Was macht ein Reporter beim 3. Buch Abendblatt?

„Was macht eine Gleichstellungsbeauftrage?“, lautet eine Frage im 3. Buch Abendblatt von heute. Allein die Frage als solche ist schon kennzeichnend für den Job, denn die Zeitung würde vermutlich keinen Beitrag bringen mit der Überschrift: „Was macht eine Krankenschwester?“ Oder: „Was macht ein Redaktionsleiter?“

Und was macht die Gleichstellungsbeauftragte in Reinbek? Wir erfahren aus dem genannten Beitrag:

Grob gliedere sich ihre Arbeit in zwei Teile. Innerhalb der Verwaltung und im öffentlichen Dienst hat sie ein Auge darauf, dass bei Personalangelegenheiten das Thema Gleichstellung berücksichtigt wird. „Das kann man sich wie einen Personalrat vorstellen“, sagt Graaff-Willemsen.

Das heißt: Die Gleichstellungsbeauftragte achtet auf Gleichstellung nur bei Mitarbeitern innerhalb der Verwaltung und im öffentlichen Dienst, ist also nur für eine Minorität von Arbeitnehmern zuständig. Und weil es in der Verwaltung ohnehin einen Personalrat gibt, ist die Gleichstellungsbeauftragte im Rathaus folglich so wichtig wie ein Blinddarm.

Wir erfahren weiterhin aus dem 3. Buch Abendblatt:

Der zweite Bereich ist verwaltungsextern, betrifft Politik, Bürger und Vereine und ist wiederum nicht ganz so scharf konturiert. „Hier gilt es, nach den Themen zu suchen, von denen Frauen betroffen sind und bei denen sie möglicherweise benachteiligt werden“, so Graaff-Willemsen.

Anmerkung: Themen werden also nicht von Bürgern an die Gleichstellungsbeauftragte herangetragen, sondern sie muss sich auf die Suche danach machen, ob Frauen „möglicherweise“ – ich wiederhole: „möglicherweise“ – benachteiligt werden. Von Männern ist dabei nicht die Rede.

Der Beitrag im 3. Buch Abendblatt liefert den Beweis: Mit einer Halbtagsstelle ist der Job einer Gleichstellungsbeauftragten mehr als ausreichend besetzt. Die Ahrensburger Gleichstellungsbeauftragte Gabriele Fricke hatte sich ihre Zeit mit Tanzveranstaltungen und Kaffeeklatsch und anderen Events vertrieben.

Postskriptum: Ahrensburg hat schon seit längerer Zeit keine Gleichstellungsbeauftragte mehr? Warum nicht…?

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 19. Juni 2017

Ein Gedanke zu „Was macht ein Reporter beim 3. Buch Abendblatt?

  1. Martens

    Gehe ich recht in der Annahme, dass der Schreiber des Abendblatt-Artikels dem Bürgermeister von Ahrensburg damit bestätigen will, dass eine Halbtagsstelle für die Ahrensburger Gleichstellungsbeauftragte voll ausreichend ist? Die Frage in der Überschrift wird im laufenden Text nicht beantwortet.

    Antworten

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