Presseschau: Todesfall, Durchfall und ein Likör gegen Sorgen

Das Hamburger Abendblatt füllt an diesem eiskalten Wochenende eine seiner beiden Stormarnseiten mit drei heißen Damen, die mich an einen orientalischen Harem denken lassen – siehe die Abbildung!  Ist aber falsch gedacht. Sondern es sind dieses drei Kandidatinnen, die für den Titel „Mrs. Deutschland“ angetreten waren. Warum „Mrs. Deutschland“ und nicht „Frau Deutschland“? Weiß der Teufel Veranstalter. Und warum diese Veranstaltung einen großen Raum im Stormarnteil des Blattes einnimmt? Klar: Weil eine Kandidatin aus der Stadt der Karpfen stammt, nämlich aus Reinfeld. Und weil diese Mrs. so wenig Empathie zeigt, dass sie sogar öffentlich bekanntgibt, dass sie trotz eines Todesfalls (!) in der Familie nicht in schwarzer Trauerkleidung daheim geblieben war, sondern um den Titel angetreten ist und sich der geilen Juroren auch in Bademode präsentiert hat.

Die Strafe folgte auf dem Fuße: Die Reinfelderin – immerhin „Mrs. Schleswig-Holstein“ – kam weder ins Finale noch wurde sie überhaupt platziert, womit sich der Beitrag eigentlich in wenigen Zeilen hätte erledigen können. Der Leser erfährt aber das Highlight vom Event, nämlich:

„Das Highlight für die Stormarnerin?Die Übergabe meiner Schärpe an Tag eins. Das war für mich das Schönste an dem Event.“ (Wozu Sie noch einmal einen Blick auf das Foto der Beschärpten werfen wollen!)

Und dieses Aussage der dekorierten Dame sagt eigentlich alles. Hinzu kommt, dass der Name des Abendblatt-Autors (= Moritz Werner) in der Zeitung verschwiegen aber in der Fußnote ersetzt wird durch den „Franzbrötchenlikör FRANZI“, der für 14,90 € vom Hamburger Abendblatt feilgeboten wird. Und den der Stormarn-Leser dringend nötig hat, denn nüchtern ist das alles kaum noch zu ertragen.

Oder wie es Altmeister Wilhelm Busch so treffend über „Mrs. Deutschland“ „Die fromme Helene“ formuliert hat und also lautend: „Es ist ein Brauch von alters her: Wer Sorgen hat, hat auch Likör!“

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 11. Januar 2026

Ein Gedanke zu „Presseschau: Todesfall, Durchfall und ein Likör gegen Sorgen

  1. Anna Konda

    Stormarner Tageblatt weiß: Wegen Krankheit ist sie, die älteste Teilnehmerin, wohl nicht unter die ersten 10 gekommen, obwohl sie sich selbst liebt.

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