Parkplätze in Ahrensburg + eine E-Mail aus Kiel

Regelmäßige Leser von Szene Ahrensburg wissen, dass ich mich für Parkplätze in Ahrensburg einsetze. Und weil ich häufig mit Regional- und U-Bahn fahre, weiß ich aus eigener Erfahrung, beschissen es ist, wenn man z. B. im Alten Lokschuppen keinen Parkplatz bekommt und beim Drumherumfahren freststellen muss, dass jeder mögliche Abstellplatz belegt ist.

Und sollte Ahrensburg tatsächlich ein Kino am Bahnhof bekommen (was ich immer noch nicht glaube), dann wird das Parkplatzproblem noch schlimmer werden, zumal auch auf dem Lindenhof-Gelände die Parkplätze wegfallen.

Den Ahrensburger Stadtverordneten scheint das in Mehrheit schnurzpiepegal zu sein, denn sie können gratis in der Tiefgarage unseres Rathauses parken – vermute ich jedenfalls. Und deshalb veröffentliche ich mit diesem Blog-Eintrag eine E-Mail, die ich gerade bekommen habe, und zwar von Dr. Patrick Breyer, Mitglied der Piraten-Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag:

Sehr geehrte Damen und Herren, wie das Verkehrsministerium auf Anfrage der PIRATEN im Landtag mitteilt, sind die Abstellplätze an den Bahnhöfen Ahrensburg, Bad Oldesloe, Bargteheide für Fahrräder und Pkw chronisch überfüllt: <http://www.landtag.ltsh.de/infothek/wahl18/drucks/4200/drucksache-18-4210.pdf> Die letzten Zahlen stammen aus 2014, eine aktuellere Erhebung sei in Vorbereitung.

Mein Kommentar: Den zunehmenden Platzmangel immer wieder neu zu vermessen, hilft Auto- und Radfahrern nicht weiter. Wir PIRATEN fordern: Gelder für Bahnhofsumbauten sollte das Land nur noch zahlen, wenn gleichzeitig ausreichend Abstellplätze geschaffen werden. Bahnfahren ist praktisch und schont die Umwelt – aber dazu muss man erst einmal zum Bahnhof kommen.

Mit freundlichem Gruß – Patrick Breyer, Mitglied des Schleswig-Holsteinischen Landtags Piratenfraktion, Düsternbrooker Weg 70, 24105 Kiel

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 29. Juli 2016

14 Gedanken zu „Parkplätze in Ahrensburg + eine E-Mail aus Kiel

  1. Rüdiger

    Lieber Herr Dzubilla,
    was Sie hier schreiben, bestätigt meinen Kommenar zu Ihrem vorletzten Beitrag in diesem Blog.
    Rüdiger

  2. Florian

    bislang bin ich von der Hypothese ausgegangen, dass im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Technologie in Kiel durchaus intelligente Menschen arbeiten, aber was bitte soll eine Auslastung von „> 100%“ bedeuten? Bislang dachte ich bei 100% Auslastung wäre Schluss, weil kein Platz mehr …

    Aber „> 100%“ lässt ja auch Raum für Interpretation: in Wirklichkeit stehen auf jedem Parkplatz 2 Autos, dh. 200% oder 5 oder 10 …

    Und mit so einer Antwort gibt sich ein Pirat zufrieden?

  3. Peter Egan

    Liebe Szene-Leser,
    auch ich finde diese Zahlenspielereien von >100% und die verdächtig runden Zahlen wie 25%, 50% wenig vertrauenerweckend, zumal die Erhebungen anscheinend nur an einem einzigen Tag stattfanden, nämlich am 28.05.2014.
    Was die Parksituation für PKW angeht, muss man nur mal montags nach 9:00 versuchen, einen freien PKW-Stellplatz im Lokschuppen zu finden. Für die Schlussfolgerung, dass es zu wenig Plätze gibt, braucht man weder ein Ministerium noch NAH.SH.
    Was die Radstellplätze um den Regionalbahnhof herum angeht habe ich deutlich präzisere Zahlen, die ich selbst erhoben habe.
    Unter der Annahme, dass an jeden Bügel 2 Fahrräder passen, gibt es nördlich des Bahnhofs 620 Plätze und südlich 190.
    Auf der Basis von isterhebungen an bisher 11 Werktagen in 2016 standen nördlich des Bahnhofs im Schnitt 389 und am bisherigen Spitzentag, dem 07. Juli 521 Fahrräder. das entspricht einer Maximalauslatung von 84%.
    Deutlich angespannter ist die Situation südlich des Bahnhofs ( Ladestraße und Unterführung). Dort standen im Schnitt 169 und am Spitzentag 274 Fahrräder, was 144% der nominalen Kapazität entspricht. Diese Überlast ist möglich, weil Fahrräder an allen erdenklichen Zäunen, Pfählen etc. angeschlossen werden. Auf der Südseite besteht meines Erachtens dringender Handlungsbedarf, der auch im BPA mehrmals angesprochen wurde.

