Abendblatt Stormarn: Redaktionelles Valium soll in Ahrensburg für Harmonie mit Lärmschutzwänden sorgen

Das Abendblatt veröffentlicht heute online einen Beitrag von Harald Klix mit der Überschrift: „S4: Durchsichtige Lärmschutzband im Praxistest – wie gut ist sie?“ Und natürlich ist sie gut, die durchsichtige Lärmschutzwand, weiß der Reporter vom Hörensagen und erklärt dem Leser: „Die transparenten Schallschutzwände, die sich harmonisch (!) in ihre Umgebung einfügen, wurden umfassend geprüft – von der Handhabung auf der Baustelle bis zur Funktionsfähigkeit unter Alltagsbedingungen. ‚Diese Tests sind die Grundlage für die geplante Regelzulassung‘, so Projektleiter Homfeldt. Die Erlaubnis wird für dieses Jahr erwartet.“

Zwischen den Absätzen bemerkt: Mal ist von „Lärmschutzwänden“ die Rede, mal von „Schallschutzwänden“, obwohl es sich hier wie dort um die gleichen Wände handelt. Der Unterschied zwischen Schall und Lärm: Schall ist ein physikalisches Phänomen (Schwingungen, die sich als Wellen ausbreiten), das objektiv messbar ist, während Lärm ein Schall ist, der als störend, unangenehm oder gesundheitsschädlich empfunden wird, weil er das Wohlbefinden beeinträchtigt.

Kurzum: Der ganze Beitrag im Stormarnteil vom Abendblatt ist ein lupenreiner PR-Bericht für die Bahn. Der Abendblatt-Leser erfährt dort so gut wie nichts, was er nicht schon zuvor gelesen hatte. Und dafür zahlt er den Preis für die Zeitung, deren Stormarn-Teil immer dünner wird. Immerhin wird auch heute wiederholt, was mit dem Bau der S4 auf Ahrensburg zukommt – siehe die Abbildung rechts!

Allerdings: Welche Folgen das für die Stadt Ahrensburg, ihre Einwohner und die City und das dortige Gewerbe hat, all das verschweigt die HA-Redaktion wohlweislich, da es nicht so passend ist im PR-Beitrag für die Bahn, wo auch nur von der S4 die Rede ist und nicht von den  Donnerzügen, die in einige Jahren bei Tag und Nacht und in kurzen Abständen durch unsere heute noch friedliche Stadt rasen werden.

Und wenn wir Ahrensburger dann später am eigenen Leibe erleben müssen, was in unserer Stadt passiert, dann ist es längst zu spät. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass der heute noch amtierende Bürgermeister sich dann längst aus dem Staub gemacht hat, sodass den Bürgern nur noch die Erinnerungsfotos bleiben, auf denen sich Eckart Boege immer wieder gern und fröhlich als Werbefigur für die Bahn in Szene gesetzt hat, der alte Schlawiner.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 7. Januar 2026

Ein Gedanke zu „Abendblatt Stormarn: Redaktionelles Valium soll in Ahrensburg für Harmonie mit Lärmschutzwänden sorgen

  1. Peter Körner

    Was soll der Blödsinn mit einer stündlichen S-Bahn nach Bad Oldesloe. Wenn ich heute mit dem Bus aus unserem Dorf via RB in die Kreisstadt will, muss ich geschlagene 35 Minuten auf den Zug warten; da fahre ich bei schlechtem Wetter doch lieber mit dem Auto in die Ladestraße (und nicht Ladenstraße wie mir ein Fahrstuhl immer weißzumachen versucht) und spare damit rund eine Stunde Lebenszeit. Da wird auch eine S 4 nichts dran ändern, wenn sie zu Lasten der Regionalbahn kommt. Ein Hoch auf die Verkehrswende.

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