Abrechnung Benefizveranstaltung: Der Bürgermeister hat „keine prüfbare Gesamtabrechnung“ aber „keinen Zweifel an deren Ordnungsgemäßheit“

Dass die Stormarn-Beilage tendenziös berichtet, haben wir inzwischen ja schon mehrfach nachlesen können. Heute schreibt die Beilage über die Anfrage der Stadtverordneten Hengstler (CDU) im Kulturausschuss und übertitelt den Bericht mit dem Satz: „Flüchtlingshelfer kritisieren Anfrage zum Gutshof-Festival“. Meine Frage: Warum, um alles in der Welt, tun sie das, denn schließlich geht es doch um ihr Geld?!

4507491Vorab: Die Stadtverordnete Hengstler hat die gewünschte Auskunft  nicht bekommen. Der Schirmherr der Veranstaltung, Bürgermeister Michael Sarach, war gar nicht in den Ausschuss gekommen. An seiner Stelle trat die Kulturbeauftragte der städtische Jurist in Erscheinung. Ich zitiere nur drei Sätze aus der heutigen Stormarn-Beilage:

„Stadtjustiziar Thomas Reich antwortete im Ausschuss, dass der Stadt keine prüfbare Gesamtabrechnung vorliegt, da es sich um eine von Dritten organisierte Privatveranstaltung gehandelt habe. Bürgermeister Sarach sei nur Schirmherr gewesen, die Stadt habe eine überschlägige Darstellung der Veranstalterin erhalten und der Bürgermeister habe ‚keinen Zweifel an deren Ordnungsgemäßheit‘. Für nähere Informationen müsse Frau Hengstler Felizitas Thunecke fragen.“

Hierzu habe ich folgende Frage: Ist eine öffentliche Veranstaltung, die eine Benefiz-Veranstaltung ist, bei der eine Amtsperson die offizielle Schirmherrschaft übernommen hat, eine „Privatveranstaltung“? So, wie z. B. die Geburtstagsfeier in einer Kneipe? Dann muss der Bürgermeister natürlich keine Rechenschaft ablegen, wenn er über die Ordnungsmäßigkeit der Abrechnung befragt wird.

Nach meiner Recherche muss eine Benefizveranstaltung wie folgt abgerechnet werden:

*Separate Veranstaltungsabrechnung *Aufzeichnungen aller Einnahmen und Ausgaben *Zuordnung aller Einnahmen und Ausgaben in die Tätigkeitsbereiche von gemeinnützigen Körperschaften *Feststellung des Veranstaltungsergebnisses.

Oder ironisch gesagt: Eine „überschlägige Darstellung“ genügt nicht.

Das zum einen. Zum anderen habe ich folgende Hinweise für die Durchführung einer Benefizveranstaltung gefunden:

*Anzeige der Veranstaltung beim zuständigen Finanzamt  *Abgabe der Veranstaltungsabrechnungen mit den gesamten Unterlagen beim zuständigen Finanzamt *Sicherstellung, dass die Einnahmen und Ausgaben der Veranstaltung Bestandteil der Körperschaftsteuererklärung des ausrichtenden Vereins wird *Prüfung der Veranstaltungsunterlagen durch Vereinsrevisoren bzw. Kassenprüfer oder gesonderte bestimmte / gewählte Vereinsvertreter

Wenn die Veranstalterin sich also weigert, der Stadt eine dataillierte Abrechnung vorzulegen, dann ist das möglicherweise ihr gutes Recht. Dann aber ist der Freundeskreis Flüchtlinge, in dessen Namen die Veranstaltung stattgefunden hat und der die Erlöse bekommen hat, nach meiner Auffassung verpflichtet, die Abrechnung zu prüfen. Und wenn die „Flüchtlingshelfer“ das getan haben, dann müssen sie doch die Nachfrage einer Stadtverordneten nicht kritisieren, sondern sie könnten einfach die geprüften Unterlagen auf den Tisch legen, oder…?