    1. Peter D.

      Herr Egan ist bereits in der Zukunft angekommen: Wenn Lindenhof und Alte Reitbahn bebaut sind und zusätzlich Vorschläge zum Umbau der Innenstadt tatsächlich durchgeführt werden (Wegfall der Parkbuchten Große Straße und keine Parkplätze im vorderen Teil der Hagener Allee), dann gibt es kaum noch Parkplätze in der Innenstadt. Und dann braucht man nur noch Fahrradständer.

  4. Britta S.

    Es sieht ganz danach aus, dass die Mehrheit der Stadtverordneten den verrückten Ideen einiger von der Verwaltung bestellten und von den Bürgern bezahlten „Verkehrsexperten“ auf den Leim gegangen ist. Das wird das zunehmende Absterben der Geschäfte in der Innenstadt zur Folge haben.
    In Ahrensburg plant man das, was man in Bad Oldeslohe als schwerwiegenden Fehle erkannt hat, nachdem in der dortigen Innenstadt wegen der fehlenden Parkplätze zunehmend „tote Hose“ war.

  5. Frieda B.

    Was gewinnt Ahrensburg durch die Bebauung der alten Reitbahn und des Lindenhofparkplatzes? Nichts, aber auch rein gar nichts! Denn die bisherigen Parkplätze sind dann ersatzlos verschwunden und noch mehr Fahrzeuge als bisher werden die umgebenden Straßen blockieren. Schließlich gibt es nicht einmal genügend Parkplätze für die Bewohner und Besucher der zukünftigen Gebäude auf der alten Reitbahn und dem bisherigen Lindenhofparkplatz.
    Die einzigen Gewinner in diesem Pokerspiel sind die Investoren, die über den Verkauf und die Vermietung von Wohnungen Millionengewinne machen . Und die Frage ist weiterhin: Warum entscheidet die Mehrheit der Stadtverordneten immer wieder gegen die erklärten Interessen der Bürger von Ahrensburg ? Warum stehen den Stadtverordneten die Wünsche der Investoren näher als die Interessen der Bürger? Warum werden die B-Pläne für derartige Projekte in enger Abstimmung mit den Investoren, aber nicht in Abstimmung mit den Bürgern gemacht? Warum werden vor Abschluss der Planungen die möglichen negativen Auswirkungen einer derartigen Bebauung für die Stadt nicht geprüft? Welche Rolle spielt hier z.B. auch der Fraktionsvorsitzende der CDU, der regelmäßig Investorenpläne über die Stormarnbeilage öffentlich befürwortet, bevor sie überhaupt in den städtischen Gremien behandelt werden? Warum signalisieren auch andere Stadtverordnete zu derartigen Investorenplänen über die Presse Zustimmung , bevor die Pläne in einem städtischen Gremium behandelt werden? Finden also die eigentlichen Entscheidungen schon lange davor , also außerhalb der städtischen Gremien und damit außerhalb der Öffentlichkeit statt? Wenn aber die Gremien der Selbstverwaltung womöglich nur noch formalen Zustimmungscharakter haben , dann wird damit das gesamte demokratische Entscheidungssystem beschädigt. Dieser Prozess scheint in Ahrensburg schon weit fortgeschritten , ohne dass dies den Parteien bisher aufgefallen wäre.

    1. Harald Dzubilla Artikelautor

      Liebe Frieda B. –

      Sie werden feststellen, dass kein Stadtverordneter sich dazu bereitfinden wird, auf Ihre öffentliche Anfrage eine öffentliche Antwort zu geben. Warum nicht? Das Schweigen der Bürgervertreter ist beredt. Denn auch Schweigen ist Kommunikation. Jeder normale Mensch, der öffentlich angegriffen wird, wird sich entsprechend verteidigen bzw. rechtfertigen. Warum tun die Ahrensburger Stadtverordneten das nicht? Arroganz? Unvermögen? Feigheit…?

