Ahrensburg to go: Die Ahrensburg-APP ist da!

Während die Stadtwerke gemeinsam mit Angelika Andres (angeblich Leiterin vom Stadtmarketing) gegackert und verkündet haben, dass sie ein Ei legen wollen, nämlich die Ahrensburg-APP „Ahrensburg-Togo“… da kann man eine Ahrensburg-APP jetzt schon runterladen – siehe die Abbildung!

Wir erfahren: „Mit der STARGAST-APP hast du alle teilnehmenden Geschäfte deiner Umgebung stets im Blick und bist immer über Neuigkeiten-Angebote und Aktionen informiert. Du profitierst beim Shoppen, in Restaurants, Bars, Cafés und vielen anderen Geschäften.“

Eine solche APP für Ahrensburg hätte ich eigentlich vom Stadtforum erwartet. Aber dort macht man ja schon „Music for free“ und kümmert sich um das Stadtfest. Und weil die das Stadtmarketing sich nicht um das Ahrensburger Stadtfest kümmern muss, kann es sich um eine Ahrensburger APP (sprich wie: verÄPPeln) kümmern.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 4. April 2017

21 Gedanken zu „Ahrensburg to go: Die Ahrensburg-APP ist da!

  1. Malte Steckmeister

    Was genau soll eigentlich an der App das Ahrensburg-spezifische sein (zugegeben: Die Frage richtet sich eher an Stadtwerke/Stadtmarketing (ich würde es ja testen, aber man muß sich offenbar bei der App unter anderem mit Namen, Email und Geburtsdatum oder seinen Facebook-Daten registrieren, bevor man sie nutzen kann))? Das scheint ja eine reine Gutschein-/Aktions-App irgendeiner Agentur zu sein, die die Ahrensburger sich da haben aufschwatzen lassen. Hoffentlich hat man dafür nicht auch noch Geld ausgegeben.

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    1. Quevinn

      Es stimmt nicht, dass „die Ahrensburger“ sich diese App „haben aufschwatzen lassen“. Ich jedenfalls nicht.
      Der Anbieter einer Gutschein-App wirbt damit, dass Geschäfte aus der Umgebung Ahrensburgs zu seinen Kunden gehören, mehr steckt nicht hinter diesem Beitrag.

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    2. Stephan Lamprecht

      Das ist der X-te Groupon-Klon, mit dem schon zig andere Unternehmen baden gegangen sind. Derzeit dabei sind etwa Fisch Schloh mit 5 Euro, Rieckhoff mit Gleitsichtgläsern zum Festpreis, aber natürlich aus Sondersortiment, und ein paar andere mehr. Die Stargast-Geschichte hat so mit Ahrensburg nichts zu tun. Die Ahrensburg-App? Wäre ich gespannt darauf. Wie ich ja an anderer Steller regelmäßig schreibe (bei Der Handel nutze ich meinen Heimatort gern mal als Beispiel), wäre es dringend geboten, mal aufzuhören, sich über Parkplätze zu unterhalten, sondern auch konkret etwas in Richtung modernem Handel im Zeitalter von Amazon zu verändern. Ich habe schon mehrfach an verschiedenen Stellen angeboten, dazu einmal einen Impulsvortrag zu geben. Aber auf diesem Ohr ist man hier leider sehr taub. Wenn etwas passiert, kommen dann die üblichen Verdächtigen örtlicher Werbeagenturen, die den kleinen Unternehmen etwas aufschwatzen oder die Theoretiker der IHK, die zu keiner Sekunde in ihrem Leben Händler waren. Und so wird der Leerstand wachsen.

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      1. Harald Dzubilla Artikelautor

        Parkplätze, lieber Herr Lamprecht, gehören so lange zum Thema Handel, wie es Ladengeschäfte gibt. Und ohne Parkplätze gibt es auch keine Ladengeschäfte – jedenfalls nicht in der Innenstadt. 😉 Ansonsten stimme ich Ihnen zu.

