Archiv für den Monat: Mai 2014

Gesucht: Mädchen für alles – möglichst naiv!

Kleinanzeigen können lustig sein. So fielen mir zwei Inserate auf, die ich in zwei Medien der Stadt gefunden habe, und die eines gemeinsam haben: Gesucht wird eine Putzfrau. Das aber wird nicht so ganz deutlich gesagt in den kleinen Anzeigen.

Was wird hier eigentlich wirklich gesucht...?

Was wird hier eigentlich wirklich gesucht…?

Eine Familie in Großhansdorf zum Beispiel sucht eine „Haushaltsmanagerin“. Was soll diese Managerin im Haushalt managen? Zum Beispiel soll sie Kinder betreuen. Aber sie soll auch die „Reinigung“ und „Organisation“ managen. Bedeutet das: Eine Reinigungskraft ist vorhanden? Oder bedeutet es: Putzfrau soll neben ihrer Arbeit auch die Kinder beaufsichtigen…?

Und dann wird eine „Haushaltshilfe gesucht“. Wo, wird nicht verraten. Und diese Haushaltshilfe hat ein „Aufgabenspektrum“. Das ist eine Vokabel, mit der Firmen ihre Mitarbeiter für größere Aufgaben suchen. Und worin liegt das Aufgabenspektrum für die gesuchte Haushaltshilfe? Kurzum, sie soll das machen, wozu keine Hausfrau echte Lust verspürt: „Reinigung über Fensterputzen bis zum Bügeln“, also ein gewaltiges Spektrum an Aufgaben.

Statt eine Putzfrau zu suchen, einen Fensterputzer und eine Bügelfrau, wird hier „ein Mädchen für alles“ gesucht. Dazu kommt der Witz: Die „Haushaltshilfe“ soll parallel als Bürohilfe arbeiten! 47

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 31. Mai 2014

Achtung, Frau Schmick: Hier gibt’s neue Schrotträder!

Das verstehe ich nicht: Im vergangenen Jahr standen viele Schrottfahrräder in der Stadt herum, die an Laternenpfählen angeschlossen waren, damit die städtische Müllabfuhr sie nicht mitnehmen konnte. Überdies waren sie auch noch bunt angemalt, und auf dem Gepäckträger war ein Korb, aus dem Pflanzen wucherten. Mein Unverständnis: Die städtische Verwaltung hat diesen Unfug ausdrücklich genehmigt.

Bildschirmfoto 2014-05-30 um 08.54.38Die Schrotträder-Aktion war eine lokalpolitische Arbeit der Stadtverordneten Karen Schmick (WAB). Und der gebe ich einen Tipp: Wie die Stormarn-Beilage heute berichtet, blockieren viele kaputte Fahrräder die Plätze an Bahnhöfen. Hier, liebe Frau Schmick, können Sie sich weitere Schrotträder abholen und Kunstwerke daraus machen. So könnte ein bunter „Fahrradweg“ durch alle Straßen der Stadt aufgebaut werden, was ja gerade zu unserem 700. Geburtstag ein besonders attraktiver Anblick für die Besucher von Ahrensburg ist.

So werden aus alten Schrotträdern neue Kunstwerke. Ein Recycling der kreativen Art. Und es sieht einfach besser bunter aus als die blauen Fähnchen, die auf die Schlosswiese gesteckt wurden.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 30. Mai 2014

Für wen schreiben die Lokalzeitungen wirklich…?

Heute mal wieder ein allgemeines Thema, betitelt: „Lokalpresse und ihre Berichterstattung“. Womit ich unter „Lokalpresse“ auch Anzeigenblätter und Online-Portale mit einbeziehe, die von Werbung leben.

"Letzte Nchrichten" Lithographie von A. Paul Weber

„Die Sitzung der Narren war supergeil!“  („Letzte Nachrichten“, Litho:  A. Paul Weber)

Die Reporter der Lokalpresse schreiben für ihre Leser. Aber nur in zweiter Linie. In erster Linie schreiben sie für diejenigen, über die sie schreiben, und die ihnen die sogenannten „Pressemitteilungen“ zukommen lassen. Das sieht im journalistischen Alltag so aus: Da ist eine örtliche Veranstaltung, ob Stadtfest, Karneval, Musiknacht, Kinderfest, Feuerwehrball, Sportfest oder Kulturveranstaltung im Stadtsaal. Dazu wird die Redaktion eingeladen und bekommt vorgefertigte Pressetexte. Die schreibt der Redakteur dann um, und zwar so, dass die Veranstalter damit zufrieden sind. Denn schließlich möchte der Redakteur den guten Kontakt, den er hat, nicht stören durch unhöfliche Berichte gegenüber seinen Informanden.

