Warum droht ein Minus im Haushalt der Stadt?

Im 3. Buch Abendblatt ist heute davon die Rede, dass Ahrensburg in seinem Haushalt mal wieder in die Miesen rutschen könnte wird. Und die Redaktion errechnet einen „Verlust in Höhe von knapp 1,2 Millionen Euro“. Na toll.

(Zeichnung: Wilhelm Busch, Verse: HDZ)

Die Begründung für das Manko in der Stadtkasse: Die gestiegene Einwohnerzahl. Womit meine Frage endlich beantwortet wird, was Ahrensburg davon hat, dass die Einwohnerzahl in den letzten Jahren so rasant gestiegen ist: Deshalb musste die Stadt an das Land höhere Beiträge abliefern genauso wie an den Kreis. Und deshalb möchte der Bürgermeister, dass die Bevölkerung von Ahrensburg weiterhin über alle Maßen wächst, um sich in Kiel und Bad Oldesloe einen weißen Fuß zu machen?

Ich gebe eine weitere Begründung für das Minus im Haushalt: Wenn eine Stadt es sich leistet, eine Abteilung „Strategische Stadtentwicklung“ zu finanzieren, die das Stadtmarketing machen soll, und diese Abteilung nach rund drei Jahren nicht mehr  gemacht hat als einen lauwarmen Pups, dann lässt sich schnell ausrechnen, warum Ahrensburg in die Miesen rutschen wird: durch seine „Strategische Stadtentwicklung“ nämlich.

Aber diese Tatsache interessiert offensichtlich niemanden in unserer Schlafstadt – weder den Bürgermeister noch die Stadtverordneten. Nicht einmal die Bürger der Stadt interessiert es, dass ihr sauer verdientes Steuergeld aus dem Fenster des Rathauses geworfen wird. Die Löcher in der Kasse werden von allen genauso umgangen wie die Löcher auf unseren Straßen umfahren werden.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 5. Oktober 2017

12 Gedanken zu „Warum droht ein Minus im Haushalt der Stadt?

  1. Observator

    Hallo Herr Dzubilla!

    Warum kritisieren Sie eigentlich immer unseren Bürgermeister? Man muss doch auch mal seine positiven Leistungen bewerten. Oder haben Sie nicht gesehen, wie toll er auch in diesem Jahre wieder mit Hilfe des Bürgervorstehers das Fass auf dem Ahrensburger Oktoberfest vorbildlich angestochen hat! Das, mein guter Herr Dzubilla, ist volkstümliches Stadtmarketing aus dem Rathaus. Die Erlöse der Betreiber des Oktoberfestes werden wohl nicht in Ahrensburg versteuert, aber immerhin.

    Mit Grüßen vom Observator

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  2. Martens

    Aber wieso wussten die Stadtverordneten nichts von den erhöhten Kosten durch die Umlagen? Vielleicht kann uns ja ein Mitglied aus dem Finanzausschuss etwas dazu sagen?

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  3. Koslowsky

    Kein Wunder, dass das Land die Stadt Ahrensburg antreibt, neue Wohngebiete zu erschließen. Was der Bürgermeister untertänigst mit seinem Amtseid leisten will. Hoffentlich sind die Stadtverordneten jetzt endlich aufgewacht und bremsen den Ahrensburger Gröbaz* in seinem Wachstumswahn.

    * größter Bürgermeister aller Zeiten

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  4. Rohde

    Wenn Sie mich fragen… Die Stadtverordneten kümmert es relativ wenig, was im Rathaus geplant und gemacht wird. Sie gucken nur auf Anträge, die vom BM kommen, und sagen ja oder nein, ohne in jedem Fall zu überblicken und zu hinterfragen, um was es letzten Endes geht. Dass der Erlenhof ein Desaster für Ahrensburg werden würde, hat schon der damalige Bürgermeisterkandidat Jörn Schade vorausgesagt. Die Bürger wollten aber nicht auf ihn hören. Nun haben wir den Salat des ungebremsten Wachstums. Und die Gewinne haben auswärtige Investoren kassiert.

