl, Weibke Pinkowsky, Hans Reinert*, Holger Scheer, Karen Schmick, Marc Schwering, Dr. Renate Stollberg, Dorothea Thie, Dr. Elisabeth Tuch*, Karin von der Lieth und Jürgen Wahl*.

Die Sternchen bedeuten natürlich nicht, dass andere Kandidaten nicht genauso ehren- und wählenswert sind. Eine negative Beurteilung habe ich nur über Dorothea Thie gehört, und zwar mehrfach. Es wäre also wünschenswert, wenn die Marketingberaterin nicht wieder gewählt werden würde.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 14. November 2016

3 Gedanken zu „Kirchenschließung und Kirchengemeinderatswahl 2016

  1. H.J. Lange

    Kirchengebäude “erheben sich über Dächer und Horizonte, geben dem Land Kontur und den Menschen Orientierung.”
    “Kirchenbau und Kirchenerhaltung sind ein Teil des der Kirchengemeinde aufgetragenen Dienstes.”
    “Kirchengebäude bieten Christinnen und Christen eine Mitte, von der aus sie – im Gottesdienst gestärkt durch Wort und Sakrament – ihren Weg zu den Menschen finden.”
    “Kirchengebäude lassen “die Kirche” finden; sie wirken als Kennzeichen, als Orte des Glaubens und der Identifikation mit jenem Geist und jenem Glauben, der unsere Lebenswelt mit prägt.”

    Das sind Zitate von Bischof Gerhard Ulrich, bis heute Vorsitzender der Kirchleitung der Evangelisch-Lutherischen Nordkirche, aus einem Geleitwort in einem Buch des Landesamtes für Denkmalpflege 2011. Titel: ” … viele kleine Kirchen Das Kapellenbauprogramm der 1960er Jahre in Schleswig-Holstein”
    Und darin Bischof Ulrich weiter zu den heute bedrohten Kirchengebäuden:

    “Wir dürfen es uns nicht zu einfach machen! Meist gibt es Alternativen zu einem Abbruch; ob sie Wege aufzeigen, die begehbar sind, muss von Fall zu Fall herausgefunden werden. Gerade die Kleinkirchen abseits der Kirchspielorte auf dem Lande brauchen die Präsenz und das Engagement der Gemeinde, der Pastorinnen und Pastoren, persönlichen und ehrenamtlichen Einsatz. Wo Leben herrscht, verbreitet sich auch Leben, dementsprechend absehbar sind die Folgen des Rückzugs ….. Es geht nicht um Steine, sondern um Menschen, die eine Mitte finden.”

    Die Ahrensburger St. Johanneskirche wurde 1962 mit einem markanten Turm errichtet. Bezahlt wurde sie mit dem Geld der Kirchenmitglieder. Damals sagte man ihnen, der Bau der St. Johanneskirche sei eine gute Entscheidung.
    Inzwischen wurde die Kirche unter Denkmalschutz gestellt.
    Heute sagt ihnen die kirchenvolkferne Administration des Kirchenkreises Hamburg Ost, nein, wir haben uns 1962 geirrt. Aber heute irren wir uns nicht, wenn wir euch sagen, dass die St. Johanneskirche wieder weg muss, das ist alternativlos. Und sorry, der Wert der Kirche tendiert leider nur noch gegen “1 Euro”.

    In den Mund geschoben:
    Ja, ich Propst Buhl habe mich geirrt, als ich am 30. Juni 2013 als personifizierter Kirchenkreis Hamburg Ost die St. Johanneskirche – ohne Befragen der Gemeindemitglieder – feierlich “entwidmet” habe. Aber ich habe sie ja schon Ostern 2014 feierlich wieder neu “gewidmet”. Wie häufig ich mich irre, weiß ich nicht.
    HJL

    1. HA-Abonnent

      Es ist schon bezeichnend für das Abendblatt: So einen Kommentar, wie den von Herrn Lange, erwarte ich eigentlich von einem Vertreter der Redaktion. Aber was machen die Mitarbeiter vom Stormarn-Teil? Sie schreiben das, was man ihnen “diktiert” hat. Sie hinterfragen nicht, sie fragen nicht andere Personen, sie ersparen es sich eigene Gedanken als Kommentar an den Rand zu stellen. So geht jede lokale Zeitung über kurz oder lang in die Binsen.

  2. Noch ein HA-Abonent

    Der Kommentar des HA-Abonenten hat mir aus dem Herzen gesprochen. Erst gestern dachte ich, dass es an der Zeit ist, das Abo zu kündigen. Die Berichterstattung ist zunehmend oberflächlich . Die Berichte geben in der Regel nur das wieder, was die Informanten der Stormarnbeilage gesagt haben. Neben der offiziellen Kirchenverwaltung sind die Hauptinformanten die Verwaltung und der Bürgermeister der Stadt Ahrensburg samt dessen Entourage und die Investoren, die in Ahrensburg seit Jahren im Goldrausch sind.
    Die Stormarnbeilage erfüllt ihre Aufgabe, die Leser kritisch und umfassend zu informieren, schon lange nicht mehr.

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