Ach ja, und noch etwas: Felizitas Thunecke, die laut Stormarn-Beilage „Hass und Hetze“ erlebt (durch wen und warum, erklärt sie nicht), begründet die Differenz in der Stormarn-Beilage  u. a. mit „Aufwandsentschädigungen und die Bühnentechnik“.

Nun weiß ich, der ich mich lange mit Musikveranstaltungen beschäftigt habe, dass die Künstler gewöhnlich ihre eigene Bühnentechnik mitbringen. Na gut, ich war nicht zugegen und weiß nicht, wie das beim Gutshof-Festival gewesen ist. Aber wenn ich „Aufwandsentschädigungen“ höre, dann klingelt es in meinen Ohren. Denn ich kann doch nicht auf das Veranstaltungsplakat schreiben: „Der Erlös geht an die Flüchtlingshilfe Ahrensburg“ und anschließend dann verkünden: Nicht der volle Erlös geht an die Flüchtlingshilfe, sondern von dem Erlös werden erst mal Aufwandsentschädigungen abgezogen, obwohl alle Künstler doch angeblich ohne Kosten aufgetreten sind und die Übernachtungen gratis bekommen haben. Oder handelt es sich um Aufwandsentschädigungen für andere Personen wie zum Beispiel die Verkäufer von Würstchen und Getränken…?

Aufwandsentschädigungen kenne ich eigentlich nur für ehrenamtlich ausgeübte Nebentätigkeiten. Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung in Ahrensburg zum Beispiel erhalten eine Aufwandsentschädigung, und zwar gleichzeitig teilweise als monatliche Pauschale und als Sitzungsgeld. Die Pauschale beträgt 39 € monatlich.

Ausgangs noch ein Kommentar von Andreas Puk, der bei der betreffenden Ausschuss-Sitzung anwesend war:

Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus: In der gestrigen Sitzung des BKSA im Peter-Rantzau-Haus warteten viele auf die Antworten der schriftlich formulierten Fragen der Stadtverordneten Frau Hengstler zum Gutshoffestival und dem Spendenbetrag von genau 3000 Euro. Wie schon in der Sitzung am 7.1. glänzte der Bürgermeister durch Abwesenheit. Seine Antworten verlas Stadtjustitiar Reich. Dass die Antworten nicht befriedigend waren, soll nur der Vollständigkeit erwähnt werden. Interessant war aber das ‚Nachhaken‘ der Stadtverordneten Frau Unger, die übrigens in der Sitzung am 7.1. ebenfalls durch Abwesenheit glänzte. Frau Unger attaktierte Frau Hengstler dahingehend, dass sie es gewagt habe, diesbezügliche Fragen an den Bürgermeister zu stellen. Ach so, Frau Unger ist ebenso wie der Bürgermeister Mitglied der SPD!“

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 6. Februar 2016

17 Gedanken zu „Abrechnung Benefizveranstaltung: Der Bürgermeister hat „keine prüfbare Gesamtabrechnung“ aber „keinen Zweifel an deren Ordnungsgemäßheit“

  1. Harald Dzubilla Artikelautor

    Martina Meckelein hat kurz vor dem Erscheinen dieses Blog-Eintrages einen Kommentar an eine andere Stelle gesetzt, wo es ebenfalls um dieses Thema geht. Weil der Kommentar aber gut zum voranstehenden Beitrag passt, wiederhole ich ihn:

    Martina Meckelein
    6. Februar 2016 um 14:16

    Moin,
    nur kurz zum heutigen Artikel des HA über die Sitzung des Kulturausschuss:
    Ich frage mich, ob es sich der Stadtjustiziar Thomas Reich nicht etwas zu einfach macht mit seiner Feststellung, dass „der Stadt keine prüfbare Gesamtabrechnung vorliegt, da es sich um eine von Dritten organisierte Privatveranstaltung gehandelt habe. Bürgermeister Sarach sei nur Schirmherr gewesen…“.
    Eine Schirmherrschaft ist ja kein Rechts-Vakuum. Da wäre zum Beispiel – Herr Dzubilla kennt sich da besser aus – vielleicht die Prospekthaftung zu nennen.
    Ganz allgemein: Ein Bürgermeister wirbt mit seinem guten Namen für die Veranstaltung. Er ist verpflichtet, sich vorab über die Seriosität des Veranstalters zu erkundigen. Sollte er das nicht im ausreichenden Maße getan haben und ist einem Dritten ein Schaden entstanden, könnte unter Umständen der Bürgermeister persönlich haften.
    Zum Schmunzeln brachte mich das Zitat im letzten Absatz: „“Warum wird das Festival so hinterfragt, die tolle Veranstaltung wird brüskiert“, sagte…“
    Nichts liegt mir ferner, als eine Parallele herstellen zu wollen, aber ich dachte doch so beim Lesen: Das könnte aktuell auch Kaiser Franz so formulieren.

  2. J. P. Kirchhoff

    Und wie war noch gleich mal der Erlös bei der Benefiz-Veranstaltung für Vince Weber, wo BM Sarach ebenfalls die Schirmherrschaft übernommen hatte? Darüber habe ich nirgendwo etwa gelesen.

    1. Sabine Heinrich

      Warum schweigen alle? Warum kommt von Seiten Vince
      Webers oder von seinen Freunden keine Klarstellung? Warum erfahren wir nichts über die Einnahmen und Ausgaben?
      Also, wenn es um mich ginge, und Freunde hätten etwas für mich auf die Beine gestellt, um mir zu helfen, dann würde ich mich ganz herzlich offiziell für den sicherlich krummen Betrag von soundsoviel € bedanken.
      Warum schweigen alle? Haben sie auch – so wie ich – das Gefühl, dass da etwas nicht stimmt? Und wollen nur Frau Thunecke nicht „in die Pfanne hauen?“
      Die Freunde sollten mal nachhaken!!!
      Es geht hier nicht um Sympathien für irgendwelche Parteien, sondern um Menschen!
      In diesem Fall Vince, im anderern Flüchtlinge.

  3. Narrenhof

    Wirklich un-er-hört,
    diese nervenden Blogger. Und nun fordert auch noch Frau Hengstler – sogar aus den eigenen Politik-Reihen – es solle „mehr Transparenz“ geben – wie kleinlich aber auch. Wo kommen wir denn dahin ?
    Aber nun prangert die Stormarnbeilage unerbittlich an: „Flüchtlingshelfer kritisieren Anfrage zu Gutshof-Festival“. Jetzt wird zurückgeschlagen, jawolll.

    „Unregelmäßigkeiten bei dem Spendenerlös“ ?
    Kann gar nicht sein, denn selbst der glaubwürdige Herr Stadtjustiziar Thomas Reich erklärt doch, dass er schließlich gar „keine prüfbare Gesamtabrechnung vorliegen“ habe.
    Und auch Bürgermeister-gut-gemacht sei ja schließlich „nur Schirmherr“ gewesen. Und er hätte ebenfalls „keine prüfbare Gesamtabrechnung vorliegen“ und deshalb habe auch er „keinen Zweifel an deren Ordnungsgemäßheit“ – egal ob prüfbar oder nicht.

    Und, liebe Kritiker, jetzt kommt es für euch richtig dicke, aufgepasst, denn selbst Carolin Proske (wer war noch gleich Herr Proske? Egal, alle SPD). Also Frau Proske, sogar „Elternbeiratsvorsitzende“ und obendrein von der „Selma-Lagerlöf-Gemeinschaftsschule“, „hatte sich für das Festival engagiert“. Nein, so Frau Proske, „die tolle Veranstaltung wird brüskiert“ – „Das Festival war absolut positiv“.

    Das ist der Beweis !

    Alles war ordnungsgemäß, gut gemacht und niemand hat irgendwie Zweifel.
    Alles ist absolut positiv !