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        1. Stephan Lamprecht

          Aber ohne Ladengeschäfte braucht es keine Parkplätze. 🙂 Bei jeder Verlautbarung des Stadtforums wird das Thema „Parken“ rauf und runter gebetet. Das ist ehrenvoll und wichtig. Aber das grundsätzliche Problem ist eben ein anderes. Und an der Stelle greift mir dann die Diskussion, falls sie denn statt findet, einfach zu kurz.

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    1. Stephan Lamprecht

      Hallo, Herr Schmidt,

      vielen Dank für das Ausgraben dieses schönen Stücks. 22 TEUR für eine 08/15 App. Ich kenne einige Ahrensburger Unternehmen, die den ganzen Zauber für die Hälfte entwickelt hätten. Und die weiteren Services meint die Verwaltung nicht im Ernst oder? Kein Mensch braucht eine „Ahrensburg-Mailadresse“. Die Basisfunktionen haben, mit Ausnahme der Sprechzeiten des Rathauses, die Menschen ohnehin auf dem Smartphone (AWSH, HVV) und ein lokales Punktesystem? Donnerwetter. Innovativ. Schade, dass es schon zig ähnlich gelagerte Systeme gibt, wo ich bundesweit punkte sammle und einlösen kann.

      Viele Grüße

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      1. Harald Dzubilla Artikelautor

        Lieber Herr Lamprecht – danke! Genau das ist ein Leserkommentar, wie ich sie mir öfter wünsche, die Leserkommentare. Damit haben die Betroffenen etwas zum Überdenken bekommen, um nicht zu sagen: zum Nachsitzen.

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  2. Christian Schmidt

    Hallo Herr Lamprecht,

    wir haben der Verwaltung mitgegeben möglichst schnell die folgenden Punkte zu verwirklichen:

    • eRathaus und Servicehotline
    Zuständigkeitsfinder, Workflow – Termine von außen mit Behörde vereinbaren, VHS, badlantic, Stadtbibliothek, Rathaus-Wegweiser, Schadensmelder, Straßenschäden, defekte Straßenlaternen…
    • Stadtmarketing und Wirtschaftsförderung
    Werbung, Leerstandsmanagement, Onlineberatung, Standortmarketing, Wirtschaftsdatenbank
    • Bürgerplattform, Vereinsleben
    (Patenschaft und Kommunikationspunkt…)
    • Einkaufen, Gastronomie, Übernachten, Tourismus und Kultur
    (Parkleitsystem, Parkhäuser – Schnittstellenintegration und Parkplatzfinder/ Online-marktplatz für Ahrensburger Geschäfte, Fahrrad- und Wanderwege, Unterkünfte, Virtueller Stadtrundgang, Ärztedienst…)

    Wenn diese Punkte realisiert sind, wird die APP auf jeden Fall interessanter als in der „Startversion“, die es jetzt gibt.

    Gruß
    Christian Schmidt

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    1. Harald Dzubilla Artikelautor

      Nur zur Klarstellung, lieber Herr Schmidt: Die von mir gezeigte ABB ist keine „Startversion“ der Stadt oder vom Stadtforum, sondern es handelt sich hier um einen – man könnte sagen – APPgeordneten Trittbrettfahrer.

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    2. Stephan Lamprecht

      Lieber Herr Schmidt,

      was Sie da beschreiben ist die eierlegende Wollmilchsau als App. Eine solche kenne ich nicht und die gibt es auch nicht. Sie soll offenbar alles abdecken, was bedeutet, dass sie keine Zielgruppe hat, außer „alle Ahrensburger, die ein Smartphone haben“. Ich glaube, Herr Dzubilla gibt mir recht, aber so was nannte / nennt man in Verlagen „Gießkannenprinzip“.