Ergo: Die Musiknacht war toll, alle Besucher waren begeistert, alle Musikanten waren supergeil, alle Locations optimal und überfüllt. Und jede Veranstaltung im Kulturzentrum war toll, alle Besucher waren begeistert, alle Künstler waren supergeil, alle Plätze waren so gut wie besetzt. Und die Kunstausstellung war toll, die Besucher waren begeistert, der Künstler ist supergeil, die Vernissage war optimal und überfüllt. Und das Stadtfest wird toll sein, alle Besucher werden begeistert sein, alle Shownummern werden supergeil sein, und die Straßen werden überfüllt sein. Und so weiter und so fort, vom Zirkus auf dem Stormarnplatz bis hin zu den Veranstaltungen im weißen Herrenhaus am Rande der Stadt. Weiterlesen

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 29. Mai 2014

Liegt das Herzogtum Lauenburg eigentlich im Kreis Stormarn, Herr Klingel-Domdey?

Wie der Name „Stormarn-Beilage“ schon sagt, erscheint diese Beilage nur in Stormarn. Aber nachdem das Hamburger Abendblatt seinen Verlagssitz jetzt in Essen hat, verwundert es wenig, wenn die Stormarn-Redaktion nun auch über Stormarn hinausgeht und über Ereignisse aus dem Kreis Herzogtum Lauenburg berichtet. 

Bildschirmfoto 2014-05-28 um 12.47.58Und so erfahren wir Ahrensburger heute online, dass zwei Jungendliche in Wentorf „polizeifreindliche Graffiti“ gesprüht haben. Und Wentorf liegt bekanntlich im Herzogtum Lauenburg. Und „die Besatzung eines Streifenwagens“, die die Sprayer in Wentorf festgenommen haben, wird auf einem „Archivfoto“ 47 gezeigt – siehe die Abbildung!

Klar, nachdem für die Stormarn-Redaktion offenbar keine neuen Leser in Stormarn mehr zu holen sind, geht man einfach über die Grenzen des Kreises hinaus und versucht es im Nachbarkreis. Und es sollte mich gar nicht wundern, wenn demnächst in einem Beitrag aus Holzkirchen berichtet wird. Das liegt zwar im Landkreis Miesbach und damit in Oberbayern…

…aber die Stormarn-Beilage könnte ihr Verbreitungsgebiet ja klammheimlich bis dorthin ausdehnen! Für die Ahrensburger Inserenten würde das eine schöne Reichweite bedeuten.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 28. Mai 2014

Stormarn-Beilage: Morgen früh ist Shoppen angesagt!

Morgen ist der 29. Mai 2014, und auf dem Kalender steht: „Christi Himmelfahrt“. Für Atheisten: Dieses ist ein christlicher Feiertag. Womit sich mir die Frage stellt: Wenn Christen heute die Himmelfahrt von Jesus Christus feiern – was machen dann die Atheisten…?

FrühshoppenDie Stormarn-Beilage weist heute darauf hin, wo Nicht-Christen morgen früh zum Shoppen gehen können. Zum Beispiel zu Strehl, wo sie beim „Frühshoppen“ nicht nur Gegrilltes shoppen und Bratkartoffeln plus Getränke, sondern auch Country-Musik hören können.

Nein, nicht etwa der „Frühschoppen“ ist gemeint, sondern sowohl in der Überschrift als auch im Kleingedruckten schreibt die Redaktion jedes Mal ausdrücklich: „Frühshoppen“!

Frühes Shoppen am morgigen Tage gilt natürlich nur für Atheisten, denn Christen gehen um diese Zeit in die Kirche. By the shopping-way: Warum auch Nicht-Christen morgen arbeitsfrei haben, verstehe ich allerdings nicht. Denn wenn beispielsweise unsere Mitbürger aus der Türkei Ramazan Bayramı feiern oder Kurban Bayramı, dann haben wir Christen hierzulande ja auch keine arbeitsfreien Tage.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 28. Mai 2014

Stormarn-Beilage: Das Opfer ist der Leser

Nichtsahnend ziehe ich heute früh die Stormarn-Beilage aus dem Essener Hamburger Abendblatt. Und mein Blick fällt auf den großen Aufmacher mit der Schlagzeile: „Täter sieht sich selbst als Opfer“ – siehe die Abbildung! Und darüber steht das riesige Foto vom Tatort eines Mordes.

