Fabelhaft, was Tabel schafft: Dänemark in Ahrensburg

Es ist ja Karneval, die närrische Zeit. Und die Narren haben auch Ahrensburg erreicht, die Hochburg des Stormarner Faschings. Heute hat sich Martina Tabel, die Kulturchefin der Stormarn-Beilage, die Narrenkappe auf den Kopf gesetzt und ist in die Bütt gestiegen. Ihren närrischen Vortrag finden wir im Einstieg des Aufmachers, wo die Frage gestellt wird: Wie viel Dänemark steckt in Stormarn?“ Hierzu sehen wir im Bilde die Inhaberin eines Wurstladens vor dem Ahrensburger Schloss stehen. Warum? Ganz einfach: Weil der Laden doch „Die Königliche Wurst“ heißt, also benannt wurde nach dem König von Dänemark – tätäää! – tätäää! – tätäää!

Hier geht's im die Wurst: Heißer Hund in Ahrensburg!

Hier geht’s um die dänische Wurst: Heißer Hund in Ahrensburg!

Und dann legt Martina Tabel los: „Die Pölser-Bude auf dem Ahrensburger Rathausplatz ist längst verschwunden. Aber was sagt das schon. Erstens wird das von vielen bedauert. Zweitens findet sich auf jedem Stormarner Stadtfest ein dänischer Hotdog-Stand.“

Dazu meine Erläuterung: Zum einen habe ich gar nicht bemerkt, dass eine „Pölser-Bude“ auf dem Rathausplatz gestanden hat, zum anderen: Auch in München, Quakenbrück und Castrop-Rauxel gibt es Hotdogs nach dänischer Art auf Stadtfesten, ohne dass diese Städte damit ihre Spuren nach Dänemark dokumentieren.

Weiter im Text der Büttenrede von Martina Tabel: Und überhaupt. Es gibt reichlich mehr Indizien: Dänisches Salz-Lakritz liegt griffbereit neben jeder Kasse.“

Mann oh Mann, sind diese „Indizien“ nicht aufschlussreich für die Verbundenheit von Ahrensburg mit Dänemark? Dänisches Salz-Lakritz „neben jeder Kasse“ – also auch bei Kretschmann und Timmermann! Und kennen Sie etwa eine andere Stadt in Deutschland, wo es dänisches Salz-Lakritz gibt…? 

Und Martina Tabel bekennt mit Blick in ihren Kühlschrank: „Wir lieben stinkigen dänischen Käse…“

… genauso wie wir auch dänischen Käse lieben, der nicht stinkt. Und auch holländischen und französischen Käse lieben wir. Aber deshalb suchen wir in unserer Stadt keine holländischen oder französischen Spuren, denn davon gibt es in Ahrensburg noch viel mehr!

„…und das Dänisch-Blau an Fensterrahmen.“

Zugegeben: Das Dänisch-Blau am Fensterrahmen, auch als Griechisch-Blau bekannt, ist in der Tat eine sichtbare Spur in Ahrensburg, die direkt nach Dänemark führt!

„Klamottenläden mit DAN-Art haben wir im Kreis ebenfalls zu bieten.“

Genau! Und dänische Klamotten sind ein deutliches Zeichen für dänische Spuren in Stormarn, denn dänische Klamotten gibt es schließlich nur, wo es auch dänische  Spuren gibt!

„Wir futtern Kopenhagener.“

Korrekt! Und nirgendwo sonst im Lande werden Kopenhagener gefuttert, sodass die dänischen Spuren von Kopenhagen nur in Ahrensburger Bäckereien führen!

„Und offensichtlich schlafen die Stormarner auch gern nach Art der Nachbarn, wie die flächendeckend verbreiteten Bettenlager vermuten lassen.

Dass es rund 1000 Dänische Bettenlager in Deutschland gibt, die auch in Österreich und der Schweiz zu finden sind, beweist besonders eindrucksvoll, wie dänisch wir Stormarner schlafen.

Und Martina Tabel fragt: „Angesichts so viel Nähe drängt sich die Frage auf: Wie viel Dänemark steckt eigentlich in Stormarn?“

Und genau das ist die dränglichste aller Fragen, liebe Martina Tabel, denn Sie haben noch was vergessen: In jedem besseren Supermarkt in Ahrensburg finden wir nicht nur dänisches Bier wie Carlsberg, Tuborg und Faxe, sondern auch Malteserkreuz-Aqavit, denn „man gönnt sich ja sonst nichts“ in Ahrensburg. Und dann sage ich noch: Aalborg-Jubiläumsakvavit! Und: Gammeldansk! Und: Smørrebrød! Und last but not least: Dänische Butter!