      – Online-Marktplatz: Ich mache selten Reklame für mich selber, aber ich halte das hier für durchaus gelungen: http://etailment.de/news/stories/Zwischenruf-aus-der-Provinz—vielleicht-sind-die-Innenstaedte-schon-tot-3766 und http://etailment.de/news/stories/Provinz—wo-Omnichannel-und-InStore-Digitalisierung-noch-keine-Rolle-spielen-3445. Ein Online-Marktplatz ohne starken medialen Partner funktioniert nicht. Das ist die Erfahrung der vergangenen 4 Jahre aller Orten. Und es bedingt vor allen Dingen auch Händler, die sich dem Thema online stellen. Da machen Sie mal in Ahrensburg die Stichprobe.
      – eRathaus: Finde ich als Bürger begrüßenswert. Da braucht es aber keine App, sondern nur eine für mobile Geräte optimierte Seite. Und natürlich die dahinterstehenden Abläufe. Aber die braucht es im Falle einer App ohnehin.
      – Tourismus, Gastronomie??? Aber das alles gibt es schon. Google Maps! Nur genau hier sind auch nur die wenigsten Ahrensburger Kaufleute aktiv.

      Nur aus Sicht des Handels gedacht und machen wir mal das Milchmädchen: Gehen wir mal von 25.000 Bürgern aus (Ich weiß, das ist falsch, aber ich mag die Zahl, weil es zu meiner Grundschulzeit die magische Zahl war, die auf dem MARKT stand und auch im Unterricht hergebetet wurde). Der Einfachheit halber machen wir daraus 12.50o Haushalte. Fast alle Haushalte in Deutschland sind heute online. Potenzial für den Händler also 12.500 Haushalte, die ihn finden könnten. Dagegen die App. Sie muss im Store gefunden werden, der Nutzer muss sie installieren und sie muss ihn sogar begeistern, so dass sie nicht binnen Tagen wieder deinstalliert wird. Zu diesem Problem gibt es inzwischen ganze Seminarreihen, Stichwort „Retention“. Wir reden also von einen Bruchteil der potenziell erreichbaren Kunden.

      Ich würde mich gern belehren lassen. Aber die offizielle Ahrensburg-App ist, seien Sie mir nicht böse, schon jetzt ein totes Pferd.

      Viele Grüße
      Stephan Lamprecht

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  3. Christian Schmidt

    Hallo Herr Lamprecht,

    Ihre Argumente sind sehr interessant.
    Grundsätzlich gebe ich Ihnen recht. Zwei Dinge sind wichtig, die App muss begeistern und die Inhalte müssen gepflegt werden.

    Darüber werden wir bestimmt noch sprechen müssen. Ich sehe da vor allem das Stadtforum als Ansprechpartner…

    Das Ziel dieser App, bzw. der Diskussion ist es Ahrensburg digital voran zu bringen. Da gibt es diverse Möglichkeiten, die ich alle sehr spannend finde.
    Sie scheinen sich auf dem Gebiet ja gut aus zu kennen. Was würden sie denn vorschlagen?

    Gruß
    Christian Schmidt

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    1. Harald Dzubilla Artikelautor

      Vorschlag von mir: Ich würde die Verwaltung darüber aufklären, dass man sich zuerst mal in der Stadt Ahrensburg nach fähigen Köpfen (z. B. Stephan Lamprecht) umschaut, bevor man solche Aufträge ohne nachzudenken „nach außerhalb“ gibt. Nota bene: Ahrensburg first! 😉

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  4. Oliver Fröhlich

    Da suche ich einfach nur nach Infos, ob die gängigen Park-Apps auch in Ahrensburg funktionieren. Und stolpere plötzlich über diesen Beitrag samt Kommentarverlauf. Alles interessant. Inhaltlich zum großen Teil richtig. Dann aber lese ich „Ich mache selten Reklame für mich selber, aber ich halte das hier für durchaus gelungen…“ (samt Verlinkung). Und denke mir: Die Lösung wird sicherlich nicht darin liegen, dass sich (vielleicht ja sogar durchaus versierte) Theoretiker an diesen komplexen Themen versuchen. So … nun aber weiter mit der Suche nach einem der gängigen Mobile-Parking-Anbieter, der auch Ahrensburg auf seinem Schirm hat. (Ja, ich weiß: Es gibt leider noch keinen. 😉 @ Rathaus Ahrensburg: Man muss das Rad nicht immer wieder neu erfinden … nur mal so … zum Nachdenken.

