Bei einer Straftat, bei der ein Täter noch nicht ermittelt ist, kann die Presse nicht schreiben: „War es ein Migrant?“ und dazu einen Menschen abbilden, der sich mit der Frage in Verbindung bringen ließe. Und wie ist das bei Tieren? Abendblatt-Schreiberin Rotkäppchen Marit Godbersen berichtet heute aus Ammersbek: „Sieben Schafe bei Hamburg gerissen“ und stellt dazu die Frage: „– war es ein Wolf?“ Und ein Wolf ist denn auch abgebildet als potentieller Täter, wie wir den ja auch in Erinnerung haben vom Wolf und den sieben Geißlein.
Und darum muss ich heute mal den Advocatus Diaboli spielen und habe dazu den Wolf selber sprechen lassen – siehe die Abbildung zur Linken! Und wenn es sich herausstellt, dass es tatsächlich ein böser Wolf gewesen ist – woher weiß man in der Redaktion, ob es auch der abgebildete gewesen ist?! (Im weiteren Verlauf des Textes wird das Foto dann auch korrigiert und als „Symbolbild“ bezeichnet.)
Aber Scherz beiseite! Die voranstehende Tierfabel lässt mich irgendwie an den laufenden Prozess um Christina Block denken, die auch von den Medien als beschuldigte Kindesentführerin abgebildet wird, obwohl sie als Mutter nur ihre eigenen Kinder wiedersehen wollte, die der grausame Vater der leiblichen Mutter bis heute entzogen hat. Warum steht ihr Ex-Mann nicht schon längst wegen Kindesentziehung vor Gericht?!
