Achtung: Restaurant Milljöh steht unter Bewachung!

Das Ahrensburger Restaurant Berlin Milljöh war mal eines meiner Lieblingsrlokale, wo ich schon Gast zur Eröffnung gewesen bin. Doch seitdem Helmut Frank das Lokal in andere Hände übergeben hat, bin ich mehr oder weniger nicht mehr dort gewesen. Und seit Jahr und Tag überhaupt nicht mehr.

Wie der Herr so’s Gescherr“, lautet ein altes Sprichwort. Und das trifft auf das Milljöh und die neuen Inhaber meiner Meinung nach voll zu, denn die gute Laune, die früher im Lokal herrschte, war plötzlich verschwunden. Und nun gibt es dort auch noch eine neu installierte Kamera, mit der die Gäste im „Treffpunkt netter Leute“ überwacht werden.

Nein, liebe Leser von Szene Ahrensburg, das ist nicht einer meiner üblen satirischen Scherze, sondern es stimmt: Die Gäste und Mitarbeiter vom Milljöh werden durch eine Videokamera von den Wirtsleuten überwacht. Und das wird allen auf einem Hinweisschild angekündigt.

Warum diese Überwachung, von der wir damals schon bei Lidl an der Kasse gehört haben, wovon der Kunde allerdings nichts geahnt hatte? Haben die Lokalinhaber vielleicht Angst vor Überfällen? Oder will der Wirt in der Küche kontrollieren, ob seine Gäste womöglich Biergläser klauen oder gar das Besteck nach dem Essen heimlich einsacken? Eventuell will der Koch auch beobachten, welchen Gesichtsausdruck der Gast bei seiner Nahrungsaufnahme hat? Kaut er zufrieden oder knirscht er beim Essen des Steaks mit den Zähnen? Und vielleicht nimmt die Kamera auch die Gespräche der Gäste auf, sodass die Wirtsleute genau wissen, wer was gesagt hat und über wen.

Es könnte natürlich auch sein, dass die Wirtsleute ihr Personal überwachen, ob das nicht vielleicht von einem Teller vor dem Servieren heimlich einen Pommes klaut. Oder aus einem Wasserglas einen Schluck nimmt. Oder das Trinkgeld in die eigene Tasche steckt.

Ebenso könnte die Videoaufzeichnung auch belegen, ob die Gäste vor dem Essen zum Händewaschen in den Keller gegangen sind oder nicht. Oder sich aus dem Staube machen, ohne zuvor die Rechnung beglichen zu haben.

Was für ein schönes Gefühl für die Gäste, dass sie wissen, dass sie beobachtet werden, sodass niemand ihnen unbemerkt in die Suppe spucken kann. Und wenn die Filme aus der Überwachungskamera dann vielleicht bei Facebook reingestellt werden, dann kann Frau Puvogel dort sehen, ob ihr Gatte tatsächlich mit seinem Freund Wolf-Rüdiger in der Kneipe gewesen ist oder vielleicht mit der hübschen Nachbarin von nebenan…!

Ob auch in den Toiletten eine Kamera angebracht ist, weiß ich natürlich nicht, da ich das Milljöh ja nicht einmal dort betrete.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 17. August 2016

12 Gedanken zu „Achtung: Restaurant Milljöh steht unter Bewachung!

  1. Observator

    Wer wie ich das Milljöh noch aus der Zeit kennt, als Helmut Frank das Bier dort höchstselbst gezapft hat, der erinnert sich ganz bestimmt auch an die fröhlichen Kellnerinnen von damals, die immer einen lustigen Schnack drauf hatten. Und heute? Die Mädels im Milljöh sehen nicht besonders fröhlich aus. Vielleicht haben die Wirtsleute deshalb die Videokamera einbauen lassen, damit das Personal das tut, was der Mensch allgemein vor einer Kamera tut, nämlich lächeln???

    Vielleicht sollten die Gäste öfter mal Cheesecake im Milljöh bestellen, nur damit die Kellnerin „Cheesecake“ wiederholt…..? 🙂

  2. M W

    „Ob auch in den Toiletten eine Kamera angebracht ist, weiß ich natürlich nicht, da ich das Milljöh ja nicht einmal dort betrete.“ – An Dramaturgie nicht zu übertreffen. Der Artikel ist – leider – mehr als schlecht geschrieben.

