Wie ich bereits berichtet habe, ist der Stormarn-Teil im Hamburger Abendblatt eine Mogelpackung. Weil der Leser zum selben Preis weniger Inhalt bekommt. Der Trick des Verlages: Man füllt die zwei Seiten nicht komplett mit redaktionellen Beiträgen, sondern man platziert darauf eine Eigenanzeige, aus der wir Leser erfahren: „Hamburg ist zum Verlieben“. Und diese Botschaft wird dann täglich wiederholt, weil wir Leser ja begriffssstutzig sind und täglich auf den Gruß des Murmeltieres warten. Wenn Sie einen Blick auf die Abbildungen von Seiten werfen, die von Montag bis heute in der Zeitung erschienen sind, dann wissen Sie, wovon ich schreibe:
Warum macht der Verlag das? Ganz einfach: Sparmaßnahmen. Man spart Reporter. Genauer: Für die Stormarn-Ausgabe hat man inzwischen die komplette Redaktionsmannschaft gespart, die früher einmal in der Großen Straße in Ahrensburg ansässig gewesen ist.
Klar, das Verlagsgeschäft läuft nicht mehr so wie früher n der Goldgräberzeit, die ich als aktiver Teilnehmer noch miterlebt habe. Aber das, was der Verlag mit dem Stormarn-Teil macht, zeigt, dass man seine Leser nicht ernst nimmt. Was hindert die Redaktion daran, die halbe Seite wenigstens mit einem Kreuzworträtsel zu füllen, bei dem Begriffe aus Stormarn gefunden werden müssen ? Oder mit einem Roman in täglicher Fortsetzung, wie es früher in den Zeitungen üblich gewesen ist. Und dieser Roman könnte Lokalkolorit beinhalten.
Und noch ’ne Idee: Auf der halben Seite gibt es Rezepte fürs Mittagessen der Leser. Dann müssen die nicht mehr kochen vor Wut. 🤨
Postskriptum: Eine listige Maßnahme wäre, wenn die Redaktion die Textgröße und die Bilder auf den zwei Stormarn-Seiten einfach um 25% vergrößern würde. Aber diesen Vorschlag ziehe ich sofort wieder zurück, da er womöglich sehr naheliegend wäre für den Verlag, der ja schon vor einiger Zeit das Format vom Abendblatt deutlich verkleinert hatte!