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  5. auch ein Ahrensburger

    sehr interessante Diskussion, hat heute am Morgen Zeit gefressen, aber interessant – auch die verlinkten Texte von Herrn Lamprecht – sehr lesenswert!
    Aufgefallen ist mir jedoch auch die veröffentlichte Beschlussvorlage – kein Wunder, das bei derartigen Rechenleistungen die Schulden der Stadt immer größer werden 😉
    20.000€ /2 = 11.000€ – siehe Bild

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  6. Oliver Fröhlich

    Was sollte eine App kosten? Oder eine Web-Seite? Welche Inhalte wird man damit transportieren? Welche Mehrwerte Bürgern, Besuchern, Händlern etc. bieten? Wie positioniert man sich als Standort? Wie versteht man sich als Marke? Was hilft dem lokalen stationären Handel, sich gegenüber der Online-Konkurrenz zu behaupten? Oder (!) gegenüber den stationären Konkurrenten in der nächsten Stadt – ein paar Kilometer weiter? Bewundernswert, wie sich jedes niedliche kleine Städtchen daran versucht, Antworten auf all diese komplexen Fragen zu suchen. Mit ein paar lächerlichen Euros in der Tasche und dem unerschütterlichen Glauben daran, dass die schon ausreichen werden für die eierlegene Wollmilchsau. Wenn man das, was man dafür braucht (externes Know-how, Kompetenz usw.) günstig einkauft, dann wird’s schon passen. Heraus kommen dann z.B. Dinge wie „Hamburg schönste Nachbarin“ – ein generisches Selbstverständnis, das sich mit etwas Chuzpe u.a. auch Pinneberg, Seevetal, Maschen, Bargteheide, Reinbek oder selbst Jersbek auf ihre bunten Fahnen drucken lassen könnten. Oder eben Apps und Webseiten, für deren Kosten man vermutlich so manches Parkplatz-Problem hätten beseitigen können, vor das man die wenigen mühevoll herbei geworbenen Besucher gerne stellt. Ja, der Anspruch, die schönste Nachbarin von Hamburg zu sein, bedingt auch auch ein gewisses „Invest“, um diesem zumindest rudimentär gerecht zu werden. Aber das ist ein ganz anderes Thema. Wie übrigens auch die Frage, warum z.B. Fielmann in der Innenstadt von Hamburgs schönster Nachbarin Samstags nur bis 14:00 Uhr geöffnet hat. In Hamburgs Innenstadt aber bis 20:00 für „seine Kunden“ da ist. (Zugegeben, eine rhetorische Frage, die eigentlich nur den Blick darauf lenken soll, dass das hiesige städtische Selbstverständnis eher Wunsch statt Wirklichkeit ist.) Wie aber geht es denn nun, bitte, ins gelobte Land? Nun, vielleicht kommt man beispielsweise in Ahrensburg, Bargteheide, Bad Oldesloe und Co. irgendwann einmal zu der Erkenntnis, dass es besser ist, gemeinsam gegen die Windmühlen anzutreten. Dass man die eigenen spärlichen Mittel vielleicht besser bündelt und sich (ebenfalls nur Beispiel) als Region versteht und aufstellt. Ich persönlich brauche, gleichwohl in Ahrensburg lebend, keine „Ahrensburg-App“. Mir wäre vermutlich mit einem auf Stormarn bezogenen Informationsangebot besser geholfen. Eines, das intelligent ist. Das anhand meiner Geo-Daten erkennt, wo ich mich in Stormarn befinde und mir dann spezifische Infos (von Gastronomie über Handel/Einkauf bis in zu Behörden und Nahverkehrsstrukturen) liefert. Mithin, eines das „mitdenkt“ und so auch bei temporären Gästen Lust aufs Entdecken (also aufs „Verweilen & Geld ausgeben“) macht. Wer weiß … eventuell könnte man all das sogar noch „größer fassen und auf die Metropolregion Hamburg beziehen. In der sich, man soll es kaum glauben, sogar Einheimische kreuz- und quer bewegen. Kurzum: Man sollte vielleicht auch in Ahrensburg endlich einmal damit aufhören, immer nur sein eigenes Süppchen kochen zu wollen.

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