Bildschirmfoto 2014-05-28 um 09.12.16Auf den zweiten Blick erfährt der Leser: Ein Mann aus Kaukasien hat einen Bekannten, der aus Tschetschenien stammt, in Barsbüttel erstochen. Nicht gestern, sondern im November 2013. Das Aktuelle an dem Fall ist, dass der Täter jetzt vor Gericht in Lübeck steht.

Was soll man als Leser des Hamburger Abendblatts von einer aktuellen Aufmachung im Boulevard-Stil halten? Es ist nicht das erste Mal, dass die Stormarn-Beilage mit einem Mord aus der Vergangenheit die Seite 1 aufmacht. Im vorliegenden Fall: Wen interessiert es im Kreis Stormarn, warum ein Russe einen anderen Russen erstochen hat…? Beide, sowohl der Täter als auch das Opfer sind erst im vergangenen Jahr nach Deutschland eingereist, wo sie sich in der Zentralen Aufnahmestelle für Asylbewerber in Neumünster kennengelernt haben.

Und angenommen, der Mord wäre nicht zufällig in Barsbüttel passiert, sondern in Neumünster – keine Zeile wäre es der Redaktion wert gewesen.

Nun also der sensationelle Aufmacher des Tages. Als Leser fühle ich mich als Opfer der Redaktion.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 28. Mai 2014

Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus

IMG_9512Die Linden in der Großen Straße, die wir Bürger vor einem Kronenschnitt in Kastenform bewahrt haben, erinnern ein wenig an Urwald in der City. Denn die Bäume schlagen aus – siehe Foto! Das kann man durchaus als schön empfinden, aber auch als ungepflegt. Vielleicht geht mal jemand aus der Verwaltung dort hin und schafft Abhilfe?IMG_9518

Lustig dagegen fand ich das Pärchen in der Großen Straße: Zwei Schaufensterfiguren, die für einen Modeladen werben. So etwas ist doch origineller als irgendwelche Aufstelltafeln, die mitten im Wege stehen. Aaaber – natürlich handelt es sich hier um eine Ordnungswidrigkeit. Doch mal ehrlich, liebe Mitbürger, stört sich jemand an diesem lustigen Pärchen? Mir persönlich gefällt es, wenn Läden sich etwas Besonderes einfallen lassen, um die Kunden auf sich aufmerksam machen.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 27. Mai 2014

Die Stormarn-Beilage und ihr Geschwätz von gestern

Das Schöne an Szene Ahrensburg ist das Schöne am Internet: Alles, was dort veröffentlicht wird, kann jederzeit wieder in Erinnerung gerufen werden. Und aus gegebenem Anlass rufe ich heute mal meinen Beitrag vom 18. Februar 2011 zur Erinnerung, überschrieben: „Mein Laienplan Verkehr“.

Bildschirmfoto 2014-05-26 um 05.52.18Der Grund für die Erinnerung an meine Worte von vor drei Jahren ist der Beitrag, der heute in der Stormarn-Beilage steht. Überschrift: „Kaufleute fordern mehr Parkplätze“. Hier berichtet Autorin Janina Heinemann von den Sorgen der Ahrensburger Geschäftsleute über fehlende Parkplätze in der Ahrensburger Innenstadt: Die sind nicht mal für die eigenen Mitarbeiter vorhanden, geschweige denn für die Kunden. Und deshalb ist das Stadtforum endlich aufgewacht und protestiert bei Verwaltung und Politik.

Im Jahre 2011, als es schon höchste Zeit war, neue Parkmöglichkeiten zu schaffen, schrieb Redaktionsleiter Ralph Klingel-Domdey in der gleichen Stormarn-Beilage:  Und wie sieht die Zukunft der Innenstadt aus? Wer immer mehr Tiefgaragen und Parkhäuser plant, anstatt auch einmal über autofreie Zonen zu diskutieren, muss sich über einen drohenden Kollaps nicht wundern.“ 

Und dann war da da noch der Kommentar von Thies Jonas in der Stormarn-Beilage vom 27. Juli 2011, wo der Schreiber feststellt: „Kein Bedarf für ein neues Parkhaus“ . Und Autor Jonas behauptete allen Ernstes: „Parkplätze sind reichlich vorhanden“.

Das zeigt die Weitsicht der Redaktion unserer Stormarn-Beilage im Essener Hamburger Abendblatt. Und nun, nachdem die Kaufleute vom Stadtforum endlich reagieren, da stellt sich die Redaktion darauf ein und berichtet über die Empörung der Geschäftsinhaber. Klar, das sind alles potentielle Inserenten, da muss man als Redaktion schon mal ein bisschen Butter bei die Fische geben nach dem Motto: Was schert uns unser dummes Geschwätz von gestern?!

