An das Stormarner Tageblatt zum „Tag des Lokaljournalismus 2026“: Bauskandal in Ahrensburg!

„Neues aus der Chefredaktion“, und zwar der vom Stormarner Tageblatt, hat Chefredakteur Gerrit Mathiesen per Newsletter geschrieben. Er teilt mir zum „Tag des Lokaljournalismus 2026“ mit, dass er gemeinsam mit mir Orte entdecken möchte, die Geschichten schreiben. Und ich soll ihm eine E-Mail schicken und ihm mitteilen, worauf ich gern einmal die Aufmerksamkeit der Redaktion lenken möchte – siehe die Abbildung links! Und genau das möchte ich nicht nur tun, sondern ich tue es auch, und zwar wie folgt:

Herr Mathiesen, da Sie, wie der Name Ihrer Zeitung ja schon verrät, den Kreis Stormarn im Fokus ihrer Berichterstattung haben, lenke ich Ihre Aufmerksamkeit auf die Stadt Ahrensburg, welche man auch als das Schilda des Nordens bezeichnet. Vielleicht kennen Sie unser schönes Ahrensburg garnicht, obwohl es die größte Stadt im Kreis Stormarn ist und sogar ein eigenes Schloss hat, wo das Schlossgespenst Schubiduu…uh wohnt. Und hier, in der Schlossstadt, hat sich ein riesiger Bauskandal abgespielt, eine Geschichte, die das Stormarner Tageblatt seinen Lesern bis heute verschwiegen hat.

Für Sie ein Rückblick in Kurzfassung: Die Stadt Ahrensburg wollte ihr Grundstück Alte Reitbahn ohne Not verkaufen und es damit den Bürgern wegnehmen, die es bis dato als wichtigen Parkplatz in der Innenstadt genutzt hatten. Hierzu hat man – ohne öffentliche Ausschreibung! – den Bremer Investor Melchers Group als Käufer ausgeguckt, der das Areal zum Schnäppchenpreis von lese und staune 2.632.850 Euro quasi geschenkt bekommen hat, wobei sogar die Erschließungskosten weggefallen sind.

Parallel dazu hatte der Ahrensburger Kaufmann Matthias Timm (Kaufhaus Nessler) der Stadt ein schriftliches Angebot vorgelegt, das Grundstück Alte Reitbahn für 4 Millionen Euro zu kaufen. Das aber wurde von der Verwaltung abgelehnt mit dem Hinweis, dass der ausgeguckte Käufer Melchers für Ahrensburg ein Kino am Bahnhof bauen wolle, was den Minderpreis von rund 1,6 Millionen Euro rechtfertige. Außerdem sollten mit der Bebauung der Alten Reitbahn auch 13 Wohnungen im sozial geförderten Wohnungsbau entstehen, was von der Ahrensburger Politik ausdrücklich gefordert worden war, bevor man dem Verkauf an den Bremer Investor zugestimmt hatte.

Und was geschah dann? Dann verkaufte Melchers das für 2.632.850 Euro erworbene Grundstück weiter an die Firma des Investors Jost Paarmann, und zwar für 8,5 Millionen Euro. Und dieser Herr gründete die Grundstücksgesellschaft Reitbahn Ahrensburg GmbH & Co. KG“ und dachte überhaupt nicht daran, ein Kino am Bahnhof zu bauen. Und die „Sozialwohnungen“, die seit Juni 2025 leer vor sich hin stehen, will Paarmann aktuell höchstpreisig vermieten, was alles andere als sozial ist.

Und die Beteiligten im Ahrensburger Rathaus und und in der Politik die tun nun so, als würden sie aus allen Wolken fallen; und sie zeigen sich empört genauso wie der Bürgermeister. Obwohl von vornherein klar gewesen ist, dass der vom Investor präsentierte Kinopalast nie gebaut werden wird. Und dass die Sozialwohnungen überhaupt nicht sozial vermietet werden sollen, konnte man bereits im November 2025 ahnen, weil ich darüber auf Szene Ahrensburg informiert hatte.

Für Ihre Berichterstattung im Stormarner Tageblatt, Herr Mathiesen, verweise ich auf meinen Blog vom 30. November 2025 hin und auch auf meine aktuellen Blogs vom 5. März 2026 und vom 6. März 2026. Selbstverständlich dürfen Sie in Ihrer Berichterstattung daraus zitieren, was Ihre Kollegen aus der Stormarn-Redaktion vom Hamburger Abendblatt immer gern vermeiden.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 7. März 2026

2 Gedanken zu „An das Stormarner Tageblatt zum „Tag des Lokaljournalismus 2026“: Bauskandal in Ahrensburg!

  1. Horst Hausmann

    Fazit: Der Bau Alte Reitbahn ist ein einzigartiger Flop. Die sog. freien Wohnungen sind größtenteils immer noch „frei“. Und die Sozialwohnungen (Gebäude 6) werden allesamt als „Verkauft“ deklariert. Dort tut sich allerdings auch nichts.
    Frage warum.
    Der Verlust für die Stadt Ahrensburg wegen des „Unter Wert Verkaufs“ des Grundstücks an Melchers wird
    soeben – ganz frisch und mit den üblichen dünnen Begründungen – durch drastische Erhöhungen der Grundsteuer kompensiert = ein Freifahrtschein für finanziellen Pfusch.
    (Beschluss der Stadtverordneten vom 26.01.2026…Anpassung der Hebesätze, Bescheid darüber am 07.03.2026)
    Die Bürger – Immo-Eigentümer wie Mieter – baden somit alles aus.

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