Ahrensburger Haushalt mehrheitlich verabschiedet

Im Fernsehen läuft zur Zeit die Sendung: „Ich bin ein Star – holt mich hier raus!“ Und im Marstall von Ahrensburg lief gestern Abend die Sendung: „Ich bin ein Stadtverordneter – ich stimme hier ab!“ Und während die Protagonisten im Dschungel-Camp von RTL um die Krone des Dschungels kämpfen und allzeit von einer Kamera beobachtet werden, ging es gestern in der Stadtverordneten-Versammlung lediglich um die Verabschiedung des städtischen Haushalts für die Jahre 2015-2018. Und eine Kamera steht im Marstall nur am Ausgang, wo Martin Hoefling von AhrensburgTV die Show aufzeichnet: „Fünf im Fokus“, was meint: Stadtverordnete aus allen fünf Fraktionen sagen nach dem gemeinsamen Meeting, was sie als Fazit sagen möchten.

Peter Egan (WAB) "feierte" seinen Geburtstag in der Stadtverordneten-Versammlung

Peter Egan (WAB) „feierte“ seinen gestrigen Geburtstag in der Stadtverordneten-Versammlung

Das Wesentliche vorab: Der Haushaltsplan wurde mit großer Mehrheit und gegen die Stimmen der FDP verabschiedet. Und der Antrag der CDU, auf eine Neuverschuldung in 2015 zu verzichten, fand dabei eine breite Zustimmung der Stadtverordneten.

Bemerkenswert: Die SPD hätte gern die Grund- und Gewerbesteuern in Ahrensburg erhöht, was die anderen Fraktionen unisono abgelehnt haben. Und Michael Sarach bekam sein Fett eingeschenkt, nicht zuletzt von Tobias Koch (CDU),  der dem Bürgermeister Unlauterkeit in dessen Äußerungen vorwarf.

Mir gefällt, was Martin Hoefling von AhrensburgTV macht. Weil es mir, dem Blogger, die Mühe erspart, in der Veranstaltung alles mitzuschreiben, was unsere politischen Vertreter von sich geben. Das ist nämlich unheimlich viel. Zwar habe ich vor vielen Jahren mal Stenographie gelernt, aber das hilft mir heute gar nichts mehr. Zum einen habe ich die meisten Kürzel schon lange vergessen, zum anderen sprechen die Damen und Herren am Mikrophon soooviel Unnötiges – besonders dann, wenn sie innerlich erregt sind.

Christian Conring (CDU), Vorsitzender Finanzausschuss

Christian Conring (CDU), Vorsitzender Finanzausschuss

Erregt war gestern übrigens der sonst so besonnene Christian Schubbert-von Hobe (Grüne), der sich mit bebender Stimme über Peter Egan (WAB) mokierte, weil dieser nicht ganz so unbekümmert die Gelder für die Schule am Reesenbüttel investieren wollte und sich nun durch die Schelte des Grünen als „schlechter Mensch“ dargestellt fühlte.

Was die einzelnen Politiker am Ende der Veranstaltung als ihr parteiliches Fazit zusammengefasst haben, das sehen und hören Sie hier. Und wenn Sie das gehört haben, dann haben Sie die Resultate nach zahlreichen Debatten gehört, ohne den Politikern die Freude zu machen, im Marstall zu ercheinen, wo die Stadtverordneten vor gerade mal 20 Bürgern um das Wohl und Wehe der Stadt Ahrensburg gerungen haben.

Auffällig war: Die Fraktion der SPD trommelte nach jedem bürgermeisterlichen Statement zwecks Zustimmung mit den Händen auf den Tischen. Warum, habe ich nicht verstanden, befürchte aber, dass hier die Genossenschaft ins Spiel kommt, nach der kein Rotkehlchen einem Gartenrotschwanz eine Feder ausrupft. Und so bin ich mir auch ziemlich sicher: Wenn die CDU ihren Bürgermeister-Kandidaten vorstellen wird, dann wird die SPD geschlossen hinter ihrem Genossen Sarach stehen. Doch ich verwette mein letztes Hemd: Keine andere Fraktion wird sich hinter den zur Zeit noch amtierenden Bürgermeister stellen. Mehr noch: Während die Grünen ihren eigenen Kandidaten präsentieren werden, der beim letzten Mal schon wollte, dann aber verzichtet hat, werden FDP und WAB sich möglicherweise für den CDU-Kandidaten aussprechen, der zwar schon ausgeguckt wurde, aber noch nicht genannt wird. Und dann wird es eng für Michael S. aus Schwerin. Ich kann mich zwar täuschen, aber ich bleibe bei meiner Vermutung.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 27. Januar 2015

4 Gedanken zu „Ahrensburger Haushalt mehrheitlich verabschiedet

  1. Martin Hoefling

    Guten Abend Herr Dzubilla,
    guten Abend Paul Schmitt,
    ich danke wieder herzlich für Ihre Anerkennung,
    aber auch für die geäußerte, weiterführende Idee.
    Auch dieses Projekt lebt von seiner Weiterentwicklung,
    mal sehen, was machbar ist 🙂
    Mit einem freundlichen Gruß des gebürtigen Ahrensburgers
    Martin Hoefling 🙂

  2. Wolfgang König

    Hallo, Herr Dzubilla,
    der CDU-Kandidat hat schon vergeigt. Er ist zu spät auf der Tanzfläche.
    Was meinen Sie, was das für einen unendlichen Zeit- und Geldaufwand für diesen Kandidaten bedeutet? Soviel Geld hat der Kandidat nicht in der Tasche und die CDU nicht in der Kasse, um diesen Wahlkampf ultimativ zu bestreiten. Herr Sarach hat einen sehr großen Heimvorteil über unsere Presse. Da müssen die Gegenparteien schon geschlossen und mit privaten Aktivisten auftreten. Aufstand der Bürger!
    König
    D

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