Herr Bürgermeister, lassen Sie die Homepage der Stadt bereinigen!

Wer auf die Homepage der Stadt Ahrensburg geht, um sich dort zu informieren über Branchen, Freizeit und Leben, der findet auf der Startseite unter „Stadtpläne“ einen Stadtplan von Ahrensburg. Dieser Stadtplan verspricht, dass der Bürger dort „Branchen Freizeit Leben“ findet. Und deshalb habe ich danach gesucht.

Viel versprochen, nix dahinter

Es beginnt mit A wie „Architektur-/Ing.-Büros“. Will der Bürger wissen, wie es damit in Ahrensburg ausschaut, dann klickt er drauf und findet: Architektin Annett Bendfeldt. Und das war es dann auch schon an Architektur-/Ing.-Büros in Ahrensburg.

Nächste Rubrik: „Bauen & Wohnen“. Und was finden wir hier? Wir finden Architektin Annett Bendfeldt und Service-Wohnen im Haus Rurmalin, Stadtresidenz Ahrensburg, Tobias-Haus Alten und Pflegeheim. Und wir erkennen: Ahrensburg ist in Sachen Bauen und Wohnen ein architektonisches Alten- und Pflegeheim.

Dann kommt die Rubrik „Beauty & Wellness“. Dazu gibt es zwei Läden in Ahrensburg, nämlich Fußpflege Birgit Losch und GYM4US Premium.

Einblick ins Büro der Architektin Annett Bendfeldt

Unter „Dienstleistungen“ finden wir u. a. nicht nur die Architektin Annett Bendfeldt, sondern auch das Beerdigungsinstitut Falke als einziges Tiefbauunternehmen in der gesamten Stadt.

Und dann ein Highlight! Wer wissen will, was in Ahrensburg unter „Freizeit, Sport, Kultur“ los ist, der bekommt drei Hinweise, als dieses sind: GYM4US Premium, JR-Reisemobilservice und rad-werk zingelmann GmbH. Ja, liebe Mitbürger, die Kultur in Ahrensburg passt auch in den kleinsten Kulturbeutel!

Starker Tobak: Das komplette Gastronomie-Angebot in Ahrensburg

Nächster Punkt: „Gastronomie“. Der Suchende erfährt, dass es in Ahrensburg offenbar nur drei Gaststätten gibt, und zwar neben Restaurant le Marron und Söbentein – Restaurant Am Schloss auch die bekannte Gourmet-Gaststätte Asche. Und das war’s dann auch.

Unter „Gesundheitswesen“ ist zwar kein Arzt zu finden, aber immerhin die Stadtresidenz Ahrensburg und WFE gem. GmbH – Krippe „Die Königskinder“.

Der gesamte „Handel“ in Ahrensburg besteht aus 10 Anbietern und reicht von Andrea’s Blumenstübchen bis yourGreen GbR.

Auch unter „Handwerk“ stoßen wir wieder auf Andrea’s Blumenstübchen und 10 weitere Anbieter.

Immerhin: Unter „Hotels/Unterkünfte“ findet man vier Hotels, sodass der Gast in Ahrensburg nicht unter der Brücke am Schloss schlafen muss.

gesamte Industrie von Ahrensburg

Und wie sieht es mit der „Industrie“ in der Schlossstadt aus? Donni, donni aber auch, wir finden sowohl edding International GmbH und SEPAR CHEMIE und das ist dann auch schon alles.

Zum Schluss kommt man zu „Recht & Finanzen“. Und schon an erster Stelle entdecken wir das, was wir schon eingangs bei „Architektur-/Ing.-Büros“ gefunden haben, nämlich Architektin Annett Bendfeldt.

Sie können sich noch weiter durch den Unfug klicken. Dann finden Sie unter „Veranstaltungen“ nicht nur das Kulturzentrum Marstall und das Schloss Ahrensburg, sondern auch: SEPAR CHEMIE und Stadtverwaltung Ahrensburg.