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 26. Mai 2014

Falscher Pfiff: Wie man Freunde trennen kann

KolumbusIm Jahre 1981 habe ich ein Krimi-Hörspiel für Kinder geschrieben: „Detektiv Kolumbus & Sohn – Echtes Geld für falsche Pfiffe“. Daran muss ich immer denken, wenn ich im Fernsehen ein Fußballspiel sehe, bei dem der Unparteiische parteiisch agiert.

Die Story des Hörspiels, wie sie auf der CD steht: Ein Fußballspiel soll „gekauft werden – oder genauer gesagt: Mittels Schmiergeld will ein Dunkelmann den Schiedsrichter bestechen. So soll die Mannschaft von Eintracht 08 beim Spiel gegen die Fortuna Kickers in Vorteil kommen. Ein klarer Fall für Privatdetektiv Donald Kolumbus & Sohn Aki! Sie greifen ein und – lösen den Fall auf eine recht verblüffende Weise…detailpic-print332384

Was ich denke? Ich denke an das letzte Spiel von Bayern-München gegen Borussia Dortmund im DFB-Pokalfinale. Dort schossen die Dortmunder das erste Tor, das der Schiedsrichter und seine Kollegen aber nicht anerkannt haben, obwohl jeder Zuschauer gesehen hat: Der Ball war über der Linie im Tor. Also ein klarer Treffer, der nicht gegeben wurde.

Nun sah ich eine Anzeige der Telekom mit der Schlagzeile: „Gute Freunde kann niemand trennen“, womit die beiden diesjährigen Meisterschaften der Bayern gemeint sind – siehe die Abbildung rechts!

Unbenannt-3Man stelle sich einmal vor, das Tor der Borussen wäre vom Schiedsrichter-Gespann korrekterweise als Tor anerkannt worden! Das hätte der Mannschaft bestimmt Flügel verliehen; und es wäre nicht ausgeschlossen, dass die Ruhrpott-Kicker das Spiel mit diesem Führungstor gewonnen hätten. Wenn das Wörtchen „wenn“ nicht wär’…

Um es für die Chronik festzuhalten, habe ich die Anzeige der Telekom mit meiner Sprechblase ergänzt. Und so bleibt es denn im Internet stehen, damit alle Schiedsrichter es lesen können und dabei bedenken sollen, was eine falsche Entscheidung bewirken kann.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 25. Mai 2014

Es geht nicht allein um ein neues Kino, sondern zusätzliche Gastronomie ist der Knackpunkt bei der Finanzierung!

Dass die Stormarn-Beilage seit jeher jedweden Kinoplan für Ahrensburg bejubelt, das ist kein Geheimnis. Und heute geht der Jubel weiter: Wir sehen im Bilde zwei Herren, die im Kinogeschäft erfolgreich tätig sind. Und sie wollen in unserer Stadt investieren, „möchten in Ahrensburg ein Kino mit bis zu sechs Sälen und rund 800 Plätzen eröffnen“, so berichtet heute die Stormarn-Beilage.

Jedweden Kino-Plan begrüßt ie Stormarn-Beilage mit Feuer und Flamme!

Jedweden Kino-Plan für Ahrensburg begrüßt die Stormarn-Beilage mit Feuer und Flamme!

Na, denn mal los. Wenn die Betreiber finanzkräftig sind, dann steht dem Vorhaben (Alte Reitbahn) wohl nichts mehr im Wege. Höchstens die eigenen Worte der Investoren, die wie folgt lauten:

’Wir werden Massen in die Stadt bringen. Unser Kino wird das Zentrum beleben. Ein anspruchsvolles Haus mit ansprechender Gastronomie auf rund 300 Quadratmeter Fläche und ausreichend Parkraum – das wird funktionieren’“, sagt Christof Gläser.“

Massen in die Stadt bringen? Klar, massenweise und massenhaft. Und was tun diese Massen nach 22 Uhr, wenn sie aus dem Kino kommen? Richtig: Sie strömen in die 300 Quadratmeter Fläche der Gastronomie beim Kino und beleben somit das Zentrum von Ahrensburg.

Oder habe ich hier etwas missverstanden?

Und dann noch ein Absatz aus der Stormarn-Beilage, der mich misstrauisch werden lässt und also lautend: Weiterlesen

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht am 24. Mai 2014