    1. Nls Holgersson

      Hauptsache, die Musik war gut, Kosten spielen keine Rolle? Ne nich, Frau Proske, das meinen Sie doch nicht im Ernst, oder?

  4. Sabine Heinrich

    „Ich glaub‘, es hackt!“, hätten meine Schüler gesagt!
    Speziell an Frau Proske (Elternbeiratsvorsitzende) die Frage: Hätten Sie genau so großzügig über einen beachtlichen Fehlbetrag bei einer Schulveranstaltung hinweggesehen, auch wenn diese Veranstaltung ein voller Erfolg gewesen wäre?
    Frau Hengstler weiß genau wie ich, dass da jedem fehlenden Cent akribisch nachgeforscht wird.
    Hat Frau Hengstler eigentlich keine Unterstützung von anderen erfahren? Wurde sie etwa mit ihrer Anfrage im Regen stehengelassen?
    Als sehr beängstigend, ja bedrohlich empfinde ich es, dass jemand, der unbequeme Fragen stellt, niedergemacht wird.
    In der Schule lernen die Kinder, dass jeder frei seine Meinung äußern darf, ja sogar soll und selbst
    dann auch im Gespräch immer fair behandelt werden muss, wenn sie der jeweils „korrekten“ Meinung zuwiderläuft.
    Leider vergessen das einige, wenn sich die Klassenzimmertür hinter ihnen geschlossen hat oder sie die Schule hinter sich haben.
    Ganz und gar nicht verstehe ich das Verhalten der Flüchtlingshelfer! Denen müsste doch extrem viel daran gelegen sein, dass jeder Euro bei ihnen ankommt!
    Oder ist die „Flüchtlingshilfe Ahrensburg“ auch fest in SPD-Hand? Dass sich auch dem naivsten Menschen dieser Verdacht zwingend aufdrängen muss, ist doch wohl klar! Nicht klar zu sein scheint es den Vereinsmitgliedern, dass sie selbst in ein schlechtes Licht geraten, wenn sie derart forsch mit einem nicht auffindbaren Geldbetrag umgehen, den sie doch eigentlich dringen benötigen! Diese Leute hätten Frau Hengstler unterstützen MÜSSEN!
    Wenn ich demnächst wieder nach Ahrensburg – speziell ins Rathaus – komme, ziehe ich mir vorher meine hochschaftigen Gummistiefel an – Sie wissen schon, warum!

  5. Wolfgang König

    Nun sind viele Bürger unserer Stadt durch die Stormarn-Beilage mit den Begriff „Blogwarte“ „über die Nähe“ zum nationalsozialistischen Vokabular auf die politisch rechte Seite gerückt und verallgemeinert als Psychopathen dargestellt worden. Da könnte ich auch fragen, ob die Flüchtlingshelfer auch verstrickt sind oder haben auch die sich keine Gedanken über die glatte Spendensumme von 3.000 Euro gemacht? Und die SPD hat Tomaten auf den Augen und andere machen den Vogel Strauß.
    Die Ausgabe von Speisen und Getränken gegen gewinnorientierter Bezahlung soll auch ehrenamtlich gewesen sein..
    Frau Hengstler hatte auch gefragt,, inwieweit die Stadt an dieser Veranstaltung beteiligt gewesen sei. Diese Frage hat sie sicherlich nicht hintergrundlos gestellt. Herr Reich hat diese Frage offenbar nicht beantwortet oder die Stormarn-Beilage hat die Antwort nicht gebracht. Damit steht eine weitere Frage im Raum, die Herr Sarach nachweisbar klären sollte.,

  6. Wolfgang König

    Ja, was aber die Mithilfe der Stadt bei der Veranstaltung als Stadt-Spende nicht ausschließt. Frau Hengstler ist schon so lange Stadträtin, dass sie weiß, was sie schreibt. Sie hat sich sicherlich auch Gedanken gemacht und nachgeforscht. Sie wird sich mit dieser Frage nicht ans politische Messer liefern und Herr Koch hat sie sicherlich nicht vorschieben können. Ich bewundere ihren Mut.