Veranstaltungen der Stadtverwaltung Ahrensburg

Szene-Ahrensburg-Leser wissen, wie dieser Unfug zustande kommt, nämlich durch den Bürgermeister, der höchstselbst für eine auswärtige Werbefirma geworben hat – siehe hier! Und diese Werbefirma sahnt ab, und die Stadt Ahrensburg stellt sich dafür ihre Homepage als Werbeträger kostenlos (!) zur Verfügung. Und der Bürger bekommt dafür eines nicht, nämlich das, was er erwartet: Einen umfassenden, neutralen Überblick über „Branchen Freizeit Leben“ in Ahrensburg auf der offiziellen Homepage der Stadt.

Also, Herr Bürgermeister, worauf warten Sie noch – lassen Sie den Quatsch endlich löschen! Oder haben Sie ein persönliches Faible für die Werbefirma aus 84072 Au in der Hallertau, für die Sie sich so vehement ins Zeug gelegt haben? Gab’s dafür vielleicht eine Einladung zum Dinner im Restaurant Asche…? 😉

Postskriptum: Dass Sie die Stadt mit der Veröffentlichung gegen das Gesetz verstößt, weil die bezahlte Werbung nicht als Werbung gekennzeichnet ist, sei nur der Vollständigkeit halber erwähnt!  Stadtjustitiar Thomas Reich sollte das eigentlich wissen.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 12. Januar 2018

8 Gedanken zu „Herr Bürgermeister, lassen Sie die Homepage der Stadt bereinigen!

  1. Martens

    Was soll der Bürger damit anfangen? Das ist wie ein Branchenadressbuch, in dem 99% der Adressen nicht erscheinen. Da gibt es nur einen Weg: Entweder die Stadt macht es selber und komplett, oder man lässt es ganz bleiben.

    Antworten
  2. Orthmeyer

    Und der brave Bürger ahnt nicht, dass ihm dort nur Firmen untergejubelt werden, die dafür bezahlt haben. Wer nicht zahlen will, ist eben nicht dabei. Herr Sarach, ist das Ihr Ernst?

    Antworten
  3. Andreas Glaser

    Zur Stadtverordnetenversammlung einfach mal eine Anfrage an den Bürgermeister stellen, was das ganze soll. In einer Demokratie bekommt man auch eine anständige Antwort.

    Antworten
    1. Harald Dzubilla Artikelautor

      Das hat der Bürgermeister schon mal vor Jahren gemacht. Ich habe ihn daraufhin bei einem Besuch im Rathaus direkt angesprochen und sinngemäß zur Antwort bekommen: Das machen andere Städte und Gemeinden doch auch so.

      Antworten
    2. Der Spatz vom Rathausdach

      Seit wann bekommt man in einer Einwohnerfragestunde vom Bürgermeister eine „anständige Antwort“? Das muss neu sein. 😉

      Antworten
  4. Herr Ypsilon

    Das wirft einen Schatten auf die gesamte Website der Stadt. Aber wir wissen ja, dass der Herr Bürgermeister für guten Rat wenig aufgeschlossen ist. Und den Stadtverordneten scheint es wohl egal zu sein, dass der Verwaltungschef nach Gutsherrenart arbeitet.

    Antworten
    1. Hildebrandt

      Tja, mit dem Führungsstil den der Bürgermeister (angeblich) hier vorträgt, kann man vor Untergebenen in einem (Schweriner) Innenministerium auftreten, aber als Bürgermeister in einem demokratischen Rechtsstaat ist man dann möglicherweise eine Fehlbesetzung. Was soll nach Herrn Sarach kommen ? Ein korrupter Nachfolger der in seine Tasche wirtschaftet ? Will alles bedacht sein. Ich verstehe die Jammerei hier im Blog nicht ganz: Es gibt doch ein Informationsfreiheitsgesetz in Schlewswig-Holstein, demzufolge unser Bürgermeister bzw. die Verwaltung auskunftpflichtig ist. Wird dem IF-Gesetz durch Herrn Sarach nicht Genüge getan, so kann dagegen vor dem Landesverwaltungsgericht geklagt werden. Die Gerichtskosten betragen hier lediglich 350,- € . Und können, sofern Mittellosigkeit bei den Betroffenen vorliegt, per Prozesskostenhilfe erstattet werden. Könnte nicht mal jemand eine Website programmieren, wo genau nur diese Dinge mit dem Bürgermeister und seiner Verwaltung und insbesondere der Fall Regine diskutiert werden ? So jedenfalls drehen wir uns im Kreis.

      Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.