Barrierefreie Innenstadt? Die Tatsache: Ein Rollstuhlfahrer verunglückt, Ahrensburger Verwaltung trägt Mitschuld

Szene Ahrensburg ist kein Blog, das allein der fröhlichen Unterhaltung meiner lieben Mitbürger dient, sondern mit Szene Ahrensburg lege ich auch meine Finger in öffentliche Wunden. Will meinen: Ich übe Kritik an Politik, Stadtverwaltung, Medien und Gesellschaft. Dass Szene Ahrensburg eine breite Leserschaft in unserer Stadt hat, kann ich an der täglichen Einschaltquote ablesen: An einem einzigen Tag habe ich mehr Besucher auf meinem Blog als die Stadtverordneten in ihren Versammlungen eines ganzen Jahres zusammengenommen.

Wenn ich dann und wann über Nachlässigkeiten der städtischen Verwaltung motze, dann zeigt das in den meisten Fällen auch Erfolge – mal mehr, mal weniger schnell. Und am „Blaumann“ arbeite ich nach wie vor.

Langer Vorrede kurzer Sinn: Am 6. April 2017 habe ich über eine gefährliche Stolperfalle in der Ahrensburger Innenstadt geschrieben und den Bürgermeister eindringlich aufgefordert, umgehend für Abhilfe zu sorgen. Und weil ich weiß, dass Szene Ahrensburg im Rathaus aufmerksam verfolgt wird, denke ich auch, dass der Bürgermeister meine Botschaft direkt oder indirekt vernommen hat. Doch was ist daraufhin passiert? Gar nix.

Doch, es ist etwas passiert, und zwar etwas sehr Unschönes: Am vergangenen Freitag gab es schon wieder einen Unfall an den nicht markierten Stufen vor der Apotheke: Ein Rollstuhlfahrer hat das Hindernis nicht wahrgenommen, ist gestürzt und musste mit einem Krankenwagen in die Klinik gebracht werden. Das Resultat waren drei gebrochene Rippen.

Ja, Herr Bürgermeister, man kann auch Szene Ahrensburg lesen, sich in seinem bequemen Bürosessel nach hinten legen und denken: „Lass den Dzubilla doch motzen!“ Die Folge ihres Handels bzw. Nichthandels haben Sie gerade eben gelesen. Schicken Sie dem Verunglückten bitte wenigstens einen Blumenstrauß als Geste der Entschuldigung!

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 15. Juni 2017

5 Gedanken zu „Barrierefreie Innenstadt? Die Tatsache: Ein Rollstuhlfahrer verunglückt, Ahrensburger Verwaltung trägt Mitschuld

  1. Observator

    Der Bürgermeister kann dem lieben Gott dankbar sein, dass bis heute kein Kind vom Muschelläufer gefallen ist und sich etwas gebrochen hat, weil der Boden um die Skulptur nicht ordnungsgemäß mit einem Weichbelag ausgestattet ist, da das Ding von der Stadt offiziell als „bespielbares Kunstwerk“ deklariert wurde. Sollte hier tatsächlich mal ein tragischer Unfall passieren, dann steht der BM in der Verantwortung.

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  2. Ypsilon

    Weder der Senoren- noch der Behinderten-Beirat hat protestiert. Und die Berichterstatterin aus dem Rathaus, Frau Veeh, hat über den Vorfall auch nichts berichtet. Woher wollen Sie wissen, ob der Unfall sich wirklich zugetragen hat? Waren Sie Zeuge?

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    1. Harald Dzubilla Artikelautor

      Glauben Sie wirklich, dass ich mir so etwas ausdenke? Fragen Sie doch mal in der easy-Apotheke nach. Dort wird man Ihnen auch erzählen, wie häufig Menschen über diese Stufen stolpern, bloß weil der Warnstreifen nicht mehr erkennbar ist.

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  3. Petra Börnsen

    Vielen Dank für die Schilderung dieser Situation. Hoffentlich lernen die Verantwortlichen im Rathaus etwas daraus!

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  4. Narrenhof

    Hallo Herr Dzubilla,
    in der Elbphilharmonie werden mit mehreren 100.000 Euro Stolperfallen entschärft. Dagegen kann sich Ahrensburg nur Farbe und Pinsel auf Granit leisten. Bis alle einmal gestürzt sind und es so gelernt haben. Wie Sie wissen, läuft auch um den Rathausplatz fast komplett eine Stufe herum. Haben Sie dort schon mal einen Warnstreifen gesehn?
    In Fachkreisen nennt man derartige Situationen Fehlplanung, die sich durch Erfahrung der Nutzer selbst entschärfen. Auch der Bürgermeister erzählt ja, dass er sich bei seinem allerersten Gang über den Rathausplatz die Notwendigkeit notiert hat, diese Schrecklichkeit ins Positive zu drehn. Daran arbeitet er weiter und weiter und unermüdlich – seit vielen Jahren und bis heute. Jetzt soll ihm sogar ein Gutachter helfend zur Seite stehn.
    Lob ist angesagt – nicht Kritik.

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