    1. Sabine Heinrich

      Ich auch, und ich gehe davon aus, dass Herr Koch, Herr Conring und andere Frau Hengstler ganz massive Rückendeckung bieten und sich aktiv in diese mehr als seltsame Angelegenheit einmischen. Genauer: Ich erwarte, dass sie Stellung beziehen!
      Warum, liebe Konservative, sind Sie nach der Bm- Wahl völlig abgetaucht? Das haben Sie doch gar nicht nötig!
      Sie wissen doch, dass nicht unbedingt die Mehrheit der „Ahrensbürger“ mit der roten Politik zufrieden ist!
      „Jetzt erst recht!“ gegen „Gut gemacht!“
      Auf geht’s!

      1. Thomas Groth

        Ich denke, die Veröffentlichung in der Stormarn Beilage und die nachfolgenden Kommentare auf Szene Ahrensburg haben vor allem eines zur Folge: Es werden sich immer weniger der hier angesprochenen zu Wort melden. Reines Gefühl – durch nichts unterlegt.

        Auch ansonsten bin ich mir nicht sicher, ob sich an der Anzahl der Blog Teilnehmer etwas tun wird. Es gibt zwar zur Zeit erheblich mehr Leser aber die sind offensichtlich eher passiv.

  7. Der Carsten

    Liebe Mitleser,

    grundsätzlich denke ich liegt hier keine Straftat oder Betrug vor. Soweit mir bekannt, ist es im „Geschäft mit Spenden“ üblich, sich von der gesammelten Summe, seine Kosten und ein Honorar abzuziehen. Bzw. werden davon ganze Organisationen finanziert. Da es sich tatsächlich um eine Privatveranstaltung der Frau Thunecke handelt, hat die Stadt mit der Abrechnung nichts am Hut. Dass überhaupt ein Spendenbetrag von Euro 3000,– übergeben wurde, ist ja erst mal löblich. Da Frau Thunecke, wie wir alle, von irgendetwas leben muss, und ich hörte dass die Musiknächte wohl auch nicht mehr so gut laufen, hat Sie sich wohl ein neues Geschäftsfeld erschlossen.

    Nur die Kommunikation ist eine Katastrophe!

    Wenn ich für so eine Veranstaltung schon so viel Werbung mache, und sogar darauf hinweise dass alle Beteiligten ehrenamtlich arbeiten, ich sogar den Bürgermeister vorn Karren spanne, muss ich mir auch die Frage gefallen lassen, wie hoch denn mein eigenes Honorar ausfällt. Ich finde schon dass Frau Thunecke für ihre Mühe ein Honorar zusteht. Wenn es denn aber so hoch ausfällt, und es nicht kommuniziert wird, muss sie sich nicht wundern, wenn Fragen gestellt werden, oder getuschelt wird. Wenn Frau Thunecke sich jetzt selbst ein höheres Honorar gezahlt hat, als gespendet wurde, darf man die Veranstaltung nicht so kommunizieren.

    Dann war es schlicht und einfach eine Benefizveranstaltung für Frau Thunecke, und ein Schlag ins Gesicht für alle Freiwilligen und Musiker die auf Ihre Gage verzichtet haben!

    Wenn diese Frau möchte, dass man Sie ernst nimmt, und von Ihren Veranstaltungen ein seriöses Bild hat, sollte sie sobald sie das Wort Benefiz wählt, aus eigenem Interesse die Abrechnung offenlegen.

    Schönen Sonntag noch

    Der Carsten

  8. Wolfgang König

    Wenn ich eine Benefiz-Veranstaltungen durchführe, bei der unzählige Personen ehrenamtlich mitwirken, zahlzeiche Sachspenden einfließen, Hotels Zimmer kostenfrei zur Verfügung stellen, getrunken und gespeist wird, in der Annahme, die Gewinne fließen ebenfalls in die Spende ein und Musiker kostenfrei auftreten, stecke ich mir doch kein Honorar unbekannter Höhe ein. Eigentlich sind nur die Gema-Kosten glaubhaft.