  3. Hermann Christiansen

    Bin ein Gast erster Stunde und habe viele schöne Stunden im Berlin Milljöh erlebt. Zumindest in den ersten 10 – 12 Jahren. Bei „Helmut und Uli“ gab es bei aller Freude aber immer ein ziemlich durchdachtes, straffes und auf den Gast abgestimmtes System. Und das bei Angebot, Gäste-Betreuung, Einrichtung und Personal.
    Gratulation dafür!
    Beim Bedienungs-Personal ist es mir so in Erinnerung geblieben, als würden die meist recht ansprechenden „Mädels“ dort recht gern gearbeitet haben und manche sogar so etwas wie Stolz empfunden haben, dazu gehören zu können. Zusammen mit den vielen Stammgâsten eine gelungene Symbiose.
    Sicher ist, dass der Schreiber des Artikels kein Mitglied der früheren Stammgäste ist. Und sicher ist es auch, dass ein Betreiberwechsel immer Änderungen mit sich bringt, die von allzu nostalgisch Empfindenden nicht gern gesehen werden. Den Grund für die Überwachungs-Kameras kenne ich auch nicht. (Evtl. Sicherheits-Aspekte bei Nichtbetrieb?)
    Ob der sehr überzeichnende Artikel (Gäste-Beobachtung, Toiletten) allerdings die sicher sehr positiven Bemühungen der jetzigen Betreiber (die ich aufgrund langer Ortsabwesenheit nicht kenne) gerecht wird, möchte ich bezweifeln. Das weiß sicher der Schreiber. Sicher!! Oder nicht!!

    1. Heinrich Zille

      „(Evtl. Sicherheits-Aspekte bei Nichtbetrieb?)“ — ha! ha! ha! Ich lach mich schief und krumm! Wann waren Sie zuletzt im Milljöh…?

  4. J. P. Kirchhoff

    Mir stellt sich die Frage: Wer soll hier beobachtet werden – das Personal? Die Gäste? Oder alle zusammen? Ich jedenfalls möchte dort nicht gefilmt werden, weder beim Eintritt, noch beim Austritt, und schon gar nicht beim Essen.

  5. Barthold Olbers

    Ich bin Barthold Olbers aus Hamburg. Am Sonntag, dem 8. Januar 2017 wollen einige Mitglieder der Ahrensburger Singlegruppe das Berlin Milljöh ab 17 Uhr besuchen Ich habe die Absicht, dabei zu sein.

    Ich bin unvoreingenommen. Ich werde sehen, was mir dort auffällt. Und ich habe die Absicht, hinterher an dieser Stelle meine Eindrücke zu berichten.

    Ich bin seit 1975 in zwei Hamburger Single-Vereinen führend tätig. Und ich helfe auch den Ahrensburgern.

    Alles Gute! Barthold Olbers

    nicht parteiisch.

  6. Heiko Schröder

    Der Artikel trifft aus meiner Sicht ins Schwarze. Das Restaurant war für Ahrensburg prägend. Jetzt fehlt das Interesse an Gästen vollständig. Sie sind ein notwendiges Übel, damit Geld in die Bude kommt. Denn um Geld geht es vor allem.

    Früher gab es Kleinigkeiten, die immer noch erhältlich waren, wenn die Küche geschlossen hatte. Jetzt schließt die Küche um 21 Uhr. Um 21:03 gibt es jetzt nicht einmal mehr ein Käsebrot.

    Die neuen Betreiber haben das einstige Kult-Restaurant zu einer Gastronomie herunterkommen lassen, die Ahrensburg nicht braucht. Könnten sich Gäste nur in Geldstücke verwandeln: Sie wären dort besser aufgehoben.

  7. Anna Meffert

    Ich kennen das Berlin Milljöh noch aus der Zeit von Helmut Frank, auch war ich seinerzeit zur Eröffnung dort. Es war damals auch nicht immer gemütlich, schon gar nicht, wenn viele Betrunkene dort waren und man sogar belästigt wurde. Kameras haben heute fast alle, nur weisen nicht viele darauf hin. Sollte mal etwas passieren, ist doch jeder froh, wenn Bösewichte schnell gefasst werden, auch schreckt es Taschendiebe ab. Also seid doch alle etwas netter. Auch die neue Bewirtung ist nett, wenn man ebenfalls freundlich ist und jeder hat mal einen schlechten Tag, Kummer, Sorgen, Probleme. Und ehrlich, dann lacht keiner. Etwas mehr Tolleranz bitte. Das Essen war die letzten Male immer super.

  8. Horst Hausmann

    Moin,

    die Curry mit Pommes ist dort ausgezeichnet. Allerdings müsste die gesamte Bude mal gründlichst durchrenoviert werden. Das Nikotin tropft beinahe schon – noch aus alten Zeiten – von der ekeligen, gilben, ex -verquarzten Decke, und im Klo muss man inzwischen aufpassen, dass man nicht auf den alten Fliesen kleben bleibt. Die Wirtsleute sind normal nett, nicht aufdringlich, der Alters-Querschnitt der Gäste ist im Gegensatz zu früher deutlich abgesackt. Also altes Konzept für alte Leute. Jüngere Menschen gehen da wohl nicht mehr hin…..nicht mehr zeitgemäß. Schade eigentlich., dass der Laden nicht mal auf Vordermann gebracht wird.

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