      Aber es gibt einen Trost für Sie: Auch Jahre später, wenn die Bürger die Auswirkungen der heutigen Entscheidungen der Stadtverordneten erleben werden, dann können sie im Internet bei Szene Ahrensburg immer noch nachlesen, was dort heute geschrieben steht. Und die Namen der heutigen Stadtverordneten findet man dann auch noch.

      Einen schönen Sonntag
      wünscht Ihnen Harald Dzubilla

    2. Narrenhof

      Was wolln Sie eigentlich liebe Frieda B. ?
      Die lieben Stadtverordneten haben doch ihrerzeit sogar die stellvertretende Bürgermeisterin aus dem Amt gewählt und aus dem Kreis der Stadtverordneten hinausdrängen können. Sogar gegen Widerstände in den eigenen Reihen. Begründung: Sie hätte ihre Informationen als stellvertretende Bürgermeisterin unter Umständen in den Verdacht des Anscheins von Befangenheit bringen, und zum eigenen Vorteil nutzen können, weil es damals darum ging, die Alte Reitbahn an einen lieben Investor zu vergeben. Ihr Fehler: Sie hatte sich als Mitbietende geoutet. Das hätte sie aber besser nicht getan. Sie hatte sich damit von den familiären Spielregeln entfernt. Stattdessen hätte sie sich besser angepasst. Aber vor allem: Sie hatte kein Kino versprochen. Sie hätte doch wissen müssen: Keine Leistung ohne Gegenleistung.

      Und ganz aktuell: Aufgrund umsichtiger Planungsfähigkeiten dieser Stadt, selbstverständlich immer auch zum Wohle lieber Einzelner, wird zur Zeit die Fahrbahn der Manhagener Allee hergerichtet und damit naturgemäß auch vor dem zum Verkauf anstehenden Neubau auf dem Alten Klinikgelände, dem Lieblingsprojekt des lieben Bürgermeisters.

  6. Paul Schmitt

    Es wundert mich, dass am Bahnhof, Ahrensburg-Ost kein ausreichend großer Parkplatz gebaut wird. Das Problem ist jedoch, dass zu viele Leute das Auto nehmen statt, mit dem Rad zu fahren.

  7. Fritz aus Ahrensburg

    Sehr geehrter Herr Schmitt,
    Möchten Sie vielleicht mit Regenhose – und Überwurf und Fahrradklammern in Hamburg ins Theater oder in die Oper gehen, wenn Sie vorher mit dem Fahrrad zur Bahn fahen mussten?

  8. Britta S.

    Liebe Frieda B.,
    Ich wette, dass viele Stadtverordnete sich über Ihre Fragen bis heute keinerlei Gedanken gemacht haben und auch in Zukunft nicht machen werden. Viele Stadtverordnete denken ja gar nicht selbst, sie lassen denken und stimmen dann darüber ab, was andere vorgedacht haben. Durch die Beauftragung von externen Firmen erweckt die Verwaltung den Eindruck, als ob ihre Entscheidungsvorlagen geprüft wären. Dabei finden die Beraterfirmen nur das heraus, was die Verwaltung als Ergebnis herausbekommen möchte. Nur so ist zu verstehen, dass die Verwaltung ein Gutachten zur Parkplatzfrage herstellen ließ, mit dem Ergebnis , dass in der Ahrensburger Innenstadt anscheinend zu viele Parkplätze vorhanden sind.
    Haben Sie je gehört, dass eine/r der Stadtverordneten einmal diese Gutachten kritisch geprüft und es gewagt hätte, daran öffentlich Kritik zu üben? Nein, so etwas wagt höchstens mal Herr Egan, dem die Zivilcourage offensichtlich noch nicht abhanden gekommen ist. Die anderen trotten wie eine Schafherde hinter den Investoren und der Verwaltung und deren externen Gutachtern hinterher. Nur so ist zu verstehen, dass demnächst ein Innenstadtkonzept verabschiedet werden soll, bei dem die Parkplätze, die man vor wenigen Jahren in der Großen Straße mit viel Steuergeld genehmigt und hergestellt hat , jetzt wieder abgeschafft werden sollen, natürlich wieder mit viel Steuergeld.
    Viele Grüße
    Britta

  9. Peter D.

    Das Gute am Steuergeld ist ja, dass immer genug da ist und wenn es mal nicht reicht, werden die Steuersätze einfach erhöht. Der dumme Bürger ist dagegen leider weitgehend machtlos.

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