    1. Der Carsten

      Lieber Herr König,

      das sehe ich doch ganz genau so. Allerdings wäre es lediglich moralisch kritisch, aber nicht illegal. Oder was meinen Sie wie sich die ganzen anderen wohltätigen Organisationen finanzieren? Ich habe auch keine Zweifel dass Frau Thunecke ihre Einnahmen aus den Veranstaltungen ordentlich als Gewinne verbucht, und versteuert.

      Was mir anhand der hier gefallenen Beträge aufgefallen ist, finde ich viel interessanter. Wenn man die Einnahmen aus dieser Veranstaltung zugrunde legt, wird man feststellen, dass eine Veranstaltung wie das Gutshof Fastival bei einer ordentlichen Abrechnung aller Beteiligten, gar nicht finanzierbar wäre. Wenn es keine ehrenamtlichen Helfer, Musiker die auf ihre Gage verzichten, Unternehmen die ihre Räume zur Verfügung stellen etc. gegeben hätte, hätte diese Veranstaltung nie stattgefunden. Weil die Kosten die Einnahmen bei weitem überstiegen hätten. Nun stellt sich die Frage ob das womöglich besser gewesen wäre? Ich finde dass jede „Kultur“ Veranstaltung ein Gewinn für Ahrensburg ist. Schließlich sollen ja 700 Ahrensburger einen „tollen Abend“ verbracht haben, und es sind auch noch Euro 3000,– für einen guten Zweck rausgekommen. Die beteiligten Unternehmen konnten sicherlich Werbung in eigener Sache machen. So etwas zu organisieren ist sicherlich nicht einfach, und auch mit viel Arbeit verbunden. Ich bin immer noch der Meinung dass Frau Thunecke ein Honorar dafür verdient hat.

      Man muss es nur vernünftig kommunizieren!

  9. Der Carsten

    Hallo Herr Dzubilla,

    bitte verstehen Sie mich nicht falsch. Ich möchte auf keinem Fall die besagte Frau Thunecke in Schutz nehmen. Aus meiner Sicht haben alle ein Honorar verdient, die an so einer Veranstaltung beteiligt sind. Die beteiligten Unternehmen könne solch einen Abend aber als Marketing verbuchen, und haben hoffentlich den einen oder anderen Neukunden gewonnen. Die Gastronomen haben sicherlich keinen Verlust gemacht 😉 Wie für Benefiz Veranstaltungen üblich, hoffe ich, dass für die Musiker nach ihren Auftritten ein Hut rumgegangen ist… (Vorsicht Finanzamt!)

    Solch eine Veranstaltung auf die Beine zu stellen, kostet sicherlich einen Monat Arbeit. Und ja… damit hatte die besagte Frau Thunecke den meisten Aufwand… und ja, ich finde dafür steht ihr ein Honorar zu und sie sollte sich auch ihre entstandenen Kosten erstatten!

    Dieses Honorar sollte aber dem Benefiz- Gedanken entsprechend niedrig ausfallen, und muss sauber kommuniziert werden.

    Allerdings denke ich auch, dass wir an dieser Stelle zum letzten Mal über solch Veranstaltungen diskutieren werden. Als rein kommerzielle Veranstaltung nicht finanzierbar… und Frau Thunecke hat sicherlich auf Lebenszeit „die Schnauze voll“ von Benefiz- Veranstaltungen.

    1. Harald Dzubilla Artikelautor

      Hallo Carsten, Ihrem folgenden Satz stimme ich zu: „Dieses Honorar sollte aber dem Benefiz- Gedanken entsprechend niedrig ausfallen, und muss sauber kommuniziert werden.“

      Wäre das passiert, wäre das ganze Thema nicht auf Szene Ahrensburg behandelt worden.

      Schöne Grüße – Harald Dzubilla

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