Stormarner Tageblatt: Ein weichgespültes Interview mit Ahrensburgs Bürgermeister Eckart Boege

Wenn Sie ein Beispiel für Gefälligkeitsjournalismus lesen wollen, meine lieben Mitbürger, dann schauen Sie mal in das Stormarner Tageblatt! Dort finden Sie ein Interview von Patrick Niemeier mit dem zur Zeit noch amtierenden Ahrensburger Bürgermeister Eckart Boege. Und wenn Sie glauben, dass der Reporter dem Boegemeister kritische Fragen gestellt hat, dann glauben Sie auch, dass Ahrensburg einen Kinopalast am Bahnhof bekommt.

Aus dem Interview, das nur der erste Teil sein soll, habe ich als Corpus Delicti mal eine Fragestellung des Reporters mit den Antworten des Ahrensburger Verwaltungsleiters herausgestellt – siehe Abbildung links! Dazu meine Anmerkungen:

Auf die Frage, wie das Projekt Alte Reitbahn dem Bürgermeister gefällt, erklärt dieser, dass er sich freut über die „effektive Ausnutzung der Fläche“, was nach meiner Erkenntnis vielen Bürgern ein Dorn im Auge ist. Und er freut sich über einen modernen Supermarkt. Warum? Weil der Stadtverordnete Perer Egan (WAB) genau das gefordert hatte? Und der Bürgermeister freut sich über die Kundenparkplätze von EDEKA und über „immerhin 13 zusätzliche Sozialwohnungen“. Und last but not least: Beim „Kino-Projekt“ ist die Stadt „in intensivem Austausch mit dem Investor“.

Wenn ich der Reporter gewesen wäre, dann hätte ich bezüglich der schwammigen Aussagen von Boege nachgefragt: Was verstehen Sie unter „effektiver Ausnutzung der Fläche“ – die Bebauung bis an den Rand des Bürgersteigs vielleicht? Und: Wie läuft er denn, der moderne Supermarkt auf der Reitbahn? Und warum ist der alte Supermarkt in der Bahnhofstraße immer noch in Betrieb und nicht längst abgerissen? Und warum, glauben Sie, Herr Boege, negieren die Bürger die EDEKA-Tiefgarage auf der Reitbahn?

Und nachdem das Projekt Alte Reitbahn bereits im Juni 2025 fertiggestellt worden ist: Wie erklären Sie sich, Herr Bürgermeister, dass die 13 zusätzlichen Sozialwohnungen nach einem halben Jahr immer noch leerstehen und das Gebäude komplett abgesperrt ist? Gibt es in Ahrensburg womöglich gar keinen Bedarf für öffentlich geförderte Wohnungen oder wie oder was…?

Und was bedeutet der „intensive Austausch“ in Sachen Kino? Dass dieses Kino auf Forderung der Stadt noch gebaut werden muss…?

Soweit zum einen Teil des Interviews. Zum anderen Teil das Thema „Neubau Schulzentrum Am Heimgarten“, das als „Campus Heimgarten“ bezeichnet wird: Der Bürgermeister redet hier alles schön; und der Reporter fragt nicht, wie die Stadt Ahrensburg die 115 Millionen Euro überhaupt wuppen will und warum der Bürgermeister den Neubau trotz der sehr deutlichen Warnung im Gutachten einer renommierten Firma nicht gestoppt hat, um eine Alternative zu prüfen. Aber vielleicht bekommen wir die kritischen Fragen des Reporters und Antworten vom Rathaus-Scheffe ja im zweiten Teil des Interviews nachgeliefert. 😉

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 6. Januar 2026

3 Gedanken zu „Stormarner Tageblatt: Ein weichgespültes Interview mit Ahrensburgs Bürgermeister Eckart Boege

  1. Martens

    Wenn man das ST liest, dann fragt man sich, ob Herr Niemeier schon mal in Ahrensburg gewesen ist und hier mit Bürgern gesprochen hat.

    Antworten
  2. Pacholski

    Bei diesem Interview hätte es keines Reporters bedürft. Dazu hätte sich BM Boege auch vor einen blinden Spiegel setzen können, um sich selber zu befragen. Aber wo gibt es im Kreis Stormarn eigentlich noch kritische Journalisten? Nicht mal neugierige gibt es. 😉

    Antworten
  3. Kirchberger

    Ich hätte den Bürgermeister gefragt, ob Ahrensburg sein Grundstück Alte Reitbahn nun zurückverlangt, nachdem der Käufer seinen Verpflichtungen nicht nachgekommen ist und ein Kino gebaut hat. Das war doch vertraglich so vereinbart, wenn ich mich nicht irre.

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Optionally add an image (JPEG only)