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    1. Harald Dzubilla Artikelautor

      So können wir nur hoffen, dass das Projekt Alte Reitbahn für lange Zeit auf Eis gelegt wird, nachdem das Projekt Lindenhof nicht mehr aufzuhalten gewesen ist. Das eine ist genauso unnötig wie das andere.

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  5. Frieda B.

    Mit den Folgekosten, die durch die Erlenhofbebauung entstanden sind , wird die Stadt noch Jahre, wenn nicht Jahrzehnte zu kämpfen haben. Wenn man es Investoren erlaubt, doppelt so viele Wohneinheiten zu bauen wie ursprünglich geplant, braucht man sich nicht zu wundern, wenn auf einmal Hunderte von Kita- Plätzen fehlen . Und das wird jetzt richtig teuer für Stadt!

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  6. Petra

    Missmanagement und Geschenke an Investoren! So sah die Ahrensburger Baupolitik der letzten Jahre aus. Und die Folgen sind Löcher im Haushalt, während andere Gemeinden im Plus sind.

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  7. Steuerzahler

    Wäre der Herr Sarach ein Fußballtrainer und Ahrensburg seine Mannschaft . . . der Mann wäre schon längst ausgewechselt worden. Als Beamter dagegen kann er seinen Job für die nächsten drei Jahre lächelnd aussitzen und seiner Pension entgegensehen. Schade eigentlich, dass er kein Fußballtrainer ist. 😉

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  8. Frank B.

    Auch der Verkauf des Lindenhofgeländes war ein Witz. Der Preis für das städtische Grundstück war so niedrig, dass der erste Investor das Grundstück sofort an einen weiteren Investor weiterverkaufte, obwohl er noch keinen Cent an die Stadt Ahrensburg bezahlt hatte. Der zu niedrige Preis geht zu Lasten der Bürger und der Finanzen der Stadt Ahrensburg

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    1. Investor

      Warum meckern Sie, Herr B.? Ich kann mich darüber nicht beschweren und würde mich freuen, wenn die Stadt unserem Unternehmen die alte Reitbahn überlassen würde. Ich habe schon einen Interessenten, an den ich das Bauland weiter veräußern könnte. Bei jeder Baugrube auf ehemals städtischem Gelände sprechen wir Investoren von einer Goldgrube. So auch auf dem Beimoorgelände, das die Stadt für’n Appel und ’n Ei an die WAS verscherbelt hat. Und auf das Waldgut Hagen freuen wir Investoren uns schon heute genauso wie auf das dem Schloss gegenüber brachliegende Gelände. 🙂 🙂 🙂 🙂 Schade, dass im Alten Speicher neben dem Parkhotel städtischer Sozialwohnungsbau entstehen soll. Wir Investoren würden dort gern einen exklusiven Nachtclub mit Show-Bar bauen. Aber vielleicht klappt das ja noch, wommasehn, ob wir die Mehrheit der Stadtverordneten auf unsere Seite kriegen, es sind schließlich auch nur Menschen.

      Bei dieser Gelegenheit: Was ist eigentlich mit dem brachliegenden Tunneltal?

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  9. Britta S.

    Der Lindenhofinvestor hat das Grundstück für ca. 2,5 Millionen bekommen, wenn man einmal die Ersatzzahlungen für die nicht hergestellten Parkplätze abzieht. In der Stormarnbeilage war zu lesen, dass dieser Investor dort für 30 Millionen investiert. Das heißt also, dass der Investor für die Grundstückskosten nicht einmal 10% der Investitionssumme aufbringen musste. Angesichts der Höhe der dort getätigten Investitionen war dieser Grundstückspreis für den Investor eine Summe, die man aus der Portokasse bezahlen kann. Die Finanzen der Stadt können überhaupt nicht stimmen, wenn die Stadt an Investoren derartige Geschenke macht.

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    1. Harald Dzubilla Artikelautor

      Und würde die Stadt ihrer Verpflichtung nachkommen und das Geld, das sie für wegfallende Parkplätze bekommen hat, in neue Parkplätze investieren, dann würde der Schuldenberg noch höher ausfallen. Gut, dass unser Bürgermeister ein ausgewiesener Finanzfachmann ist; er wird das schon wieder in Ordnung bringen, bevor das Jahr zu Ende ist. 🙁

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