Ahrensburg an der Grenze des Wachstums

Kann mir jemand ein wenig Nachhilfe in Sachen Kommunales & Politik geben? Ich verstehe nämlich nicht, was das mit dem „Flächennutzungsplan“ für Ahrensburg auf sich hat, und wie „das von Ahrensburgs Bauverwaltung beauftragte Planungsbüro“ (3. Buch Abendblatt) einen Bedarf von1497 Wohnungen bis 2030 rechtsverbindlich festlegen kann. Und wenn es geltendes Landesrecht gibt, dass „Ahrensburg als Mittelzentrum ausreichend Wohnraum bereitstellen müsse“, dann möchte ich gern wissen: Ist in den vergangenen Jahren nicht ausreichend – sprich: mehr als genug – Wohnraum in unserer Stadt entstanden…?

Ahrensburg ist in den letzten Jahren so rasant gewachsen, dass sowohl die technische als auch die soziale Infrastruktur kaum noch nachkommen können. Aber das Land habe bereits angemahnt, dass zu wenige weitere Wohnbauflächen vorgesehen seien, erfahren wir heute aus dem 3. Buch Abendblatt.

Wie das…? Wenn wir in den vergangenen Jahren schon mehr Wohnraum geschaffen haben als es nötig gewesen wäre, dann sollte es damit doch erst mal für die kommenden zehn Jahre mehr als genug sein.

Warum also müssen wir dann weitere Flächen zur Bebauung bereitstellen nach theoretischer Berechnung eines Planungsbüros? Und was ist, wenn alles zugebaut wurde – müssen die bestehenden Häuser dann aufgestockt werden…? Oder werden dann die Wälder abgeholzt und die letzten Felder bebaut…?

Was ist mit anderen „Mittelzentren“ – müssen die alle erweitert werden, weil die Bevölkerung so rasant wächst? Und in den neuen Bundesländern, wie sieht es dort aus? Ich könnte mir vorstellen, dass in Mecklenburg-Vorpommern noch ausreichend Wohnraum für Menschen zur Verfügung steht, die nicht mehr in Hamburg wohnen wollen.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 7. Juli 2017

14 Gedanken zu „Ahrensburg an der Grenze des Wachstums

  1. Frank B.

    Die Verwaltung hat das Gutachten, auf dass sie sich stützt, bis heute nicht offengelegt. Es ist schade, dass die Stadtverordneten diesen Zahlenhokuspokus schlucken , ohne die Berechnungsgrundlagen der Verwaltung selbst zu überprüfen. Die Gutachten zur Parkplatzsituation in der Innenstadt haben doch zur Genüge gezeigt, dass man mit Zahlen zaubern kann.

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  2. Rüdiger

    BM Sarach zieht regelmäßig noch einen weiteren Trumpf aus seiner Trickkiste. Er behauptet einfach, dass Ahrensburg als Mittelzentrum auf Teufel komm raus neue Baugebiete ausweisen muss. Auch hier ist alles Behauptung, denn BM Sarach hat keinerlei Belege für seine Behauptungen geliefert. Wo sind denn die Bestimmungen oder die Schreiben, in denen das Land die Stadt Ahrensburg auffordert, notfalls auch Landschaftsschutzgebiete zu opfern? Wo und in welcher Form stellt das Land derartige Forderungen an die Stadt Ahrensburg? Mit derartigen Behauptungen versucht BM Sarach offensichtlich, politischen Druck zu erzeugen und die Verantwortung für diese Pläne von sich wegzuschieben. So geht das nicht, Herr Sarach!!!

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  3. Anne Frey

    Liebe Leser von Szene-Ahrensburg,
    tasächlich gibt es ein Schreiben des Landes an die Stadt Ahrensburg, in dem der erste Entwurf eines neuen Flächennutzungsplans einer gravierenden Kritik unterzogen wurde. Die Presse berichtete vor einigen Monaten darüber. In dem Schreiben steht aber nirgendwo, dass das Land eine hohe Anzahl neuer Wohneinheiten fordert und schon gar nicht, dass diese Wohneinheiten in Landschaftsschutzgebiete gelegt werden müssen. Vielmehr wies das Land darauf hin, dass es unzulässig ist, in einem Flächennutzungsplan weiße Flächen auszuweisen. Das sind Flächen, deren Nutzungsmöglichkeit für den neuen Plan bislang überhaupt nicht überprüft wurde. Hier handelt es sich offensichtlich um innerstädtische Flächen, die in der Nähe der Regionalbahntrasse liegen, vor allem westlich der Brückenstraße. Es geht also um Flächen, die zukünftig auch für den Wohnungsbau, insbesondere für den Geschosswohnungsbau geeignet sein könnten. In diesem Fall könnten die Anwohner die Regionalbahn oder die U-Bahnhaltestelle Ahrensburg-West sogar zu Fuß erreichen. Die Erschließung derart innerstädtischer Wohngebiete würde also die Verkehrssituation in Ahrensburg nicht weiter belasten.
    Ich frage mich, warum die Stadt Ahrensburg diese Flächen nicht in den neuen Flächennutzungsplan aufnimmt und stattdessen diese Flächen regelwidrig als weiße Flächen ausweist !?? Ich frage mich weiterhin, warum die Landschaft weiter zersiedelt und wertvolle Landschaftsschutzgebiete aufgegeben werden sollen, solange nicht einmal alle innerstädtischen Flächen geprüft wurden!???
    Anne Frey

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    1. H.J. Lange

      Hallo Frau Frey,
      Sie haben es zutreffend erkannt: Innerhalb der sog. im-Zusammenhang-bebauten-Flächen gibt es mehrere, vergleichsweise großflächige Gebiete, die naheliegend – mit bis zu 1.000 Wohneinheiten bebaut werden könnten (Geschosswohnungsbau). Diese Flächen befinden sich teilweise sogar in öffentlichem Eigentum. Ja, eine dieser Flächen liegt zwischen U-Bahnhof Ahrensburg-West, der dort geplanter S4-Station und Bogenstraße.
      Die Antwort auf Ihre Frage, warum etwa dieser Bereich keine entsprechende Aufnahme in den Flächennutzungsplan findet, bleibt rätselhaft-unbekannt.

