Tag der offenen Tür beim Bestattungsinstitut am Rondeel

Und es war doch ein Aprilscherz, nämlich die Anzeige vom Bestattungsinstitut Wulf, das angezeigt hatte, am 1. April neu in der Manhagener Alle Nr. 7 zu eröffnen. Richtig ist: Wulf hat dort erst an diesem Wochenende neu eröffnet.

Gestern sah ich, dass in der Manhagener Allee Nr. 7 der Tag der offenen Särge Tür gewesen ist. Mit bunten Luftballons. Am Eingang von einem Bestattungsinstitut. Das ist doch lustig. Das stimmt fröhlich, da spürt man förmlich die Partystimmung! Und gewiss werden viele Besucher durch die offene Tür in das Institut gegangen sein, um zu sehen, was sie dort in Zukunft erwartet.IMG_9424

Zum Glück hat die Firma Wulf den Laden im Hause (vormals Samt & Sonders) nicht mit übernommen. So werden denn dort, zwischen Hansebäcker und Casa Rossa, wohl keine offenen Särge und Urnen im Schaufenster stehen wie beim Wettbewerber in der Großen Straße.

Über dem Firmenschild des Bestatters las ich übrigens das Schild einer Firma Retail Asset Consulting, wo auch von „Einzelhandelsexpansion“ geschrieben steht. Einzelhandelsexpansion! Was sagt uns das, meine lieben Mitbürger? Mir sagt es, dass dieser Einzelhandel in Sachen Sex nicht weiß, wie man Pension richtig schreibt! (Sorry, aber soviel Scherz muss sein am Eingang zum Bestattungsinstitut, finden Sie nicht auch!?  😉 )

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 27. April 2014

7 Gedanken zu „Tag der offenen Tür beim Bestattungsinstitut am Rondeel

  1. Observator

    Wenn am Samstag die ersten Kunden gekommen waren, um ihre Trauerangelegenheiten zu besprechen, dann konnten die sich von der Fröhlichkeit anstecken lassen. Aber heutzutage sind ja auch Beerdigungen nicht mehr so traurig wie vordem; die Särge sind bunt, und die Trauergemeinde gibt sich sehr viel lockerer als früher. Okay, ich hätte die Luftballons trotzdem in schwarz-weiß gehalten und nicht in bunt, aber auch das ist Geschmacksache.

  2. wolfgang könig

    Hallo, Herr Dzubilla,
    war gestern der 1. April oder liege ich wieder neben Ihren Vorstellungen? Einzelhandelsexpansion (korrekter: Einzelhandels- Expansion) mit Sex-Pensionen des Einzelhandels gleichzusetzen ist ein Homonym. Dieser grammatische Begriff scheint eine Kombination aus Homosexualität und Nymphomanie zu sein. Auf welchen Synapsen bewegen Sie sich? Erwarten Sie nicht zu viel von Ihrem nächsten Urlaub bzw. von Ihrer Rente.
    Ich kann es nicht bezeugen, was Bestatter Wulf getan hat. ich war weiter am anderen Ende der Großen Straße.
    Aber bunte Luftballons und eventuell noch bunte Bonbons für Kinder sowie möglicherweise Versteckspiel in Särgen? Probeliegen in HighTec- Särgen und Urnen? Särge der dritten Art mit Klimaanlage, Internetanbindung, Bar und Partystimmung? Solche Schaustücke würden beachteten Platz zwischen Stadtbäcker und Caso Rossa finden. Warum hat Wulf nicht bis zum nächsten Wochenende gewartet? Da hätte er noch den verkaufsoffenen Sonntag mitnehmen können mit einer openend Ü 60-Party: Senf an die Decke und Spaghetti hinterher. Wir sehen uns bei den Oldtimern in Wulf`s Austellung.
    Einen demonstrativen 1. Mai mit 1. April-Stimmung
    wünscht mit feierlichen Frühlingsgrüßen
    Wolfgang König
    P.S.: Heute ist Angrillen angesagt. Gestern Abend gab es bei Penny fast nur noch Hack und ganze Hühner zum Grillen.

  3. He!nz G. Gérard

    Sehr geehrter Herr Dzubilla, liebe Kommentatoren,
    also, ich kann weder die Aktion, noch die Kommentare als geschmackvoll bezeichnen. Der Tod, das Sterben, die Trauer und der Umgang damit haben sich verändert und sind aus der Tabu-Ecke herausgetreten – Gott sei Dank. Aber dieses Thema muss nicht unbedingt in schwarz/weiss gezeichnet werden.
    Ich war am Wochenende in Sasel, also um die Ecke, auf der Messe „Besser-Leben-50plus“. Ein Aussteller war ein Bestattungsunternehmen. Dazu gehörte auch die Vorbereitung auf das Abschiednehmen. Die Familie Föhring (Vater, Mutter, zwei Töchter) konnte mich mit Witz, Charme, Selbstverständlichkeit und vor allen Dingen Wertschätzung ohne Probleme in ein Gespräch binden. Ich habe danach nicht nach Moder gerochen und mein Puls hat sich nicht erhöht. Es war ein Gespräch über etwas ganz Selbstverständliches: Das Sterben.

    http://www.foehring-bestattungen.de mit einem eindrucksvollen Video

    1. Harald Dzubilla

      Es kommt, wie so häufig im Leben, auf das persönliche Gefühl an: Ist meine Mutter gerade gestorben, dann sehe ich die Luftballons an der Eingangstür weniger fröhlich. Ist dagegen meine 99jährige Erbtante… 😉

    2. Karl Valentin jr.

      Hallo Heinz Gérard! Dazu muss ich Ihnen auch mal ein persönliches Erlebnis mitteilen. Also, es war so: Ich ging neulich mit einem Strauß bunter Luftballons zu einer Beisetzung auf dem Ahrensburger Zentralfriedhof. Begleitet wurde ich von meinem Freund Klausi. Der trug ein buntes Clownskostüm. Und während er Mundharmonika gespielt hat, habe ich dazu gesungen: „Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei…!“

      Glauben Sie mir, Heinz: Das kam gar nicht gut an. Und darum nehme ich nie wieder den Klausi mit zu einer Beisetzung, denn der spielt so schrecklich falsch Mundharmonika, dass es den Trauergästen Tränen in die Augen getrieben hat.

      Ja, so ist das Leben, das meistens mit dem Tode endet. Die Toten wissen das, die Lebenden ahnen es bereits.

      1. He!nz G. Gérard

        Na, endlich mal Butter bei den Fisch, äh Humor zum Thema.
        Die Geschichte mit dem Clown gefällt mir sehr gut. Warum nicht so??
        Als Rheinländer (ich gestehe, als Kölner) möchte ich bei meiner Beisetzung: keine schwarze Kleidung, einen Kranz Kölsch für die Gäste und fröhliche Erinnerungen an meine Person.
        Übrigens: der wahre Karl Valentin meinte einmal:
        Man soll die Dinge nicht so tragisch nehmen, wie sie sind.

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