Mein Wort zum Sonntag: Warum ich ganz bestimmte Bilder in der Presse einfach nicht mehr sehen mag

Bestimmt haben Sie auch schon mal Geld für einen guten Zweck gespendet, für Hilfe vor Ort, für Afrika oder dorthin, wo Naturkatastrophen die Menschen um ihr Hab und Gut Spendengebracht haben wie gerade auf den Philippinen. Und angenommen, Sie haben einen Spendenbetrag an eine Hilfsorganisation übergeben: Sind Sie dann auch zuvor zu Ihrer Bank gegangen, haben sich dort einen überdimensionalen Scheck fertigen lassen, sind dann mit dem Scheck zum Ahrensburger MARKT gegangen und zusammen mit dem MARKT-Mitarbeiter zur betreffenden Hilfsorganisation gefahren, haben dort den Scheck überreicht, was der MARKT-Fotograf im Bilde festgehalten hat, damit das Ganze dann im MARKT erscheint als „redaktioneller“ Beitrag und davon künden soll, dass Sie ein Helfer der Menschheit sind…?

Haben Sie vermutlich nicht getan das mit der Bank und dem MARKT. Aber es gibt Menschen, die tun das tatsächlich. Sie nehmen dabei in aller Regel nicht mal ihr eigenes Geld, sondern das  von Kunden und anderen Spendern gesammelte Geld nehmen sie und geben es  dann in ihrem eigenen Namen an gemeinnützige Organisationen.

Ich finde jede Art von Spenden gut. Aber wenn Spenden zu Public Relations („Tue Gutes und rede darüber!“) werden, so dass dann Presseberichte erscheinen, die kostenlose Werbung für den gutherzigen Spender sind, dann brauche ich beim Lesen eine Talcid, weil sich bei mir die Magensäure bewegt. Und die Kreditinstitute, die gar nichts tun außer riesige Schecks zu produzieren, die freuen sich wie die kleinen Schweinchen, wenn ihre Schecks dann mit dem Namen der Bank im Anzeigenblatt abgebildet werden und dem Leser suggerieren, dass auch die Bank bei dieser Spendenaktion beteiligt ist. Schleichwerbung sozialer Nassauer.

Solche Berichte samt Fotos möchte ich nicht mehr in der Presse sehen. Denn merke: Aus wahrer Herzensgüte spendet derjenige, der sein eigenes Geld selbstlos gibt, sprich: selber im Verborgenen bleibt. Wer mit mit seinen Spenden in der Öffentlichkeit prahlt, der macht nichts als Werbung, bei der das Wörtchen “Anzeige” nicht weggelassen wird.

Postskriptum: Und dann übergibt eine Firma einen Spendenbetrag öffentlich an den Lions-Club und lässt sich diesbezüglich belobigen – und vielleicht sogar noch eine Spendenquittung ausstellen. Und später gibt der Lions-Club dasselbe Geld (!) öffentlich an eine gemeinnützige Einrichtung und lässt sich für die Weiterreichung des Betrages auch noch öffentlich belobigen…?

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 17. November 2013

3 Gedanken zu „Mein Wort zum Sonntag: Warum ich ganz bestimmte Bilder in der Presse einfach nicht mehr sehen mag

    1. Harald Dzubilla Artikelautor

      Ja, lieber Herr Lucke, habe ich: Rollrasen! Dümmer geht’s nümmer! Wie dieser Rasen gemäht werden soll und wie diese “Beete” dann nach einiger Zeit aussehen werden, lässt sich denken. Mein Tipp: Austauschen gegen Kunstrasen und Kunstpflanzen. Das erspart Kunstdünger! 😉

  1. Wolfgang König

    Hallo, Herr Dzubilla,
    die beiden Kommentare passen zwar nicht zu ihrem Blog, aber am Freitag habe auch ich gedacht: “Wer sofort reagiert, bekennt sich schuldig”. Nächstes Jahr feiern wir ja über 700 Jahre Arnevelde. Da wird sicherlich noch Blühendes gepflanzt werden.
    Öffentlich plakativ spenden kann man, um andere potentielle Spender zu animieren. Aber Gelder Dritter öffentlich unter seinem Namen zu spenden ……. da sollte man schon auf die Quelle hinweisen. Das sind Menschen, die sich Teil-Spenden vom Munde abgespart haben. Und bei jeder Spende sollte man sich bemühen, über das Finanzamt den Staat zu beteiligen.
    Mit freundlichen Grüßen
    Wolfgang König

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