      Vergleiche dazu Dzubillas Artikel vom 5.7.17: „Jochen Proske möchte Wohnungen in Ahrensburg schaffen … “ und daraufhin meine „14 Antwort“ vom 6.7.17.
      HJL

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  4. Ahrensbürgerin

    Ahrensburg hat jetzt schon die Einwohnerzahl von 34 000 Einwohnern überschritten. Das ist die Einwohnerzahl, die erst für 2025 geplant war. Ahrensburg hat also sein Soll bis 2025 schon lange erfüllt. Wozu also das ganze Theater?

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    1. Harald Dzubilla Artikelautor

      Ahrensburg ist noch viel rasanter gewachsen: Es sind zur Zeit 34.333 Einwohnerinnen und Einwohnern (Stand: 30.06.2017) Zum Vergleich: Im Jahr 2014 betrug die Einwohnerzahl noch 31.602.

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      1. H.J. Lange

        Würde sich dieser Trend fortsetzen – niemand kann diesen Druck ernsthaft wegreden – müssten in den nächsten Jahren für mindestens 2.000 Menschen Wohnungen gebaut werden und damit mindestens 1.000 Wohneinheiten. Dafür schlage ich weiter oben Bauflächen vor (es gibt weitere), die aber noch nicht einmal in den aktuellen Entwurf des Flächennutzungsplanes übernommen werden. Und das, obwohl ständig „bezahlbarer Wohnraum“ gefordert wird: Von den Wohnungssuchenden und von „der Politik“. Dagegen ist im heftig bestrittenen „Süden der Stadt“ eher kein „bezahlbarer Wohnraum“ zu erwarten.
        HJL

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          1. H.J. Lange

            Hallo Herr Dzubilla,
            selbstverständlich können Sie den gemeinten „Druck“, bzw. den drückenden Bedarf nach „bezahlbarem Wohnraum“ wegreden.
            Allgemein bekannt ist jedoch:
            1)
            Das in Artikel 20 Grundgesetz verankerte so genannte Sozialstaatsprinzip gibt dem Staat (und der Wirtschaft) auch die Verringerung sozialer Unterschiede auf. Leider gelingt es in der Realität immer weniger Menschen, die Lohneinkünfte zu erzielen, die es ihnen erlaubt, entsprechenden Wohnraum anzumieten. Diese Art Wohnungen fehlen. Andere Mieten sind nicht mehr „bezahlbar“. Die Aufgabe des Staates ist es somit nicht nur, auf der einen Seite für entsprechende Entlohnung Sorge zu tragen, sondern andererseits und vorrangig für eine ausreichende Versorgung mit „bezahlbarem Wohnraum“.
            Der darin steckende, zweifelsfrei vorhandene „Druck“ kann der verpflichtete Staat nicht durch das Verschließen von Gemeindegrenzen wegdrücken wollen: also neue Haustür-Grenzen ? In einer Großregion Hamburg ? Oder gar in einem grenzfreien „Europa“ ?
            2)
            U- und S-Bahnstationen (incl. entschiedener S4-Station Ahrensburg-West) unterstellen die dafür erforderliche Anzahl von Nutzern, bzw. deren massive Steigerung. Daraus ergibt sich an jenen Knotenpunkten die städtebauliche Konsequenz: Massiver Wohnungsbau.
            Leider werden derartige Grundüberlegungen in Ahrensburg immer noch ignoriert.
            HJL

  5. Fritz aus Ahrensburg

    Es ist ja allgemein bekannt, dass der Ahrensburger Bürgermeister einen heißen Draht zur Bau – und Immobilienwirtschaft hat.

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  6. Frieda B.

    Die Bauträger haben ein großes Interesse daran, dass immer neue Flächen zur Bebauung erschlossen und angeboten werden. Dann können sie ihre Standardhäuser in Serie bauen und damit richtig Kohle machen. Dabei ist es egal, ob es sich um Einfamilienhäuser, Doppelhäuser oder Townhouses handelt. Es sind die immergleichen Haustypen , die in dutzendfacher Ausfertigung schnell hochgezogen und mit großem Gewinn vekauft werden. Die Neubaugebiete sehen ziemlich gleich aus, egal , ob es sich um Flächen in Reinbek, Ahrensburg, Barsbüttel oder Bargteheide handelt. Noch vor zehn Jahren hat man in Ahrensburg gesagt, dass der Flächenfraß endlich gestoppt werden soll. Der Ahrensburger Bürgermeister und seine Mannschaft im Rathaus verhalten sich derzeit so, als hätten sie von diesem früheren Versprechen noch nie etwas gehört.

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  7. Frank B.

    Landschaftsschutzgebiete sind wichtig zum Erhalt einer intakten Natur. Der Bürgermeister und die Stadtverordneten gehen zu leichtfertig mit dieser kostbaren Ressource um.

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