Ein runder Geburtstag, der gar keiner ist

Stellen Sie sich bitte mal Folgendes vor: Eine Frau, die nach 25 Ehejahren zur Witwe geworden ist – nennen wir sie Charlotte Pacholski – die hat danach noch einmal geheiratet, und zwar den August Wachtmeister. Und Frau Pacholski wählte bei zweiter Eheschließung den Doppelnamen Wachtmeister-Pacholski. Und als das Ehepaar 25 Jahre verheiratet war, feierte es Goldene Hochzeit. Weil Frau Wachtmeister-Pacholski ihre beiden Ehen einfach addiert hat.

IMG_3430Eine ähnliche Feier wird es demnächst auch bei der Stormarn-Beilage geben. Die führt nämlich einen Doppelnamen, weil sie im Impressum – ganz klein – immer noch den Namen “Ahrensburger Zeitung” führt, damit niemand anderes auf die Idee kommen kann, diesen Namen für sich zu verwenden. Die Ahrensburger Zeitung ist allerdings schon vor ein paar Jahren verstorben. Doch die tüchtige Redaktion addiert die Lebensjahre der verblichenen “Ahrensburger Zeitung” zu der kurzen Lebenszeit der Stormarn-Beilage und feiert nun den 65. Geburtstag, mithin den Eintritt ins Rentenalter.

Heute steht ein riesengroßer Bericht über die Geburtstagsfeier in der Stormarn-Beilage, obwohl die Party noch gar nicht stattgefunden hat. Also ein Vor-Bericht. Und in diesem Vorbericht finden wir einen Absatz, der bemerkenswert ist und wie folgt lautet:

“Ansonsten freuen wir uns, wenn mal die Rollen getauscht werden und die Besucher uns interviewen und kritisieren. “Wir sind gespannt auf Anregungen und Verbesserungsvorschläge und wollen von Kritik lernen”, sagt Hinnerk Blombach. Der Leiter der Stormarn-Redaktion würde sich auch über ein Geschenk freuen, von dem alle etwas haben: ‘Themenideen sind willkommen.'”

Das ist lustig. Und bezeichnend. Denn seit langer, langer Zeit schon kritisiere ich auf Szene Ahrensburg die Stormarn-Beilage und liefere hier eine Fülle von Anregungen, Verbesserungsvorschläge und Themenideen – und was macht Redaktionsleiter Blombach? Er macht nix. Und verliert permanent an Auflage.

Also, Herr Kollege: Einfach mal “Stormarn-Beilage” in die Suchmaske bei Szene Ahrensburg eingeben und all das nacharbeiten, was ich vorgearbeitet habe! Zur Erinnerung schon mal ein paar Themen vorab, und zwar querbeet:

Wie ist eigentlich der aktuelle Stand beim badlantic in Sachen “Eigentümer”? Bleiben uns Bürgern die hohen Zuschüsse bald erspart?

Wo entstehen die Parkplätze in der Innenstadt für die Autos der zukünftigen Bewohner vom Erlenhof?

Wie will Ahrensburg das dringende Parkplatzproblem in der Innenstadt überhaupt kurzfristig lösen?

Warum werden die Parkgebühren nicht gegen Parkscheiben ersetzt in der Zeit der Weihnachtseinkäufe?

Warum dürfen auf dem Stormarnplatz nur Zirkuswagen aber keine Personenwagen parken – nicht mal an Markttagen und/oder der Weihnachtseinkaufszeit?

Warum stehen rund 80 Plätze in der Tiefgarage unter dem Rathausplatz seit Jahren (!) leer, obwohl die Stadt hier großzügig eine Einfahrt mitten auf der Straße verschenkt hat?

Wo sind die Parkplätze, wenn der “Lindenhof” bebaut wird?

Wo sind die Parkplätze für die Zeit, wenn der Alte Lokschuppen saniert wird?

