Eine Kunst, die darin besteht, Kunstwerke zu kaufen, obwohl man gar kein Geld hat sondern über Schulden verfügt

Im 3. Buch Abendblatt habe ich heute eine Mitteilung gelesen, die mir Anlass gibt, darüber zu schreiben. Ich las nämlich: „Stadt kauft zwei Werke von ihrem Künster Klaus Peter Dencker“. Und diese Bilder kosten 5000 Euro. Was mich fragen lässt: Warum kauft die Stadt zwei Werke von ihrem Künstler Klaus Peter Dencker für 5000 Euro?

A. Paul Weber: Das große Ereignis

Nein, ich will um Himmels Willen nichts gegen den Künstler sagen! Aber die Stadt hat kein Geld, wie wir gerade erfahren haben. Und wenn wir Bürger in unserer Haushaltskasse kein Geld haben, kaufen wir uns dann auch Kunstwerke für 5000 Euro, um sie an die Wand zu hängen?

Die Werke von Dencker sollen im Rathaus der Öffentlichkeit präsentiert werden. Auch dagegen ist nichts einzuwenden, wenngleich man die Bilder dort wohl auch hätte leihweise aufhängen können, und zwar mehr als nur zwei.

Worüber ich nachdenke: Die Stadt Ahrensburg hat in vergangenen Jahren zahlreiche Kunstwerke von Künstlern der Gegenwart angekauft. Eine umfangreiche Bildersammlung, die irgendwo im Rathauskleller lagert Rathaus hängt, aber nicht der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird.

Irgendwo muss es auch eine amtliche Aufstellung geben über die angekauften Bilder. Es wäre schön, wenn sich im Rathaus mal jemand dieser Kunstsammlung annimmt, nicht zuletzt auch um zu überprüfen, ob diese Bilder überhaupt noch alle vorhanden sind. Ich gebe die Anregung hiermit gleichzeitig an den Bildungs-, Kultur- und Sportausschuss weiter, denn es handelt sich hier um Vermögen der Stadt, das im Verborgenen ruht. Vielleicht könnte man die Werke auch verkaufen, um von dem Erlös ein paar Löcher im Haushalt zu stopfen. Oder um die Bilder von Kaus Peter Dencker zu finanzieren.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 9. Oktober 2017

8 Gedanken zu „Eine Kunst, die darin besteht, Kunstwerke zu kaufen, obwohl man gar kein Geld hat sondern über Schulden verfügt

  1. Observator

    Die Bilder im Rathaus sind ein hübscher Kontrast zu den Löchern in den Straßen unserer Stadt und lenken wunderbar davon ab! Weiter so, Herr Bürgermeister!

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  2. Koslowsky

    Und was wäre, wenn die Bilder gar nicht mehr da wären oder auch nur einige davon verschwunden sind? Dann muss man den Fall doch der Kripo übergeben, oder?

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  3. Peter D.

    Warum schreibt man nicht, wie es wirklich ist:
    Der Bürger finanziert mit Steuergeldern den Kauf von zwei Bildern.
    Wurde der Bürger gefragt? Natürlich nicht. So wird Steuergeld aus dem Fenster geschmissen und fehlt woanders. Der BM könnte die Bilder ja von seinem privaten Geld bezahlen, wenn er es für notwendig erachtet.

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    1. Harald Dzubilla Artikelautor

      Hallo Herr Peter D. – wirklich ist es so: Wir Bürger, also das Volk, haben unsere Vertreter gewählt, also die Politiker. Und die sitzen in den Ausschüssen und entscheiden stellvertretend für uns Bürger, also für Sie genauso wie für mich. Das ist Demokratie. Die Frage, ob die getroffene Entscheidung gut war, können Sie bei der Kommunalwahl im nächsten Jahr beantworten. Mit freundlicher Empfehlung – Harald Dzubilla

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  4. Frank B.

    Heute war in der Stormarnbeilage zu lesen, dass die Gemeinde Oststeinbek 19 Millionen Euro Rücklagen hat. Zitat: „Oststeinbek ist eine reiche Gemeinde, hat zurzeit 19 Millionen Euro auf dem Konto“. (Stormarnbeilage, 9.Oktober, S21). Wie wäre es, wenn man den Oststeinbeker Bürgermeister nach Ahrensburg schicken würde und den Ahrensburger Bürgermeister nach Oststeinbek? Dann hätte womöglich die Stadt Ahrensburg in ein paar Jahren ein Plus von 19 Millionen , und Oststeinbek würde ins Minus rutschen.
    Angesichts der seit Jahren andauernden Finanzmisere , die über die Stadt Ahrensburg hereingebrochen ist, seitdem M.Sarach Bürgermeister ist, würde die Gemeinde Oststeinbek einem derartgien Tausch wohl kaum zustimmen.

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  5. Fritz aus Ahrensburg

    Auf der gleichen Seite in der Stormarnbeilage steht, was auf die Bürger zukommt: „Bürger drohen höhere Steuern“. Und wenn die Kassen so leer sind wie in Ahrensburg, dann ist irgendwann mit einer Erhöhung der Grundsteuer zu rechnen. Das wird dann alle Bürger treffen, egal , ob sie Eigentümer oder Mieter sind.

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  6. Britta S.

    Jede Woche erfahren wir über eine Kolumne im Markt, wie die Parteien sich und ihre Erfolge für Ahrensburg in höchsten Tönen loben. Keiner der Parteienvertreter hat je eine Erklärung dafür gehabt, warum es anderen Gemeinden finanziell gut geht, während Ahrensburg immer wieder neue Schulden aufnehmen muss.

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  7. auch ein Ahrensburger

    Warum überhaupt Bilder kaufen? Künstler aus Ahrensburg, dabei am besten auch welche die sich (noch) keinen grossen Namen gemacht haben, würden sich freuen, ab und zu im Ahrensburger Rathaus ausstellen zu dürfen. Und das Ganze dann im Rotationsprinzip. Das Ahrensburger Rathaus würde so kostengünstig ein „Kultur-Aushänger“ werden können – evtl. auch über Gemeindegrenzen hinaus.

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