Fazit: Soviel Narretei in einem einzigen Absatz – so etwas gibt es eben nur in unserer geliebten Stormarn-Beilage – Tusch!

Postskriptum: Lesen Sie dazu auch meinen Beitrag hier auf Szene Ahrensburg, und dazu ganz speziell die Leserkommentare, damit Sie erkennen, wo Martina Tabel für ihre tolle Büttenrede geschöpft hat! 😉

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 26. Februar 2014

6 Gedanken zu „Fabelhaft, was Tabel schafft: Dänemark in Ahrensburg

  1. Thomas J. aus A.

    Der erwähnte Artikel in der Stormarn-Beilage ist inhaltlich für meinen Geschmack auch in der Wirkung artverwandt mit dem Karneval. Für beide gilt : Soll irgendwie lustig sein, ist aber eigentlich nur albern und zum fremdschämen. Und läßt sich nur mit einem gewissen Alkoholpegel ertragen, weswegen (mutmaßlich) beim Karneval auch immer ordentlich gesoffen wird. Helau.

  2. Observator

    Ich erinnere mich, dass es früher auch mal Pornohefte aus Dänemark gegeben hat. Oder wurden die nicht an der Kasse in allen Ahrensburger Läden angeboten, Frau Tabel? 😉

  3. Behnemann

    Ich hingegen kann über den Beitrag von Martina Tabel gar nicht lachen. Hat sie doch unseren Dänenweg einfach unterschlagen, obwohl gerade dieser Weg eine direkte Spur auf der Suche nach Dänemark ist. 🙁

  4. F. Buchholtz

    Lustig – auf der Speisekarte von dem Wurstladen steht der von der Inhaberin geliebte Hot Dog gar nicht. Dann hat er ja wohl noch weniger mit Dänemark zu tun! Naja, so hat sie ein wenig kostenlose Werbung………..

  5. Wolfgang König

    Randbemerungen:
    Südlich des Hagens war der Dänenteich (ein Toteisloch aus der letzten Eiszeit wie das Schwarze Moor) schon vor 1900 so benannt. Um den Teich herum breitete sich das Sumpfgebiet Dänenheide aus. Der neben dem Teich anfang der 30er Jahre entstandene Gutshof wurde nach dem Teich „Hof Dänenteich“ benannt. Der Gutsherr schüttete für Landgewinnung Mitte der 30er Jahren den Dänenteich zu. Heute ist diese Auffüllung wertvolles Naturschutzgebiet.
    Seit der Gründung der Siedlung Am Hagen (Franz-Seldte-Siedlung oder auch Stahlhelmsiedlung genannt) hieß die Hauptstraße durch die Siedlung „Franz-Seldte-Straße“. Nach dem Krieg wurde die Straße in „Dänenweg“ umbenannt. Die Straße hat also äußerst wenig mit den Dänen zu tun.
    Den Dänen haben wir aber eine Unmenge historischer Landkarten mit Hamburg und Stormarn zu verdanken. In einer Karte ist der Kremerberg als „Arnsberg“ eingetragen. Das gibt historisch zu denken.
    Wie wichtigste Karte aus unserer Dänenzeit ist die Varendorf-Karte des dänischen Majors Gustav Adolf von Varendorf, der von 1789 bis 1796 die „Topographisch Militärische Charte des Herzogtums Holstein“ als eine der ersten Generalstabskarten erstellt hat. In dieser Karte ist, wie in anderen Dänenkarten dieser Zeit, sowohl der Ort „Arensburg“ als auch der Ort „Woldenhorn“ in gleichgroßen Schriftzügen aufgeführt.
    Und zu den Pornos gibt es zu sagen, dass diese sicherlich nicht an allen Kassen Ahrensburg angeboten wurden. Ich weiß zwar nicht, aus welcher Zeit der Observator stammt, aber aus der Zeit um die Mitter der 50 Jahre kenne ich nur einen Laden, in dem die meist männliche Kundschaft Nackedei-Bilder Erwachsener blätterte. Und das war der Tabak-, Zeitschriften- und Getränke-Laden Lapitzki (?) rechts neben der alten Post. Selbst Beumer hatte so etwas nicht. Der hat nur eine tote schwarze Katze an Adenauer adressiert.
    Wolfgang König

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