Was wurde eigentlich aus dem Beschluss der Stadtverordneten, den “Blaumann” vom Rondeel zu entfernen?

Was ist nun mit dem Rathausplatz – wann werden die Ideen der Bürger endlich umgesetzt?

Warum wird der Wochenmarkt nicht in private Hände gegeben, sondern weiterhin von der Verwaltung  verschludert “verbeamtet”?

Warum tut die Stadt so gut wie nichts dafür, dass mehr junge Familien nach Ahrensburg ziehen können, sprich zu erschwinglichen Mieten?

Warum müssen Sportplätze ausgerechnet in der Innenstadt sein und nicht dort, wo sie hingehören und wo ausreichend Parkplätze für Besucher entstehen können, nämlich dort, wo auch Tennis-, Hockeyclub und Schützenverein sind?

Warum gibt es auch in diesem Jahr keinen “Romantischen Weihnachtsmarkt” am Schloss?

Was hat der derzeitige Bürgermeister in seiner Amtszeit wirklich bewegt außer seinen Mund?

Darf sich der Landrat und die Kulturreferentin des Kreises samt Website für eine Werbe- und Verkaufsveranstaltung des Rowohlt-Verlages zur Verfügung stellen, in die vermutlich auch Stiftungsgelder (Sparkasse) fließen?

Was tut die Stadt Ahrensburg eigentlich gegen die Kinderarmut vor der eigenen Haustür?

Warum werden die Versammlungen der Stadtverordneten von den Bürgern so gut wie gar nicht aufgesucht?

Wie kann der Stadtkämmerer Horst Kienel in seiner Eigenschaft als Geschäftsführer der Stadtwerke das Geld der Stadt aus dem Fenster werfen – Stichwort: Wiener Kontor – ohne dass jemand das unterbindet?

Warum kann der Personalrat Bernd Jensen die Bürger der Stadt öffentlich auf Facebook als “Hämorrhoiden” bezeichnen, ohne dass das Konsequenzen hat?

Was soll der “Newsletter” der Wirtschaftsförderung Ahrensburg mit dem Bildnis von Christiane Link eigentlich bezwecken? Beschäftigungsmaßnahme?

Sollen auf der Schlosswiese nur deshalb Skulpturen aufgestellt werden, damit dort kein Platz mehr ist für die blauen Fähnchen?

Warum werden die Werbemöglichkeiten auf den City-Light-Säulen einfach so “verschenkt” und von wem?

Das sind nur einige von Themen, die mir spontan einfallen. (Hermann-Jochen Lange hat auf Szene Ahrensburg weitere spannende Kommentare geschrieben, die zur Anregung der Redaktion dienen können!)

So, nun bin ich aber neugierig, ob der Herr Blombach sein Anliegen tatsächlich ernsthaft meint oder nur wieder mal Phrasen gedroschen hat…!

 

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 25. Oktober 2014

3 Gedanken zu „Ein runder Geburtstag, der gar keiner ist

  1. Sabine Heinrich

    Ist Herr Sarach krank? Ich kann ihn zwischen Gitarre, Piano und Saxofon nirgendwo entdecken. Da stimmt doch etwas nicht!
    Mit besorgten Grüßen
    S.H.

  2. Der Spatz vom Rathausdach

    Und wenn ich auch noch ein Thema beitragen darf: Sind “Gelder aus Landesmitteln”, die von der Stadt Ahrensburg gern genommen werden, weil einige Politiker suggerieren, dass dieses quasi “Geschenke” aus Kiel sind, etwa keine Steuergelder der Bürger, die auf der Schuldenseite verbucht werden?

  3. Uwe John

    Hallo Herr Dzubilla, sehr fleißig – Respekt. Aber ich denke, das sind in erster Linie Themen für unsere Politiker – die fleißigen und allwissenden. Und wenn sie das alles abgearbeitet haben – dann sind wir bei der übernächsten Wahl. Grüße Uwe John

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